FISCHEREIFAHRZEUGE.
SEIT den ältesten Zeiten hat sich der Mensch mit dem Fischfang beschäftigt, allerdings in ziemlich einfachen Formen. Man wird also auch von den ältesten Zeiten ab Fischereifahrzeuge finden. Da der Mensch überdies zuerst an seinen eigenen Unterhalt denkt, bevor er darauf verfällt, Handel zu treiben, so werden die Fischereifahrzeuge älter sein als die Handelsschiffe, und es ist ein ganz natürlicher Schluss, dass die letzteren aus den ersteren entstanden sind. So ist das « Koggeschip » nichts anderes als eine Umbildung der späteren sog. « Egmonder Pink » oder besser einer « Pink » von grossen Abmessungen.
Da man anfangs die Fische nur für die örtlichen Bedürfnisse fängt, so ist es klar, dass die Fischereifahrzeuge nur klein sein werden. Man unternimmt keine weiten Fahrten, da die Konservierung des Fisches überdies zu jener Zeit nicht möglich ist; einige alte Schriftsteller behaupten sogar, dass erst im 12. Jahrhundert der Heringsfischfang in Zierikzee beginnt. (i. J. 1163 nach WITSEN, S. 431).
Man könnte also sagen, dass die Anfänge unserer Seefischerei in jene Zeit fallen. Die grosse Umwälzung erfolgt im Jahre 1384, als Willem Beukelszon von Biervliet das Heringseinsalzen erfindet (Haringkaken). Diese Erfindung wirbelt soviel Staub auf, dass 100 Jahre nach dem Tode von Willem Beukelszon der Kaiser Karl V. sein Grab in Biervliet besucht (1556).
Von diesem Augenblick an werden die weiten Fahrten möglich, weil der Hering konserviert werden kann. Im Jahre 1416 verfertigt man in Hoorn das erste grosse Heringsnetz, und in Zierikzee, dem Mittelpunkt der Heringsfischerei, tauchen die Schiffe mit glatter Beplankung auf. Sicherlich besteht eine Beziehung zwischen diesen verschiedenen Ereignissen. Das Einsalzen des Herings gibt dem Fischfang einen solchen Aufschwung, dass daraus ein neuer Handel entsteht, der selbst wiederum immer mehr Ansprüche nach einem vervollkommneten Material hervorruft.
DIE EGMONDER PINK.
Die alte Egmonder Pink mit Planken, die übereinander greifen, ehemals das grösste Fischereifahrzeug (Länge 35 Fuss, Breite 12 Fuss, Tiefe 4 Fuss) wird zu klein, besonders als man anfängt, immer grössere und schwerere Heringsnetze zu verwenden.
DIE BÜSE.
Ein neues Schiff wird nötig; man baut es grösser und mit glattem Rumpf und erhält so die Buis (Heringbüse). Länge 52 Fuss, Breite 13 Fuss, Tiefe 8 Fuss. Dieses Schiff hat eine grössere Tragfähigkeit als die « Pink ». (WITSEN S. 167).
Seit dem Ende des 15. Jahrhunderts zählt man in Enkhuizen schon 400 bis 500 « Haringbuizen » und man findet damals vierzig sog. « Grotschippers » (Grosse Fischerboote), die 20 bis 120 Last laden können. (KOENEN S. 78). I. J. 1590 fahren 350 Buizen (Büsen) auf den Heringsfischfang, während am Anfang des 17. Jahrhunderts 3000 holländische Buizen den Fischfang in der Nordsee besorgen (1609); im Jahre 1601 beträgt ihre Zahl noch nicht 1500 (GROEN VAN PRINSTERER, Handb., § 100; KOENEN S. 156). Diese 3000 Schiffe, sagt Koenen, haben 50000 Mann Besatzung, während diese Flotte 9000 grössere Fahrzeuge und 150.000 Mann zu Wasser und zu Lande erfordert, um die Fische zu verpacken und zu befördern. Man rechnet, dass 20 « Haringbuizen » (Heringsbüsen) 8000 Personen beschäftigen.
Am Anfang des 17. Jahrhunderts durchfährt eine Flotte von 1500 Büsen hin und zurück dreimal die Durchfahrt von Texel. Es ist also nicht zu verwundern, dass die Abfahrt der Fischereiflotte ein sehr wichtiges Ereignis ist. Noch heutzutage spricht man von dem wohlbekannten « Buisjesdag » (Tag der Büsen).
Als zur Zeit des zweiten Krieges mit England der Heringsfang auf der Nordsee unterbrochen ist, und die Fischer auf der Zuiderzee arbeiten, gelingt es einigen von ihnen noch, im Laufe eines Monats 800 Last (1600 t) Heringe zu fangen, aus denen 15.620 Gulden gelöst werden. Eine grosse Zahl von Verordnungen betreffend den Fischfang erscheinen (1611, 12, 20, auch 29).
So liest man:
« Niemand vermag zijn roor en klaer houden zoodat daer metten aen zoude kunnen hechten » (Niemand darf sein Steuerruder so halten, dass er an den Netzen hängen bleibt). Anderswo heisst es: « Die niet en vischt vermag niet onder de visschers te drijven ». (Wer nicht fischt, darf nicht mit den Fischern fahren), während gleichzeitig bestimmt wird, dass jeder seine Netze mit seinem Namen zu versehen hat, um sie kenntlich zu machen.
Die Stärke der Mannschaft und der Bestückung ist ebenfalls Gegenstand von Bestimmungen, was zu jener Kriegeszeit wohl nötig ist.
Ein « Noortsvaerder » von 70-80 Last und eine Büse von mehr als 24 Last sollen wenigstens 2 « Gotelingen » (kleine Kanonen) führen. Diese Stücke findet man noch oft auf alten Stichen. An Tapferkeit fehlt es den Fischern übrigens nicht. DE JONGE (Bd. I S. 182) gibt davon ein Beispiel, in dem er den Zusammenstoss eines Engländers mit einem Fischer aus Vlieland zwischen dem Skagerrack und der Doggersbank erzählt:
« Kaum sind sie einander näher gekommen, als die Engländer in Ermangelung andrer Waffen beginnen, mit grossen Steinen zu werfen. Die Holländer erwidern, indem sie mit Brennholz werfen. Dieser wenig mörderische Kampf langweilt die mutigen Holländer. Sie entern das feindliche Fahrzeug, springen mit dem Messer im Munde hinauf, unter Führung ihres mutigen Steuermannes Jonge Rees, treiben die Engländer in das Innere, vernageln es und kehren mit dem kleinen Fahrzeug triumphierend nach Amsterdam zurück, wo der tapfere Führer eine goldene Medaille erhält und die ganze Mannschaft das erbeutete Schiff und andere Belohnungen empfängt ».
Ausgangs des 18. Jahrhunderts und am Anfang des 19. Jahrhunderts ist unsere Fischereiflotte stark gefährdet. Die Mitte des 19. Jahrhunderts bringt kaum Besserung. Während man i. J. 1843 noch 128 Fischereifahrzeuge zählt, fällt diese Zahl i. J. 1852 schon auf 93 (KOENEN S. 156). Glücklicherweise macht sich am Ende des 19. Jahrhunderts ein Aufschwung bemerkbar, und i. J. 1905 zählt unsere Flotte wieder 724 Schiffe. Die Erneuerung beginnt i. J. 1891, wie sich dies aus der nachstehenden Übersicht erkennen lässt. Die grosse Verbesserung der Verkehrsmittel vermehrte die Nachfrage nach Fischen als Volksnahrungsmittel; (s. z. B. die Antrittsrede des Professors E. Vosnack in Delft; Nieuwe Rotterdamsche Courant, 11. Oktober 1906, 1. Blatt A.) während eine sorgfältigere Verpackung mit Eis jetzt die Beförderung der Fische auf grössere Entfernungen gestattet.
Deshalb hat man hier mit neuem Eifer dem Fang des Kabeljaus und des Schellfisches obgelegen (A. HOOGENDIJK, De Grootvischerij 1895, S. 47), und das Gewerbe ist noch einträglicher geworden, als man es mit dem Heringsfang verband.
Der Fang des Herings erfordert ein mässig grosses Schiff, denn das Fahrzeug darf nicht zu stark an den Fischereigeräten ziehen. Der Winterfischfang dagegen erfordert ein festes und schnelles Schiff, denn es muss bei jedem Wetter brauchbar sein.
Daraus folgt, dass zur Verbindung beider ein neues Schiff erforderlich wird, das die abweichenden Anforderungen zu befriedigen vermag und durch das natürlich die alten Type sicher verdrängt werden. Je schneller das Fahrzeug ist, je grösser ist die Zahl der Fahrten und um so frischer ist der Fisch, den man bringt.
Andrerseits kann man mit einem schnellen Fahrzeug die fischreichen Gegenden aufsuchen, und es ist nicht zu verwundern, dass man ganz wie in England auch bei uns Dampfschiffe in Dienst stellt, nachdem die Logger, Kutter und Schaluppen vorhergegangen waren. Das erste Dampfschiff erscheint 1897, und seitdem ist die Zahl gestiegen. Die englische Fischereiflotte zählt gegenwärtig nicht weniger als 1600 Dampfschiffe für die Grossfischerei.
|
Zusammensetzung der holländischen Fischerei-Flotte
mit
Ausnahme der Bommen von 1867 bis 1905. |
|||||||
|
JAHR
|
BUJER
|
SCHA-
LUPPEN |
DAMPF-
SCHIFFE |
MOTOR-
FAHR- ZEUGE |
LOGGER
KUTTER UND LOGGER- BOMMEN |
ZUSAMMEN
|
BEMERKUNGEN
|
|
1867
|
85
|
—
|
—
|
4
|
89
|
Im Jahre 1867 wird der erste französische Logger
eingestellt.
|
|
|
1868
|
80
|
—
|
—
|
11
|
91
|
||
|
1869
|
79
|
—
|
—
|
28
|
107
|
||
|
1870
|
69
|
—
|
—
|
51
|
120
|
||
|
1871
|
45
|
13
|
—
|
—
|
64
|
122
|
|
|
1872
|
30
|
14
|
—
|
—
|
64
|
108
|
|
|
1873
|
23
|
11
|
—
|
—
|
68
|
102
|
|
|
1874
|
20
|
11
|
—
|
—
|
83
|
114
|
|
|
1875
|
14
|
11
|
—
|
—
|
90
|
115
|
|
|
1876
|
6
|
11
|
—
|
—
|
92
|
109
|
|
|
1877
|
8
|
11
|
—
|
—
|
94
|
113
|
|
|
1878
|
7
|
11
|
—
|
—
|
109
|
127
|
|
|
1879
|
4
|
10
|
—
|
—
|
114
|
128
|
|
|
1880
|
3
|
9
|
—
|
—
|
121
|
133
|
|
|
1881
|
2
|
9
|
—
|
—
|
127
|
138
|
|
|
1882
|
2
|
8
|
—
|
—
|
135
|
143
|
|
|
1883
|
2
|
8
|
—
|
—
|
144
|
154
|
|
|
1884
|
2
|
8
|
—
|
—
|
159
|
169
|
|
|
1885
|
2
|
8
|
—
|
—
|
174
|
184
|
|
|
1886
|
1
|
8
|
—
|
—
|
181
|
190
|
|
|
1887
|
—
|
7
|
—
|
—
|
189
|
196
|
|
|
1888
|
—
|
8
|
—
|
—
|
186
|
194
|
|
|
1889
|
—
|
8
|
—
|
—
|
186
|
194
|
|
|
1890
|
—
|
7
|
—
|
—
|
189
|
196
|
|
|
1891
|
—
|
7
|
—
|
—
|
199
|
206
|
|
|
1892
|
—
|
9
|
—
|
—
|
212
|
221
|
|
|
1893
|
—
|
11
|
—
|
—
|
213
|
224
|
|
|
1894
|
—
|
13
|
—
|
—
|
213
|
227
|
|
|
1895
|
—
|
17
|
—
|
—
|
216
|
233
|
|
|
1896
|
—
|
24
|
—
|
—
|
245
|
269
|
|
|
1897
|
—
|
30
|
1
|
—
|
252
|
283
|
Im Jahre 1897 wird das erste Dampfschiff in Dienst
gestellt.
|
|
1898
|
—
|
36
|
1
|
—
|
258
|
295
|
|
|
1899
|
—
|
40
|
2
|
—
|
269
|
311
|
|
|
1900
|
—
|
46
|
3
|
—
|
275
|
324
|
|
|
1901
|
—
|
47
|
7
|
1
|
300
|
355
|
|
|
1902
|
—
|
52
|
25
|
1
|
327
|
405
|
|
|
1903
|
—
|
58
|
44
|
1
|
410
|
513
|
|
|
1904
|
—
|
58
|
44
|
1
|
432
|
535
|
|
|
1905
|
—
|
48
|
38
|
1
|
425
|
512
|
|
|
Übersicht über die verschiedenen Schiffstype während
der letzten
10 Jahre sowie über die Grösse der Flotte zum Heringsfang. |
|||||||
|
JAHR
|
LOGGER
KUTTER SCHALUP- PEN |
DAMPF-
SCHIFFE |
MOTOR-
FAHR- ZEUGE |
LOGGER-
BOMMEN |
BOMMEN
|
ZUSAM-
MEN |
BEMERKUNGEN
|
|
1896
|
269
|
—
|
—
|
—
|
324
|
593
|
Siehe Bericht über den Seefischfang S. 149
von 1905.
|
|
1897
|
282
|
1
|
—
|
—
|
325
|
608
|
|
|
1898
|
294
|
1
|
—
|
—
|
320
|
615
|
|
|
1899
|
309
|
2
|
—
|
—
|
303
|
614
|
|
|
1900
|
320
|
3
|
—
|
1
|
289
|
612
|
|
|
1901
|
346
|
7
|
1
|
1
|
279
|
634
|
|
|
1902
|
377
|
25
|
1
|
2
|
271
|
676
|
|
|
1903
|
463
|
44
|
1
|
5
|
268
|
781
|
|
|
1904
|
484
|
44
|
1
|
6
|
239
|
774
|
|
|
1905
|
467
|
38
|
1
|
6
|
212
|
724
|
|
Wir wollen uns jedoch noch etwas mit der Büse beschäftigen, bevor wir die Beschreibung der modernen Type beginnen.
Die im 15. Jahrhundert entstandene Büse bleibt das Heringsfischereifahrzeug bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts, wo sie vollständig verschwindet. Wenn es i. J. 1832 noch 120 Büsen gibt (Vlaardingen 78, Maassluis 18, Delfshaven 1, Zwartewaal 3, Entshuizen 5, De Rijp 5 und Amsterdam 10; siehe LE COMTE S. 46.) so werden i. J. 1867 keine mehr erwähnt. Das ist das Jahr, in dem der französische Logger in Betrieb genommen wird. Die Büse wird ausschliesslich für den Heringsfang verwendet. Wenn dieser stilliegt, wird sie abgetakelt.
Obwohl die Büsen volle Formen hatten, besassen sie einen Kiel und suchten Schutz in den verschiedenen Häfen. Diese Schiffe können nicht auf den Strand gesetzt werden. Sie hatten etwa 22 m Länge, 6 m Breite und 3 m Tiefe. Ihre Grössenverhältnisse sind ebenfalls allmählich gewachsen. (VAN YK gibt auf S. 310 7 rheinische Fuss als Tiefe an.)
Die Takelung bestand anfangs aus 3 Masten, von denen die beiden ersten niedergelegt werden konnten und ein grosses Segel hielten. Später, am Ende des 17. Jahrhunderts, ändert man die Takelung, und die Büsen erhalten solche wie die « Huker ». Die Änderungen ergeben sich deutlich aus den alten Abbildungen. Die Büse hatte eine « Statie ».
DER KWEE UND DIE HUKERBÜSE.
Am Ende des 18. oder am Anfang des 19. Jahrhunderts haben die Abmessungen der Büsen zugenommen; die Statie verschwindet, und der Fischkasten tritt in Erscheinung. Diese Schiffe heissen nach HOOGENDIJK (S. 59) Kwee. Da die Büse ausdrücklich dem Heringsfang dient, so hat sie keinen Fischkasten.
Die wie ein Huker getakelte Büse heisst auch « Hoekerbuis » (Hukerbüse). Was HOOGENDIJK in seinem interessanten Buch von der Grossfischerei über den Ursprung des Hukers erzählt, ist nicht ganz genau. Nach ihm (S. 59) ist der Huker durch Fortfall der Statie aus der Hukerbüse entstanden. Nach WITSEN und VAN YK sollen die Huker schon in der ältesten Zeit vorhanden gewesen sein und lange vor dem Auftauchen der Hukerbüse.
DER HUKER.
Der Huker tritt also zuerst parallel mit der Büse auf, und seine Formen weichen nicht sehr davon ab. Andrerseits beweist die Anbringung der Hukertakelung auf der Büse, dass der Huker schon zur selben Zeit vorhanden ist wie die Büse.
Der Huker ist ein stark abgerundetes Schiff mit Fischkasten, das viel Krümmung zeigt. Der Name kann nicht von der Form herkommen, sondern eher von einem Fischereigerät, dem Hoek (eiserner Haken zum Fischfang), der zum Fangen des Kabeljaus und des Schellfisches verwendet wird; da man aber von der Büse früher spricht als von dem Huker, so muss man folgern, dass dieser später in Gebrauch gekommen ist, d. h. dass man sich später mit dem Fang des Kabeljaus im Grossen befasst hat. Man weiss nicht, wann Fischkästen in Aufnahme gekommen sind. Es ist indessen sehr wahrscheinlich, dass sie sehr alt sind, obwohl es möglich ist, dass man sie erst später bei der Grossfischerei benutzt hat.
DER HERINGSJÄGER UND DER BÜSENBEGLEITER.
Der Huker wird nicht allein als Fischerei-Fahrzeug gebraucht, sondern auch als « Haringjager » (Heringsjäger), d. h. als Schiff zum Abholen der ersten Heringe, die von der Flotte gefangen sind.
Man hat den Huker auch als Buisconvoyers (Begleitschiffe für die Heringsbüsen) verwendet. Er war dann mit mehreren Kanonen ausgerüstet, um die Büsen gegen den Feind verteidigen zu können. Verschiedene Umstände haben zum völligen Verschwinden der Büse und des Hukers beigetragen. Es sind dies die immer strengeren Anforderungen, die an diese Schiffahrt gestellt werden, die Verbindung des Heringsfanges mit dem des Kabeljaus und des Schellfisches auf ein- und demselben Schiff, die Einführung der Baumwollnetze, die weniger wiegen, so dass das Auslegen der Netze auf dem Schiffe selbst von geringerer Bedeutung ist. Alle diese Gründe führen zur Herstellung schmaler Schiffe, so dass es im Jahre 1886 nur noch einen Huker gegen 8 Schaluppen und 181 Logger gibt. Die Schaluppe ebenso wie der Logger, dem sie vorangeht, sind aus Frankreich zu uns gekommen.
DIE SCHALUPPE.
Die « Sloep » (Slup oder Schaluppe), die zunächst einen Mast mit einem grossen Segel mit Giekbaum und einen Spiegel hatte (HOOGENDIJK, S. 61), ist in Middelharnis, Zwarte Waal und Pernis in Betrieb genommen und hat daher besonders den Namen Pernissersloep (Slup von Pernis) erhalten.
Die schwere und umständliche Takelung des einzigen Mastes wird jedoch schnell durch die Loggertakelung ersetzt, während der Spiegel bei den neueren Schaluppen verschwindet, wodurch der Hauptunterschied zwischen den beiden Typen verwischt wird.
Die Schaluppe hat einen Fischkasten und wird zur Beförderung der lebenden Fische verwandt, während man sie auch zum Heringsfang benutzen kann, wenn sie einen Fockmast hat, der niedergelegt werden kann.
Mit Rücksicht besonders auf die grosse Heringsfischerei, sagt HOOGENDIJK (S. 55), fanden die neuen Schaluppentype nicht den Beifall der Bevölkerung. Ihre grosse Ladefähigkeit liess befürchten, dass sie für den Heringsfang zu schwer sein würden. Diese Ladefähigkeit erreicht 40 Last, wohingegen die Durchschnittsladefähigkeit der Heringsfänger nur 25 bis 30 Last beträgt, abgesehen von der grossen Zahl von Fahrzeugen, die nur 16 bis 20 Last tragen.
Diese Furcht hat sich indessen als unbegründet erwiesen. Die schlankere Form dieses Schiffes bietet dem Winde weniger Angriffsfläche als die der alten Type und macht es demnach hinsichtlich der Schiffahrt überlegen. Heut wird niemand mehr daran denken, die alten « Büsen » und « Huker » den modernen Schiffen « Logger » und « Schaluppe » vorzuziehen.
DER LOGGER.
Der « Logger » ist gleichfalls ein Schiff von schlanker Gestalt und französischen Ursprungs. Die Bauart des Schiffes, das keinen Fischkasten hat, ergibt sich genügend aus den Zeichnungen. Die Takelung besteht aus zwei Masten. Der grosse Mast, auf ⅓ der Länge, kann niedergelegt werden. Die vorn ausgelegten Netze werden seitlich eingezogen.