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Der Untergang des Abendlandes, Zweiter Band cover

Der Untergang des Abendlandes, Zweiter Band

Chapter 105: 8
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About This Book

A comparative morphology of civilizations is developed, treating cultures as living organisms that pass through birth, flowering, aging, and decline. The work surveys major cultural types and traces how landscape, urban forms, language, racial characteristics, and religious attitudes shape each culture's character and historical trajectory. Detailed chapters analyze cities, legal orders, state structures, and political leadership, arguing that changing forms of authority and class relations determine historical momentum. Economy and technology receive sustained attention: money, accounting methods, and machinery are portrayed as forces that transform social life and hasten transitions between economic and political regimes. Close readings of religious styles and intercultural influences show how doctrinal forms and legal practices affect cultural persistence and decay.

8

Aber ebenso titanisch ist nun der Ansturm des Geldes auf diese geistige Macht. Auch die Industrie ist noch erdverbunden wie das Bauerntum. Sie hat ihren Standort und ihre dem Boden entströmenden Quellen der Stoffe. Nur die Hochfinanz ist ganz frei, ganz ungreifbar. Die Banken und damit die Börsen haben sich seit 1789 am Kreditbedürfnis der ins Ungeheure wachsenden Industrie zur eigenen Macht entwickelt und sie wollen, wie das Geld in allen Zivilisationen, die einzige Macht sein. Das uralte Ringen zwischen erzeugender und erobernder Wirtschaft erhebt sich zu einem schweigenden Riesenkampf der Geister, der auf dem Boden der Weltstädte ausgefochten wird. Es ist der Verzweiflungskampf des technischen Denkens um seine Freiheit gegenüber dem Denken in Geld.⁠[681]

Die Diktatur des Geldes schreitet vor und nähert sich einem natürlichen Höhepunkt, in der faustischen wie in jeder andern Zivilisation. Und nun geschieht etwas, das nur begreifen kann, wer in das Wesen des Geldes eingedrungen ist. Wäre es etwas Greifbares, so wäre sein Dasein ewig; da es eine Form des Denkens ist, so erlischt es, sobald es die Wirtschaftswelt zu Ende gedacht hat, und zwar aus Mangel an Stoff. Es drang in das Leben des bäuerlichen Landes ein und setzte den Boden in Bewegung; es hat jede Art von Handwerk geschäftlich umgedacht; es dringt heute siegreich auf die Industrie ein, um die erzeugende Arbeit von Unternehmern, Ingenieuren und Ausführenden gleichmäßig zu seiner Beute zu machen. Die Maschine mit ihrer menschlichen Gefolgschaft, die eigentliche Herrin des Jahrhunderts, ist in Gefahr, einer stärkeren Macht zu verfallen. Aber damit steht das Geld am Ende seiner Erfolge, und der letzte Kampf beginnt, in welchem die Zivilisation ihre abschließende Form erhält: der zwischen Geld und Blut.

Die Heraufkunft des Cäsarismus bricht die Diktatur des Geldes und ihrer politischen Waffe, der Demokratie. Nach einem langen Triumph der weltstädtischen Wirtschaft und ihrer Interessen über die politische Gestaltungskraft erweist sich die politische Seite des Lebens doch als stärker. Das Schwert siegt über das Geld, der Herrenwille unterwirft sich wieder den Willen zur Beute. Nennt man jene Mächte des Geldes Kapitalismus⁠[682], und Sozialismus den Willen, über alle Klasseninteressen hinaus eine mächtige politisch-wirtschaftliche Ordnung ins Leben zu rufen, ein System der vornehmen Sorge und Pflicht, die das Ganze für den Entscheidungskampf der Geschichte in fester Form hält, so ist das.zugleich ein Ringen zwischen Geld und Recht.⁠[683] Die privaten Mächte der Wirtschaft wollen freie Bahn für ihre Eroberung großer Vermögen. Keine Gesetzgebung soll ihnen im Wege stehen. Sie wollen die Gesetze machen, in ihrem Interesse, und sie bedienen sich dazu ihres selbstgeschaffenen Werkzeugs, der Demokratie, der bezahlten Partei. Das Recht bedarf, um diesen Ansturm abzuwehren, einer vornehmen Tradition, des Ehrgeizes starker Geschlechter, der nicht im Anhäufen von Reichtümern, sondern in den Aufgaben echten Herrschertums jenseits aller Geldvorteile Befriedigung findet. Eine Macht läßt sich nur durch eine andere stürzen, nicht durch ein Prinzip, und es gibt dem Geld gegenüber keine andere. Das Geld wird nur vom Blut überwältigt und aufgehoben. Das Leben ist das erste und letzte, das kosmische Dahinströmen in mikrokosmischer Form. Es ist die Tatsache innerhalb der Welt als Geschichte. Vor dem unwiderstehlichen Takt der Geschlechterfolgen schwindet zuletzt alles hin, was das Wachsein in seinen Geisteswelten aufgebaut hat. Es handelt sich in der Geschichte um das Leben und immer nur um das Leben, die Rasse, den Triumph des Willens zur Macht, und nicht um den Sieg von Wahrheiten, Erfindungen oder Geld. Die Weltgeschichte ist das Weltgericht: Sie hat immer dem stärkeren, volleren, seiner selbst gewisseren Leben Recht gegeben, Recht nämlich auf das Dasein, gleichviel ob es vor dem Wachsein recht war, und sie hat immer die Wahrheit und Gerechtigkeit der Macht, der Rasse geopfert und die Menschen und Völker zum Tode verurteilt, denen die Wahrheit wichtiger war als Taten, und Gerechtigkeit wesentlicher als Macht. So schließt das Schauspiel einer hohen Kultur, diese ganze wundervolle Welt von Gottheiten, Künsten, Gedanken, Schlachten, Städten wieder mit den Urtatsachen des ewigen Blutes, das mit den ewig kreisenden kosmischen Fluten ein und dasselbe ist. Das helle, gestaltenreiche Wachsein taucht wieder in den schweigenden Dienst des Daseins hinab, wie es die chinesische und römische Kaiserzeit lehren; die Zeit siegt über den Raum, und die Zeit ist es, deren unerbittlicher Gang den flüchtigen Zufall Kultur auf diesem Planeten in den Zufall Mensch einbettet, eine Form, in welcher der Zufall Leben eine Zeitlang dahinströmt, während in der Lichtwelt unserer Augen sich dahinter die strömenden Horizonte der Erdgeschichte und Sternengeschichte auftun.

Für uns aber, die ein Schicksal in diese Kultur und diesen Augenblick ihres Werdens gestellt hat, in welchem das Geld seine letzten Siege feiert und sein Erbe, der Cäsarismus, leise und unaufhaltsam naht, ist damit in einem eng umschriebenen Kreise die Richtung des Wollens und Müssens gegeben, ohne das es sich nicht zu leben lohnt. Wir haben nicht die Freiheit, dies oder jenes zu erreichen, aber die, das Notwendige zu tun oder nichts. Und eine Aufgabe, welche die Notwendigkeit der Geschichte gestellt hat, wird gelöst, mit dem einzelnen oder gegen ihn.

Ducunt fata volentem, nolentem trahunt.

Ende.

[671] Die „Richtigkeit“ physikalischer Kenntnisse, d. h. ihre bis zum Augenblick durch keine Erscheinung widerlegte Anwendbarkeit als „Deutung“, ist ganz unabhängig von ihrem technischen Werte. Eine sicherlich falsche und in sich widerspruchsvolle Theorie kann für die Praxis wertvoller sein als eine „richtige“ und tiefe, und die Physik hütet sich längst, die Worte falsch und richtig im populären Sinne überhaupt auf ihre Bilder statt auf die bloßen Formeln anzuwenden.

[672] Was Diels, „Antike Technik“, zusammengetragen hat, ist ein umfangreiches Nichts. Zieht man ab, was noch der babylonischen Zivilisation angehört wie die Sonnen- und Wasseruhren, oder schon der arabischen Frühzeit wie die Chemie und die Wunderuhr von Gaza, oder was in jeder andren Kultur durch seine bloße Anführung beleidigen würde wie die Arten der Türverschlüsse, so bleibt kein Rest.

[673] Die chinesische Kultur hat fast alle abendländischen Erfindungen auch gemacht — darunter Kompaß, Fernrohr, Buchdruck, Schießpulver, Papier, Porzellan — aber der Chinese schmeichelt der Natur etwas ab, er vergewaltigt sie nicht. Er empfindet wohl den Vorteil seines Wissens und macht Gebrauch davon, aber er stürzt sich nicht darauf, um es auszubeuten.

[675] Es ist derselbe Geist, der den Geschäftsbegriff der Juden, Parsen, Armenier, Griechen, Araber von dem der abendländischen Völker unterscheidet.

[676] S. 370. Albertus Magnus lebte in der Sage als der große Zauberer fort. Roger Bacon hat über Dampfmaschine, Dampfschiff und Flugzeug nachgedacht. (F. Strunz, Die Gesch. der Naturwiss. im Mittelalter [1910], S. 88.)

[679] Das griechische Feuer will nur erschrecken und zünden; hier aber wird die Spannkraft der Explosionsgase in Bewegungsenergie umgesetzt. Wer das ernsthaft vergleicht, der versteht den Geist abendländischer Technik nicht.

[680] Marx hat ganz recht: es ist eine und zwar die stolzeste Schöpfung des Bürgertums, aber er, der ganz im Banne des Schemas Altertum — Mittelalter — Neuzeit denkt, hat nicht bemerkt, daß es nur das Bürgertum einer einzigen Kultur ist, von dem das Schicksal der Maschine abhängt. Solange es die Erde beherrscht, versucht jeder Nichteuropäer das Geheimnis dieser furchtbaren Waffe zu ergründen, aber innerlich lehnt er sie trotzdem ab, der Japaner und Inder wie der Russe und Araber. Es ist tief im Wesen der magischen Seele begründet, daß der Jude als Unternehmer und Ingenieur der eigentlichen Schöpfung von Maschinen aus dem Wege geht und sich auf die geschäftliche Seite ihrer Herstellung legt. Aber ebenso blickt der Russe mit Furcht und Haß auf diese Tyrannei der Räder, Drähte und Schienen, und wenn er sich heute und morgen auch der Notwendigkeit fügt, so wird er einst das alles aus seiner Erinnerung und seiner Umgebung streichen und eine ganz andere Welt um sich errichten, in der es nichts von dieser teuflischen Technik mehr gibt.

[681] Dies gewaltige Ringen einer sehr kleinen Zahl stahlharter Rassemenschen von ungeheurem Verstand, wovon der einfache Städter weder etwas sieht noch versteht, läßt, von fern betrachtet, welthistorisch also, den bloßen Interessenkampf zwischen Unternehmertum und Arbeitersozialismus zur flachen Bedeutungslosigkeit herabsinken. Die Arbeiterbewegung ist, was ihre Führer aus ihr machen, und der Haß gegen die Inhaber der industriellen Führerarbeit hat sie längst in den Dienst der Börse gestellt. Der praktische Kommunismus mit seinem „Klassenkampf“, einer heute längst veralteten und unecht gewordnen Phrase, ist nichts als ein zuverlässiger Diener des Großkapitals, das ihn wohl zu benützen weiß.

[682] Zu dem die Interessenpolitik der Arbeiterparteien auch gehört, denn sie wollen die Geldwerte nicht überwinden, sondern besitzen.

OSWALD SPENGLER

Der Untergang des Abendlandes

Umrisse einer Morphologie der Weltgeschichte

Erster Band: Gestalt und Wirklichkeit

33.–42. Auflage (Endgültige Fassung) erscheint Ende 1922

An dem Grundgedanken des ersten Bandes hat der Verfasser in der Ausgabe endgültiger Fassung nichts geändert. Nur die gesamte Darstellung ist straffer geworden, die Formenwelt anderer Kulturen, z. B. der chinesischen, sowie neue wertvolle Tatsachen zur Stütze seiner These vom „Untergang des Abendlandes“ sind vom Verfasser hineingearbeitet.

„Das Spengler’sche Buch ist kein zufälliges Buch. Es ist selbst das Schicksalsbuch unseres ganzen Zeitalters. Wir werden uns immer mit ihm auseinanderzusetzen haben, ob wir nun seine Schlußfolgerungen anerkennen, oder ob wir sie bestreiten. Und wir werden es nicht wie mit einem Buche tun, das auch ungeschrieben hätte bleiben können, sondern wie mit einem Ereignis, das wir nicht zu umgehen vermögen. So sehr ist es die Erfüllung jenes Versprechens, das der zweite Unzeitgemäße gab, als er die Geschichte auf ihren Nutzen und ihren Nachteil untersuchte: nur soweit die Historie dem Leben dient, wollen wir ihr dienen.“ Moeller van den Bruck (Deutsche Rundschau).

Der Inhalt dieser Schrift gehört in das Gedankengefüge des zweiten Bandes. Der Verfasser hatte ihn Ende 1919 erweitert als Broschüre veröffentlicht. Erst im Zusammenhang des Ganzen wird die Tragweite der Ideen Spenglers in dieser Schrift in größerem Maße sichtbar. Er hat im zweiten Bande auch selbst wiederholt auf „Preußentum und Sozialismus“ hingewiesen.

„Auf dies neueste Buch Spenglers möchte ich hinweisen, da ich es für ›aktueller‹ halte als die Enthüllungen, Prozesse, Steuerprojekte alle, die uns sonst beschäftigen müssen. Sie sind Papier, dies Buch ist Leben. Denn Spengler weist einen Weg aus der Wirrnis, die uns umdornt, den Weg, auf dem die stärksten Mächte unseres Volkstums, Preußentum und Sozialismus, sich finden könnten.“ Fritz Endres (München-Augsburger Abendzeitung). — „Preußentum und Sozialismus ist ein eminent geschichtliches Buch; es ist mehr als Betrachtung. Auf einem großen und kühnen Durchblick durch die Geschichte beruhend, wirkt es als Aufruf, willensvoll und leidenschaftlich, ein politisches Buch von schwer übersehbarer Tragweite.“ Gerhard Günther (Hochschule).


C. H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung Oskar Beck München

Der Streit um Spengler

Kritik seiner Kritiker

Von Manfred Schröter

VIII, 168 Seiten. M 250.—. Soeben erschienen.

EIN DOKUMENT UNSERER ZEIT

Der Ertrag des erbitterten Streites um Spenglers I. Band, der eine Flut von Presseartikeln, Vorträgen, Aufsätzen, Gegenschriften hervorgerufen hat, wie sie in Deutschland seit langem nicht mehr beobachtet ist, wird hier von MANFRED SCHRÖTER, einem Freunde und Jünger WILH. DILTHEYS, in die Scheuer gebracht. Ohne Rücksicht auf SPENGLER oder auf Rang und Namen seiner Kritiker, in schönem inneren Gleichgewicht, hat er freimütig und völlig unabhängig, oft nicht ohne einen gütigen Humor das kritische Geschäft vollendet und uns ein Buch geschenkt, das Rang und Dauerwert hat, ein geistesgeschichtliches, wissenschaftskritisches und kulturphilosophisches Dokument, das die letzten philosophischen und metaphysischen Grundlagen und Tendenzen Spenglers aufdeckt. Das meisterhaft und fesselnd geschriebene Buch ist zugleich EIN ZUVERLÄSSIGES KOMPENDIUM DER SPENGLERLITERATUR.

Oswald Spengler und das Christentum

Zwei kritische Aufsätze. Von D. Karl Heim und D. Rich. H. Grützmacher. M. 70.—

Inhalt: Die religiöse Bedeutung des Schicksalsgedankens bei Oswald Spengler von KARL HEIM. — Die christliche Weltanschauung und die Geschichtsphilosophie Oswald Spenglers von RICH. H. GRÜTZMACHER.

ERNST DROEM

Gesänge Mit einer Einführung von OSWALD SPENGLER. 1920

Ex Tenebris Gedichte. 1921

Guter Mond Gedichte. 1922.

Jeder Band gebunden M 180.—

Der Dichter Droem ist im ersten Band von Spenglers „Untergang des Abendlandes“ wiederholt genannt und stets in Verbindung mit Dichtern einer späten Großstadtkultur. Die bis jetzt veröffentlichten drei Bände stellen drei verschiedene Stadien aus dem Schaffen dieses Dichters dar. „Ex Tenebris“ enthält die Gedichte der Frühzeit, um 1900 entstanden. „Gesänge“ wurde etwa acht Jahre später geschaffen. „Guter Mond“ bietet die Schöpfungen Droems aus den Jahren 1917-1920 dar.


C. H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung Oskar Beck München

FORSCHUNGS-INSTITUT FÜR KULTURMORPHOLOGIE

An der Spitze des Instituts stehen LEO FROBENIUS und OSWALD SPENGLER. Geschaffen ist es in 25jähriger zäher Arbeit von Leo Frobenius und knüpft seine Arbeit an das beste Gedankengut Goethes und Herders an. Im unterzeichneten Verlage sind folgende Werke erschienen oder im Erscheinen:

Erschienen ist die Einführungsschrift in die Gedankenwelt von

LEO FROBENIUS

Paideuma

Umrisse einer Kultur- und Seelenlehre

VI, 125 Seiten 8°. M 150.—

„Das Buch gibt eine Fülle wertvoller Anregungen und erschließt ganz neue Gesichtspunkte für die Geschichte der Menschheitskultur. In gut gewählten Beispielen läßt uns der Verfasser Einblicke tun in die reichen Schätze seiner völkerkundlichen Beobachtungen, die er in langjährigen, mühevollen Forschungen namentlich in Afrika gesammelt hat. Sie lassen uns mit Spannung seinen weiteren Veröffentlichungen entgegensehen.“ Literar. Zentralblatt.

Ferner erscheint:

Atlas Africanus

Belege zur Morphologie der afrikanischen Kulturen

Herausgegeben von

LEO FROBENIUS und RITTER v. WILM

Das von Gelehrten wie Ankermann, Meinhoff, Obermayr, Sven v. Hedin, Stuhlmann, Frhr. v. Nordenskjöld gleich bei seinem Erscheinen begrüßte Werk erscheint in Lieferungen zu je 5-6 Karten. Es ist ein für die Arbeiten der Ethnographie, Prähistorie, Kulturgeschichte wichtiges Unternehmen, da es ganz neue Wege, die Einzelergebnisse dieser Wissenschaftszweige auszuwerten, einschlägt. Jährlich erscheinen 4 Lieferungen. 2 Lieferungen sind erschienen.

Ein ausführlicher Prospekt kostenfrei.

Im Lauf des Herbstes 1922 wird erscheinen:

Das unbekannte Afrika

Aufhellung der Kultur eines mystischen Erdteils

185 Tafeln mit 10 Bogen Text in 4°

„Die Entwicklung der inneren afrikanischen Stämme wird für uns etwas immer Fremderes und Größeres, je mehr wir sie kennen lernen,“ so schrieb Geh.-Rat E. Troeltsch in einem Aufsatz in Schmollers Jahrbüchern 1920. Leo Frobenius wird mit diesem Afrikawerk den heute von den meisten noch geringschätzig und als bloße Kolonialdomäne behandelten Erdteil in einer Fülle prähistorischer, historischer, kultur- und kunstwissenschaftlicher Denkmäler und Zeugnisse zeigen, so daß das Wort von Troeltsch eine von diesem selbst kaum geahnte Bestätigung finden wird.

Illustrierte Prospekte bei Erscheinen des Werkes.


C. H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung Oskar Beck München

Kommentar zum Neuen Testament aus Talmud und Midrasch

Von Hermann L. Strack und Paul Billerbeck

Erster Band: Das Evangelium nach Matthäus

Erläutert aus Talmud und Midrasch

VIII, 1055 Seiten Lex. 8°. Geheftet M 900.—, Ausland: 25 Schweizer Fr.⁠*). Gebunden M 1300.—, Ausland: 30 Schweizer Fr.*). In Halbleder gebunden etwa M 2000.—, Ausland: etwa 40 Schweizer Fr.*). Soeben erschienen

Unser Verlag tritt hier mit dem 1. Bande eines monumentalen Werkes hervor, das mit Unterstützung opferwilliger Freunde in den neutralen Staaten, in England und den U.S.A. veröffentlicht werden kann. Seit 16 Jahren arbeiten die beiden Herausgeber daran, den gesamten der Erläuterung des Neuen Testaments dienenden Stoff aus dem Talmud, den Midraschim, dem Philo und Josephus, den Apokryphen und Pseudepigraphen zu sammeln und in zuverlässiger Übersetzung bequem zugänglich zu machen, ein Unternehmen, dem unter den lebenden Semitisten wohl nur H. L. Strack und P. Billerbeck gewachsen sind. Der Glaube, die Anschauungen und das Leben der Juden in der Zeit Jesu und der ältesten Christenheit werden hier objektiv dargelegt.

Das Werk wird in vier Bänden erscheinen, deren I. Band — das Matthäus-Evangelium — jetzt fertig ist. Band II wird Markus, Lukas, Johannes und die Apostelgeschichte umfassen, Band III die Briefe und die Offenbarung Johannis, Band IV bringt Abhandlungen zur neutestamentlichen Theologie und Archäologie. Der II. Band wird noch im Laufe dieses Sommers zum Druck befördert werden. Der Umfang von Band II-IV wird etwa je 40 Bogen nicht überschreiten. Ein ausführlicher Prospekt steht zur Verfügung.

*) Von der Außenhandelsnebenstelle lt. § 7 der Verkaufsordnung für Auslandlieferungen genehmigt. — Umrechnung in die Währung der anderen Länder nach den von der Außenhandelsnebenstelle bekanntgegebenen Sätzen.

Einleitung in Talmud und Midrasch

Von DDr. Hermann L. Strack

5., ganz neu bearbeitete Auflage der Einleitung in den Talmud XII, 233 Seiten gr. 8°. Geheftet M 84.—, gebunden M 160.—

Das Lebensgefühl des Paulus

Von D. Otto Schmitz

ord. Professor der ev. Theologie an der Universität Münster

Geheftet etwa M 200.—. Soeben erschienen

Dieses Buch ist eine Frucht an dem jungen Baume modernster intuitiver Psychologie. Der Beschauer versenkt sich in ein Seelentum und sucht es so zentral wie möglich an erfassen. Er will nichts erklären, sondern die Seele in ihrer Einzigartigkeit schauen und beschreiben. Von hier aus versteht er dann auch ihre Auswirkungen in der Welt. Unsere Gebildeten suchen Fühlung mit den großen Heiligen, wie Augustinus, Franziskus, Ignatius. Paulus ist größer als sie alle. Er war der erste historisch faßbare Christ von gewaltigstem Ausmaß. Mit ihm in Berührung zu kommen durch dieses kleine Meisterwerk moderner Seelenkunde, bedeutet einen Zuwachs an geistiger Kraft.


C. H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung Oskar Beck München

Das Abendland als weltgeschichtliche Einheit

Von Friedrich Leonhard Crome

Geheftet M 200.—, in Pappbd. geb. M. 280.—, in Ganzleinen M 400.—

Inhalt: Die Grundlegung Europas im römischen Kaiserreich — Entstehung der römisch-germanischen Kulturwelt — Das abendländische Universalreich — Die Bildung der europäischen Nationen — Der Aufstieg Europas zum hegemonischen Erdteil — Europa im Weltstaatensystem — Das 19. Jahrhundert

Eine europäische Geschichte im Grundriß und nach ihren treibenden Kräften und Tendenzen. Fesselnd geschrieben und überaus aufschlußreich für Historiker, Politiker, Volkswirtschaftler, sowie für alle gebildeten Männer und Frauen. Das Buch hilft mit am Wiederaufstieg Deutschlands, indem es aus der Geschichte die Aufgaben zu erkennen sucht, die unserm Volke zugewiesen sind. Erscheinungen innerhalb dieser großartigen Gesamtschau, wie Völkerbund, Pazifismus, Sozialismus erhalten einen tieferen Sinn.

Geschichte als Sinngebung des Sinnlosen

Von Theodor Lessing

3. Auflage. Gebunden M 260.—

Das Werk wurde mit dem Strindbergpreis „für das freieste Geisteswerk von europäischer Bedeutung“ ausgezeichnet

„Ein bedeutendes, tief schürfendes Buch, das auf die Fragen: Was ist eigentlich Geschichte? Wie kommt Geschichte zustande? Wozu bedarf der Mensch der Geschichte? vielfach neue und unerwartete Antworten gibt.“ Psychische Studien. — „Lessings Buch ist ein Buch, das uns vom Historismus befreien will.... Man muß das Buch als ein in der heutigen Zeit selten tapferes und selbständiges Werk begrüßen, mit dem es sich verlohnt, sich auseinanderzusetzen.“ Walter Koch (Sozialistische Monatshefte).

Psychologie des deutschen Menschen und seiner Kultur

Ein volkscharakterologischer Versuch

Von Richard Müller-Freienfels

Gebunden M 220.—

„Ein wundervolles, tiefes und wertvolles Buch ist uns Deutschen hier gegeben, das nicht einmal, sondern wieder und wieder gelesen zu werden verdient, das man besitzen muß.... Mit reinster objektiver Wissenschaftlichkeit geht der Verfasser an sein Werk. Wir lesen und hören von ›Uns‹, wir sehen uns selbst wie in einem Spiegel, der unsere feinsten, verborgensten Züge aufs klarste zurückwirft.... Es ist eine hohe Kunst, das spezifische Deutsche in allen Lebensbetätigungen unseres Volkes, in Religion, Philosophie, Kunst, Wissenschaft, Politik, Wirtschaft herauszufühlen, herauszufinden, herauszustellen ...“ Geh.Rat Dr. M. Dreßler (Karlsruher Zeitung).


C. H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung Oskar Beck München

Schultheß’ Europäischer Geschichtskalender

Erscheint in jährlicher Folge seit 1860

KRIEGSJAHRGÄNGE

Neue Folge. 30. Jahrgang 1914 (der ganzen Reihe LV. Band). Herausgegeben von WILHELM STAHL. In zwei Teilen. XXXII. 1248 S. gr. 8°. Geheftet M 700.—

Neue Folge. 31. Jahrgang 1915 (der ganzen Reihe LVI. Band). Herausgegeben von ERNST JÄCKH und KARL HÖNN. In zwei Teilen. 1919. LVII, 702 S. u. III, 752 S. gr. 8°. Geheftet M 700.—

Neue Folge. 32. Jahrgang 1916 (der ganzen Reihe LVII. Band). Herausgegeben von ERNST JÄCKH und KARL HÖNN. In zwei Teilen. 1921. XLVII, 646 S. u. IV, 680 S. gr. 8°. Geheftet M 700.—

Neue Folge. 33. Jahrgang 1917 (der ganzen Reihe LVIII. Band). Herausgegeben von WILHELM STAHL. In zwei Teilen. 1920. XXXVII, 2115 S. gr. 8°. Geheftet M 1000.—

Neue Folge. 34. Jahrgang 1918 (der ganzen Reihe LIX. Band). Herausgegeben von WILHELM STAHL. In zwei Teilen. Erscheint Ende 1922

Jahrgang 1919 erscheint 1923. (Sonderprospekt steht zur Verfügung.)

Schultheß’ Europäischer Geschichtskalender, seit 1860 in jährlicher Folge erscheinend, bietet das ganze Ereignismaterial eines Jahres in ununterbrochener chronologischer Folge nach Ländern geordnet dar, so daß die politische Geschichte eines jeden Landes in jedem Jahre und fast an jedem Tage im Zusammenhang gelesen, verfolgt oder nachgeschlagen werden kann.

„Für jeden, der sich mit neuester Geschichte beschäftigt, ist Schultheß’ Kalender ein unentbehrliches Handbuch, ein zuverlässiger, von keinerlei parteipolitischen Rücksichten beeinflußter Ratgeber. Er legt ohne parteiische Voreingenommenheit und Zweckfolgerung die für die geschichtliche Entwicklung entscheidenden Dokumente und Tatsachen soweit als möglich in lückenloser Folge dar. Auch dieses schlichte Materialienwerk ist eines von jenen Büchern, auf die wir stolz sein können und die den Hochstand der deutschen Wissenschaft erweisen.“ Hamburgischer Correspondent.

Zum Verständnis der Weltlage

Zugleich eine Auseinandersetzung mit Fr. W. Foerster

Von Karl von Wachter, Oberst a. D.

VIII, 324 Seiten

Aus dieser Auseinandersetzung des Obersten von Wachter, eines echten Militärs und Lutheraners, spürt man in jeder Zeile, wie tief er über Fr. W. Foersters Schrift „Mein Kampf gegen das militaristische und nationalistische Deutschland“ empört ist. Er kennt das Politische und die Kriegsgeschichte der Gegenwart, die zeitgenössische Publizistik, auch die des Auslandes, und ist ein Mann, dessen Blick von jeder Verschleierung der harten Tatsachenwelt durch Utopien frei ist. Der Gedankenstrom des Verfassers reißt den Leser mit sich fort.


C. H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung Oskar Beck München

Das Ostproblem

Seine Geschichte und Bedeutung

Von Dr. Walther Harich

Geheftet etwa M 250.—, gebunden etwa M 280.—

Der deutsche Osten in Gefahr! Aber was ist heute nicht in Gefahr? Wer kann auf jeden Notschrei hören, der von den Grenzmarken, von dem versinkenden Deutschland, von dem sterbenden Europa kommt? Zu viel Gefahren umbranden uns alle. Aber wenn sich zeigen ließe, daß hier mehr als Gefahr, daß hier auch der Weg zur Rettung ist, daß hier im deutschen Osten und seinen Nachbarländern, wo der europäische Knoten so unheilvoll sich schürzte, auch die Stelle ist, ihn aufzulösen? Nichts weniger als dies will die Schrift des Ostpreußen Walther Harich aufzeigen, der sich durch eine zweibändige Biographie E. T. A. Hoffmanns in der Literaturgeschichte bereits einen glänzenden Namen gemacht hat. Sie packt das Problem Europas im Ostproblem und in seiner Geschichte. Von vielem wird hier gesprochen: vom Ostseehandel, von Produktion und Bedürfnis, aber auch von Christus, von Rom und Byzanz. 1000 Jahre östliche Geschichte, die den meisten von uns Deutschen völlig unbekannt ist, werden hier ausgebreitet und auf das, was sie für die Gegenwart lehren, befragt. So wie ein lebender Körper jede kleinste Verletzung am ganzen Leibe spürt, so müßte auch die Wunde, die der Versailler Friedensvertrag dem deutschen Reichskörper im Osten zugefügt hat, in allen Seelen des deutschen Volkes brennen und die Kräfte jedes einzelnen zur Abwehr aufrufen.

Russische Literaturgeschichte

in Einzelporträts

Von Alexander Eliasberg

Mit einem Vorwort von Dmitrij Mereshkowskij

Mit 16 Bildnissen. Auf holzfreiem Papier und in Leinen gebunden M 480.—

„... In seiner großen Fähigkeit der Zusammenfassung hat Eliasberg nur die wesentlichsten Erscheinungen, die prominenten Figuren in scharfen Charakteristiken nebeneinandergestellt: alles, was nur mitfördernd zwischen den Gewaltigen gewirkt hat, deutet er bloß mit kurzen Strichen an, so daß wir hier niemals eine langweilige Literaturhistorie haben, sondern lebendige Lebensbilder, die auf das glücklichste von ausgezeichneten Porträts der größten russischen Maler begleitet sind. Zum allerersten Male kann sich der Deutsche hier ein klares Bild der geistigen Aufeinanderfolge in der russischen Literatur machen und auch dem Vertrauten wird die ausgezeichnete Analyse, die bibliographischen Tabellen von ungemeinem Vorteil sein.“ Stefan Zweig (Neues Wiener Journal).

Deutsche Literaturgeschichte

Von Alfred Biese

Erster Band: Von den Anfängen bis Herder. Zweiter Band: Von Goethe bis Mörike. Dritter Band: Von Hebbel bis zur Gegenwart. Drei Bände mit vielen Bildnissen. 19. Auflage (80.–84. Tausend). Jeder Band in Halbleinen gebunden M 560.—. 3 Bände in Halbfranz gebunden M 2880.—

„Eine so großzügige Darstellung der gesamten deutschen Literatur, so umsichtig in der Auswahl und modern in der Auffassung, zugleich von so reifem, sicherem Urteil, so klar in den Umrissen, warm in den Farben und verständlich in allen Teilen, so aus einem Guß und mit sicherer Gewalt über die Sprache geschrieben — ist bisher in dieser Art schwerlich geboten worden.“ Konservative Monatsschrift. — „Ein ganz ausgezeichnetes Buch! erfrischend von der ersten bis zur letzten Seite, ein Werk von edler und gebildeter Volkstümlichkeit.“ Neues Wiener Tagblatt.


C. H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung Oskar Beck München

Geschichte der deutschen Literatur

bis zum Ausgang des Mittelalters

Von G. Ehrismann

1. Teil: Die althochdeutsche Literatur. Geh. M 420.—, geb. M 600.—

2. Teil: Die frühmittelhochdeutsche Literatur. Geh. M 380.—, geb. M 500.—. Soeben erschienen

„... So wird das Werk nicht bloß eine grundlegende Geschichte der althochdeutschen Literatur, sondern geradezu eine Darstellung nationaler Kulturentwicklung deutscher Frühzeit. Sein Wert für uns Lehrer liegt nicht nur in der gelehrten Gründlichkeit, sondern auch in der ehrfürchtigen Liebe des Verfassers zur deutschen Vergangenheit, die wir in dem ganzen umfangreichen Werke überall verspüren.“ Bayerische Zeitschrift für Realschulwesen.

Deutsche Sprichwörterkunde

Von Friedrich Seiler

Geheftet M 420.—, gebunden M 580.—

„Der gelehrte Verfasser des vorliegenden Buches trachtet in seinem großen Werk danach, das Wachstum unserer Stoffsammlungen durch alle Jahrhunderte zu verfolgen und strebt nach einer erschöpfenden Bibliographie nach Art von Goedekes Grundriß. Er bemüht sich erfolgreich, dem wichtigen Forschungsgebiet, dem er dient, sein früheres Anrecht auf die Schule wieder zu erobern. Das tut er, indem er den Hauptteil seines Buches auf Wesen und Wert des Sprichworts verwendet, mit der Nebenabsicht, die tausendfachen Erscheinungsformen der Sprichwörter zu illustrieren, wo die sprichwörtlichen Redensarten mit in den Kreis der Betrachtung treten. Eine solche Einführung in Sinn und Geist, auch in die Form der Sprichwörter weiß er belebend zu gestalten. Aus liebevoller Vertiefung in den Gegenstand hervorgegangen, wendet er sich hauptsächlich an alle Lehrer, denen es einleuchtet, welch reicher Arbeitsstoff für die Schule im Sprichwort liegt.“ Prof. Friedrich Kluge (Lit. Echo).

Deutsche Altertumskunde

Von Fr. Kauffmann

1. Hälfte: Von der Urzeit bis zur Völkerwanderung. Geh. M 480.—, in Leinen geb. M 660.—. 2. Hälfte: Von der Völkerwanderung bis zur Karolingerzeit. Erscheint Herbst 1922

„Der leitende Gedanke, welcher der Darstellung zugrunde gelegt wurde, ist eine zusammenhängende belebte Schilderung, die sich durch Form und Inhalt leicht einprägen läßt, und in reichlichen Anmerkungen die Literaturzitate und die nötigen Erläuterungen zu geben. Dem Verfasser ist es vorzüglich gelungen, durch seine von eingehendster Sachkenntnis und eigner Stellungnahme zeugende Darstellung zu fesseln, und es muß fast ein Genuß sein, sich durch solche Lektüre auf einen anregenden Unterricht vorzubereiten.“ Neue Jahrbücher für das klassische Altertum.


C. H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung Oskar Beck München

Poseidonios

Von Karl Reinhardt

Mit einem Bildnis des Poseidonios. Gebunden M 580.—

Dieses Buch ist mehr als die Ausgrabung eines verschollenen Denkers, dessen Werke, wenn er auch für seine Zeit die Bedeutung eines Leibniz gehabt hat, für uns bis auf geringe Bruchstücke verloren gegangen sind. Es gibt die Geschichte der gesamten antiken Wissenschaft um das Jahr 100 v. Chr., denn Poseidonios war ein Denker, der das ganze Wissen seiner Zeit umfaßt und befruchtend auf Geographie, Physik, Astronomie, Geschichtsschreibung, Philosophie, Religion gewirkt hat.

„Gewohnt, die Wissenschaft mit wertvollen Funden zu bereichern und auch bestrebt, die Fachgenossen durch Entdeckungen zu überraschen, alte Anschauungen zu beseitigen, hat Reinhardt ein Werk geschaffen, dessen hohe Bedeutung gerade die würdigen müssen, deren Vorstellungen der Forscher bekämpft und durch ein neues Bild des Poseidonios ersetzen will.... In blendender Beleuchtung erscheint hier Poseidonios als der Schöpfer eines umfassenden Systems, dessen Glaubwürdigkeit mit ebenso scharfer philologischer Methode wie spekulativem Überblick verfochten wird. In der Tat, wir dürfen in diesem geistvollen und mit Überzeugungskraft geschriebenen Werke eine nachdrückliche Klärung des Problems dieser antiken Persönlichkeit sehen und anderseits auch an dieser Leistung die kraftvolle Anregung zu erneuten Studien über Poseidonios rühmen.“ Prof. J. Geffcken (Hamburger Fremdenblatt).

Platon

Sein Leben, seine Schriften, seine Lehre

Von Constantin Ritter

Erster Band: Platons Leben und Persönlichkeit, Philosophie nach den Schriften der ersten sprachlichen Periode. In Ganzleinen gebunden M 560.—, in Halbpergament gebunden M 960.—

Zweiter Band: Platons Philosophie nach den Schriften der zweiten und dritten Periode. Erscheint Herbst 1922

„Das Buch ist in hervorragender Weise tauglich, allen Gebildeten die Bekanntschaft mit dem berühmten Philosophen zu vermitteln. Es führt den Leser tief hinein in die ganze Kulturwelt des Griechentums. Studierenden der Geschichte der Philosophie muß Ritters Buch von außerordentlichem Nutzen sein; aber auch der gereifte Mann wird es gern in seiner Bibliothek wissen.“ Berner Bund.

Dante

Seine Zeit, sein Leben, seine Werke

Von Konrad Falke

750 Seiten gr. 8°. Mit 64 Tafeln Abbildungen

In Leinen gebunden M 600.—, in Halbpergament gebunden M 1000.—

„Falke will Dante als einen Geist von weltumspannender Größe in den weitesten Rahmen kulturgeschichtlicher Betrachtung hineinstellen, mit den Mitteln neuzeitlicher Psychologie sein persönliches Lebensproblem aufhellen, und die Notwendigkeit seiner Entwicklung aus Gesetzen heraus erklären, die im Allgemeinmenschlichen wurzeln.... Falke sieht in Dante den vollkommensten Ausdruck eines tausendjährigen Zeitalters, dessen Nachwirkung auch unsere Zeit trotz der gewaltigen Fortentwicklung immer noch verspürt.... Einen sehr willkommenen Schmuck und zugleich wertvollste Ergänzung des Textes bilden die 64 Tafeln sorgfältig ausgewählter Abbildungen, die ein ebenso anziehendes wie beredtes Anschauungsmaterial enthalten.... Wir dürfen Falkes Dante als eine der inhaltreichsten und schönsten Gaben ansprechen, die das Jubiläumsjahr des großen Florentiners uns beschert hat.“ Friedrich Noack (Kölnische Zeitung).


C. H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung Oskar Beck München

Schicksalstage deutscher Dichter

Herausgegeben von Rudolf Krauß

Inhalt: Walther v. d. Vogelweide — Friedrich von Logau — Wieland — Herder — Schubart — Goethe — Matthias Claudius — Hölderlin — E.T.A. Hoffmann — H. v. Kleist — Ferdinand Raimund — Ad. Stifter — Annette v. Droste — Grabbe — Georg Büchner — Gottfried Keller — Louise von François

382 Seiten. Gebunden M 350.—. Soeben erschienen

Zur dichterischen, novellistischen Darstellung der „Schicksalstage deutscher Dichter“ haben sich unter der Führung von Rudolf Krauß eine Anzahl Autoren zusammengefunden, von denen hier nur Ottomar Enking, Hermann Hefele, Will Vesper, Heinrich Lilienfein, Kurt Martens, Wilhelm Fischer-Graz, Karl Hans Strobl genannt seien. Diese Mitarbeiter haben sich solche Dichter gewählt, mit denen sie innere Verwandtschaft haben und mit deren Leben sie infolgedessen seit langem vertraut sind.

Dieser ersten Sammlung von Schicksalstagen deutscher Dichter soll gegen Ende des Jahres noch eine zweite Sammlung folgen. Wir sind gewiß, unserem Volke hier ein Novellenbuch von eigenartigem Reiz geboten zu haben.

Joseph von Eichendorff

Sein Leben und seine Werke

Von Hans Brandenburg

In Leinen geb. M 560.—, in Halbfranz geb. M 900.—. Soeben erschienen

Eichendorff ist in der deutschen Literatur des 19. Jahrhunderts wahrhaft volkstümlich geworden. Den zahlreichen Herzensfreunden des Dichters, evangelischen und katholischen, wird die nähere Kenntnis dieses Dichterlebens eine Freude sein und ihnen den ganzen Gehalt seines Schaffens erst erschließen. Der Darstellungskraft Hans Brandenburgs gelingt es, in anziehenden romantischen Schilderungen das Geschehen der Zeit vor 100 Jahren, wie es sich im Leben und Schaffen Eichendorffs spiegelt, darzustellen und entzückende Bilder aus der Zeit des sterbenden Rokoko und der Biedermeierzeit zu malen.

Mozart

Sein Leben und seine Werke

Von Ludwig Schiedermair

Mit Titelbild in Lichtdruck, 22 ganzseitigen Einschaltbildern und 70 Notenbeispielen im Text. In Leinen geb. M 600.—, in Halbfranz geb. M 900.—

Der um Mozart seit langem verdiente Verfasser hat hier das Lebenswerk des genialen Künstlers nach dem Stande der gegenwärtigen und der eigenen Forschung zur Darstellung gebracht. Mozarts künstlerische Gesamterscheinung ist möglichst scharf herausgearbeitet und aus dem Geiste seiner Zeit begriffen. Klarheit der Darstellung und Anmut zeichnen diese Mozart-Biographie aus. Eine wertvolle Beigabe ist ein vollständig chronologisches und systematisches Verzeichnis aller Kompositionen Mozarts.

Shakespeares Königsdramen

Geschichtliche Einführung

Von Alfred Steinitzer

Mit 37 Vollbildern, 5 Kartenskizzen und 14 Stammtafeln

In Halbleinen geb. M 500.—, in Ganzleinen geb. M 550.—. Soeben erschienen

Das Wort von Gervinus, „man habe sich bei den Königsdramen Shakespeares durch eine schwierige Materie durchzuarbeiten, die den Flug des Dichters und unseren Nachschwung zu hemmen scheint, die gleichsam mit historischen Studien überwunden werden muß“, hat den Herausgeber veranlaßt, für den Leser der Königsdramen alles, die geschichtlichen Zusammenhänge betreffende Material bereitzustellen, damit er mit möglichst geringer Mühe die Schwierigkeiten überwinden kann. Zahlreiche Stammtafeln und Kartenskizzen erläutern die Ausführungen. Hinzu kommt eine Anzahl Porträts und eine Reihe von Nachbildungen zeitgenössischer Miniaturen, die einzelne Szenen, wie z. B. die Erdrosselung Glosters, darstellen.


C. H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung Oskar Beck München

Hegels Aesthetik

unter einheitlichem Gesichtspunkte ausgewählt, eingeleitet und mit verbindendem Text versehen von Alfred Baeumler

Gebunden M 220.—.

„Baeumler reiht seine aus dem großen dreibändigen Werke Hegels sorgsam ausgewählten Stücke sinnvoll aneinander und verbindet sie an vielen Stellen durch erklärende und überleitende Einschübe so, daß sie ein neues Ganzes ausmachen. Dieses baut sich in vier Abteilungen auf: Von der Kunst, Von der Schönheit, Die sinnliche Entfaltung des Ideals, Die historische Entwicklung des Ideals; mit den Unterabschnitten: Die symbolische, Die klassische und Die romantische Kunstform. So erhalten wir einen reinen und großen Ueberblick über die Geschichte der Menschheit im Spiegel ihrer künstlerischen Entwicklung .... Was Hegel über die Kunst der orientalischen Völker, über die antike und die christlich-germanische Kunst im allgemeinen sagt, was er über die Einzelkünste offenbart, ist unveraltet, ja wird heute erst auf volles Verständnis und besondere Empfänglichkeit stoßen.“ Prof. Karl Berger (Hess. Landeszeitung).

Der Kampf um das Christentum

Geschichte der Beziehungen zwischen dem evangelischen Christentum in Deutschland und dem allgemeinen Denken seit Schleiermacher und Hegel

Von Werner Elert

In Leinen gebunden M 580.—

Eine Geschichte des Geisteskampfes zwischen Kultur und Christentum im 19. und 20. Jahrhundert fehlte bislang. Den meisten unserer Gebildeten sind die Namen von Geisteskämpfern wie David Friedrich Strauß, Max Stirner und Ludwig Feuerbach, Friedrich Nietzsche, L. Büchner, Ernst Haeckel, Albert Kalthoff, A. Drews und C. Jatho bekannt, deren Stellung innerhalb der gesamten Kampfbeweguug ist jedoch vielen undeutlich. Ohne Einsicht in die historische Entwicklung des großen Ringens zwischen Christentum und Kultur ist aber weder dieser Streit noch das religiöse Problem der Gegenwart zu verstehen. Das Werk Elerts bietet eine erschöpfende Darstellung der einzelnen Etappen dieses großen Kampfes. Die große Fülle des Stoffes ist vom Verfasser nahezu dramatisch komponiert und dargestellt worden. Gerade in der Not der Gegenwart, in der die Anteilnahme am Religiösen die am Aesthetischen überwächst, wird dieses Buch sehr bedeutungsvoll werden.

Die Gefühlsgewißheit

Eine erkenntnistheoretische Untersuchung von Johannes Volkelt

Geheftet M 160.—, gebunden M 240.—. Soeben erschienen

Die Untersuchungen dieser Schrift bilden eine Ergänzung zu Volkelts Werke „Gewißheit und Wahrheit“. (587 S. gr. 8°. Geb. M 520.—.) Sie betreffen die von der Philosophie der Gegenwart so hoch geschätzte intuitive Gewißheit. Der Anteil dieser Gefühlsgewißheit an der wissenschaftlichen Arbeit wird hier abgegrenzt: Die Arten und Weisen, in denen sich die Gefühlsgewißheit mit Fug und Recht betätigen darf, werden genau umschrieben und umgrenzt, eine Reihe von Gefühlsgewißheitstypen ist das Ergebnis.

„Der Leser der Volkelt’schen Schriften wird immer wieder die weise, besonnene Klarheit aller Ausführungen bewundern, die Durchsichtigkeit und Folgerichtigkeit des Aufbaues, die geschmeidige Fügsamkeit der Sprache, die feinste seelische Verwebungen schaubar macht, vor allem auch die vollendete Beherrschung der Literatur, die sich bis auf die Jüngsten erstreckt. Ein Buch Volkelts braucht man Fachleuten nicht zu empfehlen; sie wissen sehr gut, daß sie es lesen müssen, und die Lektüre sich lohnt.“ Zeitschrift für Aesthetik.


C. H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung Oskar Beck München

Die frohe Botschaft

NACH MARKUS. Leicht geb. M 90.—, auf holzfreiem Papier in vornehmem Einband M 130.—. / NACH MATTHÄUS. (Soeben erschienen.) Leicht geb. M 100.—, auf holzfreiem Papier in vornehmem Einband M 140.—. NACH LUKAS und NACH JOHANNES erscheinen im Oktober. Aus der griechischen Urschrift übertragen von Roman Woerner.

Diese Evangelienübertragung in Versreihen ist der erste wohlgeglückte Versuch, den Evangelientext in seiner ursprünglichen Form wiederzugeben.

„Die Wirkung ist überraschend: in wunderbarer Kraft und Frische, herrlich wie am ersten Tag treten die alten Geschichten uns entgegen und halten uns fest. Es ist, wie wenn ein neuer Heliand uns erstände. Woerners Markusübersetzung wird unserm Luthertext keinen Abbruch tun. Aber sie wird neben ihm ihre Sendung haben an die Gebildeten unserer Tage. Das Bändchen ist eine wunderschöne Gabe.“ Preußische Kirchenzeitung.

Laotse · Tao Teh King

Vom Geist und seiner Tugend. Übertragung von H. Federmann. 3. Auflage. Leicht geb. M 90.—, auf holzfreiem Papier und in Javapapier geb. M 130.—

„Es ist ein Verdienst H. Federmanns, die wundervollen Gedanken Laotsens in einer zierlichen, kleinen Ausgabe, und, was noch mehr bedeuten will — in einer klaren, formvollendeten Übersetzung weiteren Kreisen erschlossen zu haben ...“ Münchner Neueste Nachrichten (H. Taub).

Buddha · Die Erlösung vom Leiden

Ausgewählte Reden des Buddha. Aus den ältesten Urkunden, dem Pali-Kanon, übersetzt und geordnet von Kurt Schmidt. 2. Auflage. I. Teil. Aus dem Leben des Vollendeten. — II. Teil. Der Weg zur Erlösung. Leicht geb. je M 80.—, auf holzfreiem Papier und in Javapapier geb. je M 120.—

„In unserer traurigen, von Unrast und ziellosem Drang verwirrten Zeit werden diese kleinen Büchelchen Jedem Wegweiser und Trost sein, dessen Geist Ruhe und Verborgenheit sucht, um zu gesunden.“ Münchner Post (Fiori).

Die Weisheit der Upanishaden

Aus dem Sanskrit neu übersetzt und erläutert von Johannes Hertel. Zurzeit vergriffen, neue Auflage erscheint Herbst 1922.

„Die Übersetzung verrät den Meister, sie ist flüssig, die Auswahl ergibt ein Gesamtbild dieser indischen Philosophie, die Einleitung und die Erklärungen sind knapp und unterrichtend. Der gelehrte Herausgeber hat sich mit dieser Ausgabe ein Verdienst erworben.“ Allg. Ev. Luth. Kirchenzeitung.

Meister Eckhart · Reden der Unterweisung

Übertragen und eingeleitet von Joseph Bernhart. Leicht geb. M 84.—, auf holzfr. Papier u. in Javapapier geb. M 120.—

Reden der Unterweisung — „das sind die Reden, die Bruder Eckhart mit solchen geistlichen Kindern pflog, die ihn um viele Dinge fragten, als sie zu abendlichen Tischgesprächen beieinander saßen“. So lauten die ersten Zeilen der alten Handschrift. Diese Reden gehören zu den gesichertsten und schönsten Schriften des Meisters, deren Überlieferung im allgemeinen so mangelhaft ist. Bernhart hat den Urtext in zartester Weise in unsere heutige Sprachform umgegossen und in einer Einleitung dem Leser alles dargeboten, was er braucht, um diese Texte wirklich auszuschöpfen.


Sämtliche angegebenen Preise freibleibend


C. H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung Oskar Beck München

C. H. Beck’sche Buchdruckerei in Nördlingen