Werke
von
Jakob Wassermann
Die Juden von Zirndorf
Roman
20. Auflage
Die Geschichte der jungen Renate Fuchs
Roman
22. Auflage
Der Moloch
Roman
Neubearbeitete Ausgabe 10. Auflage
Der niegeküßte Mund
Erzählungen
63. Auflage
Alexander in Babylon
Roman
Neubearbeitete Ausgabe 8. Auflage
Die Schwestern
Drei Novellen
6. Auflage
Caspar Hauser oder Die Trägheit des Herzens
Roman
17. Auflage
Die Masken Erwin Reiners
Roman
11. Auflage
Der goldene Spiegel
Erzählungen in einem Rahmen
14. Auflage
Faustina
Ein Gespräch über die Liebe
3. Auflage
Die ungleichen Schalen
Fünf einaktige Dramen
Der Mann von vierzig Jahren
Roman
14. Auflage
Deutsche Charaktere und Begebenheiten
Mit elf Abbildungen
4. Auflage
Das Gänsemännchen
Roman
66. Auflage
Christian Wahnschaffe
Roman in zwei Bänden
34. Auflage
Die Juden von Zirndorf
Kaum je hat ein jüdischer Poet seinen Glaubensgenossen und über das Judentum der Gegenwart überhaupt schärfere und zutreffendere Dinge gesagt als Wassermann in diesem Buche. Die besten Eigenschaften des jüdischen Volkes erscheinen in ihm selbst verkörpert, vor allem der kritisch skeptische Sinn, der auch sich selbst nicht schont. Mit diesem verbindet sich auch bei Wassermann eine starke, jedoch mehr mystisch als sinnlich glühende Phantasie, der namentlich in dem phantastischen Vorspiel des Romans, welches eine mit dem Erscheinen des merkwürdigen Messias Sabbatai Zewi verknüpfte Judenverfolgung im siebzehnten Jahrhundert behandelt, eine glänzende poetische Leistung gelungen ist.
(Neue Zürcher Zeitung)
Die Geschichte der jungen Renate Fuchs
Jedes große, befreiende Buch muß ein Buch der Erlösung und der Wiedergeburt sein. Dies ist ein Buch von der Erlösung der Frauen, »die alten sinnlichen Vorurteilen zu mißtrauen beginnen, die ihr Schicksal, ihr Frauenschicksal, erleben und nicht länger leibeigen sein wollen«. – Seit dem »Grünen Heinrich« Kellers ist in deutscher Sprache kein so interessanter und tiefsinniger Roman erschienen.
(Die Zukunft)
Alexander in Babylon
Nichts als der reale Gang der geschichtlichen Ereignisse von Alexanders Rückkehr aus Indien bis zu seinem vorzeitigen Tode wird uns erzählt, dies freilich in farbigreicher kulturhistorischer Ausmalung und mit ebenso kühner als intensiver Psychologie. So ist dieses Buch weit mehr ein Prosaepos als ein Roman; es gehört zu unsern schönsten deutschen Prosabüchern. Manche Kapitel verdienten in den Schulen gelesen zu werden. Auf solche Weise wird Geschichte lebendig gemacht und beseelt.
(Neue Freie Presse, Wien)
Der Moloch
Ein bedeutendes Werk! Bedeutend durch die psychologische und gestaltende Kunst, mit der Wassermann jene Idee zu einem groß und breit angelegten, lebensvollen Gemälde gestaltet hat.
(Berner Bund)
Die Schwestern
Die Heldinnen dieser Novellen gehören zu jenen glücklichen unglücklichen Geschöpfen, die ein Traum, ein Aberglaube, eine Sehnsucht, ein Wahn den Dingen dieser Welt entfremdet und zu neuem, wunderlichem Dasein gerufen hat. Arme Kranke sind es, aber Wassermann sucht aus dieser Krankheit die tiefsten Geheimnisse des Lebens herauszulesen. Eine holde Schwärmerei ist das Buch, in den Tönen lieblicher Inbrunst gegeben, ein holder Traum, von siegesstarken Sehnsüchten und Ahnungen durchzuckt.
(Hannoverscher Kurier)
Die Masken Erwin Reiners
Dieser Roman wird einmal in der Entwicklungsgeschichte der modernen Literatur eine wichtige Rolle spielen. Man wird ihn als einen alles Wesentliche zusammenfassenden und reflektierenden Spiegel des zügellosen Individualitätsstrebens betrachten, das doch das entscheidende Merkmal unserer modernen Romanliteratur bleibt, von ihm zugleich aber eine Wendung zum realen Leben datieren. Es sind einige Kapitel in dem Roman, die wie das Morgenrot einer neuen Klassik anmuten.
(Westermanns Monatshefte)
Caspar Hauser
Ein Denkmal ist aufgerichtet über ein längst eingesunkenes Grab; ein altes, verharschtes Geheimnis funkelt wieder im Licht. Die Geschichte Caspar Hausers wird neu erzählt, das zauberische Knäuel dieses eigenartigen Schicksals entwirrt... Jakob Wassermanns Caspar-Hauser-Roman hat monumentalen Stil... Ein Beispiel deutscher Erzählungskunst, Vorbild eines großen Romans ist hier geboten. Und vor allem ein bleibendes.
(Der Tag, Berlin)
Der goldene Spiegel
Von Franziskas goldenem Spiegel wird berichtet: »Seine Scheibe, wie tief, und seltsam! gibt kein Gegenbild des Auges, das hineinschaut. Sie ist matt. Und doch ist eine Welt in ihr. Frauen und Männer, Tiere, Schiffe und Häuser, Seefahrer und Landflüchtige, Ritter und Knechte, Bürger und Bauern, Eroberer und Künstler, Liebende und Verbrecher, Sonderlinge und Besessene, Verzweifelte und Narren, Prahler und Dulder, der Zufall, der Traum und das Wunder, alles das ist in ihr.« Wirklich, so groß ist die Fülle auch dieses Buches. Es entstand aus der Lust am Erfinden, am Phantasieren, am Gestalten.
(Die Zeit, Wien)
Das Gänsemännchen
Das Werk ist vermöge weitausgreifender Lebensfülle, breiter, umfassender Gesellschaftsschilderung, des Hineinspielens politischer und kultureller Zeitgeschehnisse ein wahrhafter Roman. Im Rahmen der Leidens- und Werdegeschichte eines deutschen Musikgenius entrollt die Dichtung auch Deutschlands Seele, Deutschlands Nervenzustand, Deutschlands Kulturströmungen. Tief und voll aus dem Menschlichen ist die Dichtung geschöpft.
(Wiener Abendpost)
Christian Wahnschaffe
Die echte große Dichtung sucht nicht die Aktualität, sie ist aktuell. Wassermann zeigt uns in seinem Roman den Zusammenbruch der geistigen, sittlichen und ästhetischen Kultur des Kapitalismus. Er malt diese Kultur in den verlockendsten Farben und läßt uns den Wurm sehen, der in ihr nagt. Sein Held wird erst das Opfer, dann der Richter der liebeleer gewordenen Welt, und darnach der Verkünder einer neuen Zukunft. Das Buch ist hinreißend durch Geist, Abenteuer und Verlockung: es dringt in das Letzte der Seelen und verwandelt sie und uns.
Druck der E. Gundlach Aktiengesellschaft in Bielefeld
Anmerkungen zur Transkription: Dieses elektronische Buch wurde auf Grundlage der 1920 bei S. Fischer erschienenen Erstausgabe erstellt. Abweichend vom gedruckten Buch wurde die zweite Titelseite entfernt. Die nachfolgende Tabelle enthält eine Auflistung aller gegenüber dem Originaltext vorgenommenen Korrekturen.
p 010: [Fehlende Letter] Erleichterung und Versüß ng -> Versüßung
p 019: damals hatten Romantik -> hatte
p 040: [Komma ergänzt] solche die Kloaken säubern; -> solche, die
p 053: [Vereinheitlicht] beim Abendessen; er ließ -> Abendessen: er
p 054: die Kühe lagen in rosigen Dampf -> rosigem
p 063: [Fehlende Letter] Wenn ch ihn gemacht habe -> ich
p 063: [Punkt ergänzt] Dreck in der Hand -> Dreck in der Hand.
p 064: [Komma entfernt] »Herr,«, erwiderte er -> »Herr,« erwiderte
p 072: Abgesehen von Kißling -> Kießling
p 074: haben sie achtzehn Jahre lang gebraucht -> Sie
p 094: entgegenete Maria -> entgegnete
p 113: und Liseweta hüllte sich darein -> Lisaweta
p 118: Als ich Gregorji kennen lernte -> Grigorji
p 119: erwarteten wir wie eine Hinrichtungsurteil. -> ein
p 166: achtete man ihre gar nicht. -> ihrer
p 170: welche der ... mit sich bringen mußten -> mußte
p 188: was nöitg war -> was nötig war
p 193: damit sich Nandinsky -> Nadinsky
p 217: [Leerzeichen ergänzt] Kopfstimme;»wir -> Kopfstimme; »wir
p 220: empfehle es sich fogar -> sogar
p 244: Mit Polixene saß er -> Polyxene
p 249: Wir benehnem uns wie Kinder -> benehmen
p 264: [Trennung] Leder-Kapuze -> Lederkapuze
p 265: Mir fällt da ... in -> ein
p 267: der ganze Jammer, unter den wir keuchen -> dem
p 270: [Anführungszeichen ergänzt] Wie machen wir denn das?«
p 273: um im spärlich fließenden Gespräch -> und im
p 279/280: [Trennung] Mädchen-Gesicht -> Mädchengesicht
p 302: Zwiespalt zwischer -> zwischen
p 324: Unteröckchen -> Unterröckchen
p 336: deuschen Musikgenius -> deutschen
Die Originalschreibweise wurde prinzipiell beibehalten, insbesondere bei folgenden Wörtern:
p 058: Gleichgiltigkeit
p 120: Lucke
p 143: Monreal
p 301: hinmummelte
p 148: darnach
Transcriber’s Note: This ebook has been prepared from the first print edition published in 1920 by S. Fischer. The printed book’s second title page has been removed. The table below lists all corrections applied to the original text.
p 010: [missing letter] Erleichterung und Versüß ng -> Versüßung
p 019: damals hatten Romantik -> hatte
p 040: [added comma] solche die Kloaken säubern; -> solche, die
p 053: [unified] beim Abendessen; er ließ -> Abendessen: er
p 054: die Kühe lagen in rosigen Dampf -> rosigem
p 063: [missing letter] Wenn ch ihn gemacht habe -> ich
p 063: [added period] Dreck in der Hand -> Dreck in der Hand.
p 064: [removed comma] »Herr,«, erwiderte er -> »Herr,« erwiderte
p 072: Abgesehen von Kißling -> Kießling
p 074: haben sie achtzehn Jahre lang gebraucht -> Sie
p 094: entgegenete Maria -> entgegnete
p 113: und Liseweta hüllte sich darein -> Lisaweta
p 118: Als ich Gregorji kennen lernte -> Grigorji
p 119: erwarteten wir wie eine Hinrichtungsurteil. -> ein
p 166: achtete man ihre gar nicht. -> ihrer
p 170: welche der ... mit sich bringen mußten -> mußte
p 188: was nöitg war -> was nötig war
p 193: damit sich Nandinsky -> Nadinsky
p 217: [added blank] Kopfstimme;»wir -> Kopfstimme; »wir
p 220: empfehle es sich fogar -> sogar
p 244: Mit Polixene saß er -> Polyxene
p 249: Wir benehnem uns wie Kinder -> benehmen
p 264: [hyphenation] Leder-Kapuze -> Lederkapuze
p 265: Mir fällt da ... in -> ein
p 267: der ganze Jammer, unter den wir keuchen -> dem
p 270: [added quote] Wie machen wir denn das?«
p 273: um im spärlich fließenden Gespräch -> und im
p 279/280: [hyphenation] Mädchen-Gesicht -> Mädchengesicht
p 302: Zwiespalt zwischer -> zwischen
p 324: Unteröckchen -> Unterröckchen
p 336: deuschen Musikgenius -> deutschen
The original spelling has been maintained throughout the book, particularly for the following words:
p 058: Gleichgiltigkeit
p 120: Lucke
p 143: Monreal
p 301: hinmummelte
p 148: darnach