19.
Die Musik im Park hatte angefangen zu spielen.
Die Ouverture zu Cavalleria rusticana.
Da kam das wehmütige Motiv des Intermezzos.
Klagend und weinend schwebten die Töne über den Plaza. Sie schlangen sich trauernd um die königlichen Palmen.
Ich schloß die Augen, um die starren elektrischen Lampen nicht sehen zu müssen.
Aber ich sah Gonzalo auf dem Boden liegen. Vertrocknet. Ausgelöscht aus den Lebenden und Hoffenden. Seine Hand mit einem Knäuel roher schwarz verfärbter Baumwolle auf die Brust gepreßt.
Die Baumwolle! –
Antonio hatte mich offenbar eine Zeitlang schon angesehen, ohne daß ich es bemerkte.
„Warum weinen Sie denn, Gale?“ sagte er da.
„Halten Sie’s Maul!“ rief ich wütend. „Ich glaube Sie sehen Gespenster. Bilden Sie sich doch keine Dummheiten ein.“
Er schwieg.
„Ach, diese verfluchte Begräbnismusik!“ sagte ich ärgerlich. „Sollen lieber spielen „Der Graf von Luxemburg“. Es ist ja alles so lustig! Das ganze Leben ist so lustig!
Begräbnismusik für die Toten! Für die Lebenden schmetternde Fanfaren! Kommen Sie. Antonio! Es ist Zeit. Wir müssen uns eilen zur Bäckerei.
Seien Sie pünktlich! hat der Meister gesagt.“