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Die deutsche Dampfer-Expedition zum Nyassa-See. cover

Die deutsche Dampfer-Expedition zum Nyassa-See.

Chapter 10: 6. Der Eisenbahn-Transport. Das Lager bei Umpassa.
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About This Book

A first‑hand account of an inland steamship expedition that details the logistics of transporting disassembled vessel components overland, erecting camps and a shipyard, assembling and outfitting the steamer, and conducting its launch and maiden voyages on Lake Nyassa. The narrative follows marches between encampments, methods of transport including rail transfer, episodes of local unrest and combat, and practical problem‑solving during construction. Interwoven are descriptive observations of the lake, coasts, inland settlements, and regional plant and animal life, with attention to the labour, engineering and navigational challenges encountered throughout the campaign.

6. Der Eisenbahn-Transport. Das Lager bei Umpassa.

Nur zwei Tage später, nachdem ich Port Herald verlassen hatte, am 26. Oktober, war von Eltz mit dem Transportzug aufgebrochen, und obgleich nur 198 Mann gestellt worden waren, ging es auf dem geebneten Wege zwar langsam aber stetig vorwärts, so daß 13 Schienenlängen à 400 Meter, mithin über fünf Kilometer am ersten Tag zurückgelegt wurden. Diese Leistung kann nur auf den guten Willen der Leute, auf welche das Neue einen großen Reiz ausübte, zurückgeführt werden; denn bedenkt man, da je zwei Mann ein Schienenjoch trugen, alle Leute mindestens zwei Mal einen Weg von 400 Meter zu machen hatten, ehe das Geleise hinter den Wagen abgebrochen und vorne wieder angelegt war, dann noch auf nicht gerade plattem Boden die Wagen vorschieben mußten, so wird es erklärlich, wie anstrengend solche ununterbrochene Arbeit für Menschen, die noch nie dergleichen gethan hatten, sein mußte. Auch trug der Umstand, daß während der ersten Tage der Weg durch lichten Wald genommen werden konnte, viel dazu bei, die Kräfte zu erhalten; im kühlen Schatten war die Arbeit eine wesentlich andere, als wenn solche in der glühenden Sonne hätte vollbracht werden müssen.

Indessen, als ich am 31. Oktober Abends die festgefahrenen Wagen noch entladen ließ, um diese wieder auf die Schienen heben zu können und das zerrissene Geleise wieder herstellte, fiel mir schon eine bedenkliche Muthlosigkeit auf, wenigstens von einem Eifer für die Sache war nicht viel zu bemerken. Diese Abspannung und Unlust bedingte auch, daß das Resultat der Arbeit jeden Tag geringer geworden war, bis schließlich jeden Tag während 8 Arbeitsstunden nur etwas über drei Kilometer zurückgelegt wurden. Ein Antreiben der Leute zur größeren Thätigkeit hatte nur zur Folge, daß durch Deserteure die Zahl vermindert wurde und den Bleibenden die Arbeit so viel schwerer fiel.

Leider waren wir schon am nächsten Tage gezwungen, den schattigen Wald zu verlassen und näher dem Flusse, in die Grasebene hinaus, den Zug zu leiten, da auf eine weite Strecke das Waldterrain nun zurücktrat. Wir hätten auch beim Verfolgen des alten Weges nicht Wasser gefunden und mußten somit der Nothwendigkeit gehorchen und dem Flusse nahe bleiben. Ich hatte seiner Zeit für den Victoria-Nyanza-Transport tragbare Fässer anfertigen lassen, die nun für uns von großem Nutzen wurden, indem für die beträchtliche Anzahl Menschen wenigstens für einen halben Tag Wasser mitgeführt werden konnte. Blies aber die Trompete Mittags oder Abends »das Ganze Halt«, dann war auch für die Leute kein Halten mehr, ob der Schire-Fluß weit oder nahe, hin mußten sie; daß sie aber freiwillig die leeren Fässer mitnahmen und füllten, daran dachten sie nicht, jedes Mal mußten erst welche dazu kommandirt werden.

So lange die feuchtkalten Morgennebel noch über die Ebene wallten, wurde eine größere Regsamkeit bei allen Leuten Bedürfniß; war man doch ohne jeglichen Schutz, höchstens daß über dem Feldbett ein wasserdichter Plan ausgebreitet wurde, der kalten Nachtluft ausgesetzt worden.

Stets an der Tete, wies ich der Bahn den Weg, und hatte besonders auf das Legen des Schienengeleises zu achten; war das letzte Joch gelegt worden, kehrte ich den Weg zurück und ließ die Wagen vorschieben. Der vorderste Wagen, der die Kurven und sonstigen Geräthe enthielt, wurde immer von dazu angestellten Suaheli, gleichzeitig mit den vorausgelegten Schienen vorgeschoben, um alles Benöthigte gleich zur Hand zu haben. Im Uebrigen waren die Europäer, unser 6 Mann, so vertheilt, daß zwei hinten das Aufnehmen des Geleises beaufsichtigten, zwei bei den Wagen als Bremser fungirten, während ein Proviantmeister, der mit Hülfe der Diener und Köche für das leibliche Wohl zu sorgen hatte, sich am Transport nicht zu betheiligen brauchte.

Im Vorgehen das übermannshohe Gras noch niederzuschlagen, dazu fehlte es an Leute, darum, wo es nicht unbedingt nothwendig war, den Weg zu ebnen, ließ ich die Schienen einfach weiterlegen — durch die Last der Wagen wurde dann dasselbe schon genügend niedergebrochen. Nur unsere armen Kerle mit ihren nackten Beinen litten sehr darunter, fortwährend hockten einige nieder und zogen sich gegenseitig die eingetretenen Stacheln und Dornen aus dem Sohlleder ihrer Füße; das schilfartige Gras wurde höchst lästig für uns. Ebenso wurden bei dieser schweren Arbeit die Strahlen der niederglühenden Sonne oft unerträglich, und um dieser Gluth zu entgehen, legte man sich in den Ruhepausen gerne unter die Wagen, nur um ein wenig Schatten zu finden. Kein Wunder war es daher, daß uns die Leute erschlafften — nach Negerart sich von der Arbeit zu drücken suchten und uns wenigen Europäern es sauer machten; sie mußten fortwährend aufgetrieben und zur Arbeit angehalten werden.

Jeden Morgen, sobald die Aussicht frei, d. h. die wallenden Nebel von den Sonnenstrahlen zerstreut waren, sahen wir an der Waldlisiere oder an erhöhten Punkten in der Ebene einige Busch- oder Wasserböcke, die zu uns herüberäugten, und meistens war es von Eltz, der schon früh zur Jagd aufbrach und sich an das Wild heranpürschte, auch fast immer 1 bis 2 Stück mitbrachte; indessen ich mit der Bahn weiterzog und während der kühlen Morgenstunden auch vorwärts kam.

Am dritten Tage endlich näherten wir uns wieder dem Walde und wo derselbe an seiner Kante licht genug war, so daß wir uns mit der Bahn zwischen Baum und Buschwerk durchschlängeln konnten, wurde derselbe schon des Schattens wegen aufgesucht; lagerten wir aber nach des Tages harter Arbeit im Walde, dann horchte man auf das Lied manches gefiederten Sängers, der in der erfrischenden Abendkühle jetzt erst sein Danklied schmetterte; dazu die girrende Taube, das lockende Perlhuhn — wären nur die Mosquito barmherziger gewesen, solch ein Waldkonzert hätte man ungestörter genießen können.

Näherten wir uns hügeligem oder unübersichtlichem Terrain, so war die Einrichtung getroffen worden, den zu nehmenden Weg durch eine vorausgehende Kolonne mittelst weißer Fähnchen, welche an langen Bambusstangen befestigt waren, bezeichnen zu lassen, denn vorspringende Waldkanten behinderten des öfteren die Fernsicht, auch konnten wir nicht wissen, ob das wegelose Gebiet vor uns nicht unerwartete Hindernisse ausweisen würde.

Im Allgemeinen war das Fortschreiten mit der Bahn noch immer ein befriedigendes zu nennen; auch gab ich mir Mühe begangene Fehler dadurch auszugleichen, daß ich die Leute nicht mit überstürzender Hast arbeiten ließ, mehr im Guten sie aufforderte ihre Pflicht zu thun und ihnen zeigte wie sie sich die Arbeit erleichtern konnten, anstatt sie durch harte Worte und gar Drohungen abzuschrecken. Ich konnte daher auch gerne den einen oder anderen, wenn sie sich widerwillig zeigten, mit der Hand einen Klapps auf das nackte Fell geben, das schadete nichts, so lange sie nur wußten, daß es nicht ernst gemeint war, und ich fand die Leute immer willig meinen Anweisungen Folge zu leisten. Dennoch fehlten jeden Abend, wenn die Leute flüchtig nachgezählt wurden, einige und in 10 Tagen waren uns 63 Mann desertirt.

Dieses Resultat fanden wir, als wir uns dem Dorfe Umpassa genähert hatten (also annähernd ein Weg von 30 Kilometer zurückgelegt war) und hier durch Herrn von Eltz ein Namensaufruf der gesammten Mannschaft vorgenommen wurde. Nun zeigte es sich erst wie bald wir mit der Möglichkeit zu rechnen haben würden die Bahn nicht mehr fortbringen zu können, wenn in gleicher Weise die Leute uns verließen; darum der Sache herzlich überdrüssig, mit der Ueberzeugung, daß wir doch nicht Chilomo erreichen würden, wollte Herr von Eltz schon am nächsten Morgen den Transport verlassen und ich sollte denselben so gut oder schlecht weiter führen, als es mir möglich wäre. Das Ende aber war näher als wir dachten.

Die folgenden Thatsachen in Erwägung ziehend, kann ich nicht umhin zu erwähnen wie leicht abergläubische Furcht den Sinn des Negers verwirren kann, nämlich die Aufrufung aller Namen machte schon auf die Leute einen peinlichen Eindruck, um so mehr, als die betreffenden Capitaos für das Weglaufen der ihnen unterstellten Leute verantwortlich gemacht und für ihre Achtlosigkeit mit Strafe bedroht wurden, wiewohl diese, wenn ihr Einfluß nicht groß genug war, keinen der weglaufen wollte, hätten halten können, ebensowenig wie wir Europäer es im Stande gewesen wären. Ferner kam dazu, daß am Abend dieses 4. Novembers die noch Tags vorher im hellen Glanz erscheinende Mondscheibe nicht sichtbar wurde, sondern bald nach Sonnenuntergang sich tiefe Dunkelheit über die Erde ausbreitete, und erst später, als der Mond schon einen beträchtlichen Bogen über den Horizont zurückgelegt hatte, kam allmählich seine Scheibe wieder zum Vorschein; es war eine totale Mondfinsterniß eingetreten. Solchen Phänomina legt der Eingeborene nun eine weittragende Bedeutung bei, aus dem Grunde, weil er sich das Auftreten derselben nicht erklären kann und schreibt diesen einen großen Einfluß auf seine Handlungen zu, je nachdem er sie als gutes oder böses Omen zu betrachten geneigt ist. Mit dem Gesagten wollte ich nur andeuten, daß diese Vorgänge nicht ganz ohne Einfluß auf die Absicht der Leute, uns im Stiche zu lassen, geblieben sind und die nur eines Anlasses bedurfte, um zur Ausführung zu kommen.

Im Uebrigen war dieses Naturereigniß für einen aufmerksamen Beobachter ein fesselndes Bild. Die klare Atmosphäre durch kein Wölkchen getrübt, leuchtete der wundervolle Sternenhimmel in hehrster Pracht — von welchem herab die fernen Welten ihr Licht in das Weltall hinaussendeten und dem Menschen auf der kleinen Erde verkündeten, daß in unendlicher Ferne Millionen Körper um Sonnen kreisen, die viel gewaltigere Dimensionen haben müssen als die, welche Licht und Leben spendend unsere Sonne heißt — dazu die weite Wildniß, unabsehbare Grasebene und landeinwärts tiefdunkler Wald! Entlang der Wagenreihe lodern die Wachtfeuer zum nächtlichen Himmel empor, von denen her dumpfes Gemurmel vieler Menschenstimmen, die sonst herrschende Stille unterbrach. Im fernen Osten wird nun ein schmaler Streifen goldenen Lichtes in Form einer Sichel sichtbar — breiter und breiter wird der glänzende Rand, man sieht wie sich scheinbar ein dunkler Körper an der Mondscheibe vorüberschiebt, bald fluthet magisches Licht wieder durch den Weltenraum auf die dunkle Erde hernieder und bleicht den Glanz der goldenen Sterne; bis nach Verlauf einer guten Stunde der Vollmond, von dem schwarzen Schatten der Erde befreit, wieder sein volles Licht über die wilde Scenerie und den weiten Fluren Afrikas ergießt.

Die ausgesprochene Absicht des Führers, den Transport zu verlassen, führte noch am selben Abend zu Unterhandlungen mit dem mir bereits bekannten Häuptling Tengani, der eine Anzahl Träger und Maschillaleute stellen sollte. Letztere, gewöhnlich 12 bis 16 Mann stark, tragen den Reisenden in einer Art Hängematte, die mit ihren beiden Enden an einer starken Bambusstange befestigt ist, schnell vorwärts, indem sich die Leute fortwährend abwechseln und im kurzen Laufschritt imstande sind, in einem Tage eine weite Strecke Weges zurückzulegen.

Es ist dieses zeitweise ein angenehmes Reisen, insofern man nicht auf schlechten Wegen mühselig wandern braucht, und jeder Europäer benutzt eine Maschilla, wenn ihm die Mittel dazu zur Verfügung stehen; man hat aber auch darauf zu achten, daß die Leute sicher und zuverlässig sind, denn es ist nicht so ganz ungefährlich, da das Ausgleiten oder Stürzen eines Mannes für den Getragenen schlimme Folgen haben kann, wenn er ebenfalls mit der ganzen Wucht des Körpers auf den Erdboden oder gar Gestein aufschlägt. Mehrmals habe ich später das Pech gehabt, durch Ausgleiten eines Mannes auf schlüpfrigem Boden, Bekanntschaft mit diesem oder einer Wasserpfütze machen zu müssen.

Der Fumo Tengani indes war nicht sonderlich erbaut davon, Träger und Maschillaleute stellen zu sollen, und die leere Ausflucht, er habe keine Leute, oder werde erst nach solchen senden, hieß so viel: den ihm mißliebigen Europäer nicht unterstützen zu wollen. Auch am nächsten Morgen, als wir mit der Bahn mitten durch sein Dorf hindurchzogen, blieben erneute Verhandlungen erfolglos, sodaß anzunehmen war, er wolle nicht helfen, trotzdem ihm ein Geschenk und hohe Bezahlung zugesichert wurde.

Es hatte an diesem Morgen den Anschein, als arbeiteten unsere Leute mit größerer Lust; denn anfänglich, und bis wir durch das Dorf Umpassa hindurch waren, ging alles trotz der geringen Kräfte vorzüglich. Auch ein hinter dem Dorfe befindliches trockenes Flußbett, durch welches die Wagen mit voller Fahrgeschwindigkeit geführt werden mußten, um die hohe Uferböschung hinauf zu kommen, stellte hohe Anforderungen an die Leute; bis plötzlich beim abermaligen Vortragen des Geleises alle sich an der Tete sammelten und durch lautes Murren ihre Unzufriedenheit kundgaben.

Dieses auffällige Benehmen und die Weigerung weiter arbeiten zu wollen, welches ich mir erst nicht erklären konnte, hatte seinen Grund darin, daß den Leuten verweigert worden war sich Wasser zu holen; so groß unser Vorrath auch war, in wenig Stunden hatten die Leute alles ausgetrunken, und so stellte sich nun bei schwerer Arbeit und glühender Sonne großer Durst ein. Der Führer hatte dazu noch die Kapitaos für das Murren ihrer Leute verantwortlich gemacht, und die Folge war Gehorsamsverweigerung.

Das Nutzlose einsehend, die höchst erregten Menschen noch zur weiteren Arbeit bewegen zu können, mußte früher als sonst Pause gemacht werden; kaum aber war das Signal »das Ganze halt« geblasen, als alle Arbeiter in wilder Jagd zum Dorfe Umpassa eilten, mit Mühe nur konnte ich mich dem Strome entgegenstellen und die Leute veranlassen die Fässer und Wasserbehälter zum Wiederauffüllen mitzunehmen.

Vier Stunden später riefen Trompete und Trommel vergeblich zur Arbeit, Niemand folgte dem Rufe mehr, und zweifellos war es, daß unsere sämmtlichen von Port Herald mitgenommenen Arbeiter desertirt waren. Ausgesandte Suaheli und Soldaten bestätigten denn auch bald diese Befürchtung und als ich nach den vermißten Fässern forschen ließ, wurden diese jenseits des Dorfes unter Bäumen vereinzelt liegend aufgefunden; mithin hatte sich die Arbeiterkolonne nach beendeter Arbeit sofort auf den Weg gemacht, um in ihre Dörfer zurückzukehren.

Nicht das war das Schlimmste, daß wir nun weit vom Schirefluß in Busch und Gras mit 20 Suaheli und wenigen Soldaten saßen, und es ein Unding war mit dieser Handvoll Leute die Bahn noch weiter zu bringen, sondern daß die Expedition weit und breit bei den Eingeborenen in Mißkredit gebracht worden war; und in der Folge, da ich beim Bahntransport verblieb, konnte ich ein Lied davon singen, wie es thut, wenn man von aller, auch der geringsten Hilfeleistung abgeschnitten ist.

Das Nächste was in dieser schlimmen Lage nun zu thun, war einen Weg ausfindig zu machen, auf welchem wir die Bahn zum Flusse schaffen konnten und dann uns nach Hilfskräften umzusehen, die bereit wären uns die schwere Arbeit zu erleichtern; nächstdem galt es eine Uferstelle aufzufinden, wo später die Leichter bequem anlegen und beladen werden konnten.

Während der Transportführer flußaufwärts durch Gras und Gebüsch einen Weg zum Flusse suchen ging, wandte ich mich dem Dorfe Umpassa zu und erkundete hier von einigen Bewohnern bald, welches der nächste und beste Weg zum Flusse sei. Geführt von Eingebornen, stand ich schon nach etwa 15 Minuten am Ufer des Schire und fand hier, verdeckt durch eine kleine Bananenanpflanzung, sowohl einen guten Lagerplatz, als auch eine bequeme Anlegestelle. Darauf zum Dorfe zurückgekehrt, unterhandelte ich mit Häuptling Tengani wegen Leute, die uns behülflich sein sollten die Bahn fortzuschaffen.

Wider Erwarten zeigte sich der Fumo bereitwilliger, als nach der am vorhergehenden Tage bekundeten Weigerung uns Leute zu geben, hätte erwartet werden können und nach Uebereinkunft stellte der Fuma dann auch 42 Mann. Zur Feldbahn zurückgekehrt war Herr v. Eltz, der keinen bequemen Weg durch Gebüsch und Gras gefunden hatte, mit den vorläufigen Abmachungen einverstanden und nach längerem Schauri begannen wir rechts abbiegend mit den Leuten die Bahn fortzuschaffen.

Am Nachmittage des nächsten Tages, Sonntag den 6. November, waren wir nach angestrengter Arbeit denn endlich so weit, den Wagenzug in drei Reihen nahe dem Flusse auffahren zu können und uns so gut es ging dazwischen ein Lager einzurichten. Die Umpassa-Leute waren nun aber mit ihrer Ablöhnung nicht zufrieden, da, anstatt wie es richtiger gewesen wäre jedem einzelnen den Lohn auszuzahlen, dem Fumo der ganze Betrag überreicht wurde, der je nach Belieben seinen Leuten für ihre Arbeit entweder nichts oder nur wenig abgab. So war die Folge, daß wir es nun auch mit diesen gänzlich verdorben hatten und die vorher schon getroffene Verabredung, daß am selben Abend noch 20 Mann mit Herrn v. Eltz nach Chilomo abgehen sollten, wurde nun ihrerseits nicht eingehalten, so mußte derselbe, nur begleitet von einigen Suaheli, ohne Träger und Maschilla-Leute aufbrechen.

Die Feldbahn, als praktisches Transportmittel, steht ihre Verwendbarkeit außer Frage, selbst auf solchem Terrain, wie wir es zu durchziehen hatten; können nur die Bedingungen — annähernd genügende Menschenkraft, dazu der benöthigte Proviant — erfüllt werden, ist viel damit zu erreichen, der Führer nicht an die Zeit gebunden, kann dann die Kräfte seiner Mannschaft schonen, und langsam zwar, aber sicher zum Ziel gelangen. Verurtheilt, für voraussichtlich längere Zeit ein einsames Lagerleben hier zu führen, mußte ich zunächst darauf bedacht sein, für die Europäer eine einigermaßen sichere Unterkunft zu beschaffen, was in gänzlicher Ermangelung von Zelten — für mich war nur ein kleines vorhanden — nicht so leicht war, da wir an einen Aufbau von Hütten nicht denken konnten, weil der Wald zu weit und auch Arbeitskräfte fehlten. Man lernt aber in Afrika den Umständen Rechnung tragen und Noth macht erfinderisch, dazu, gewöhnt ein schützendes Dach schon als einen Vorzug zu betrachten, ist man in der Wahl eines solchen nicht gerade sehr penibel, sondern begnügt sich mit dem denkbar einfachsten, sofern es nur Schutz gegen Sonnengluth und Regen bietet. In dieser Hinsicht mußten wir uns denn auch zu helfen suchen so gut es gehen wollte.

Die bereits erwähnte längs dem Ufer liegende Bananenanpflanzung war das einzige schattenspendende Objekt weit und breit, und dieses benutzend, wurden einige entleerte Wagen in dieselbe hineingeschoben, darüber von Seitenwänden provisorische Dächer errichtet, diese mit wasserdichtem Tuch überdeckt, war unter den breiten Blättern der köstlichen Bananenpflanzen ein idyllischer Aufenthalt fertig gestellt.

Anfänglich war auch die Jagd noch ergiebig und mancher Busch- oder Wasserbock wurde in das Lager gebracht, sodaß zeitweise Ueberfluß an Fleisch im Lager vorhanden war. War aber mal ein Warzenschwein erlegt worden, überließ ich die Beute, bis auf die besten Stücke, dem Fumo Tengani, weil die Suaheli und Bacharias als Muhamedaner solches nicht essen, hoffend dadurch ein besseres Verhältniß zwischen uns und den Bewohnern wieder herstellen zu können. Allein es ist sehr schwer das einmal verlorene Zutrauen dieser einfachen Menschen wieder zu gewinnen. Es wollte sich trotzdem keiner bewegen lassen auch nur für kurze Zeit bei uns zu arbeiten; gleichen Mißerfolg fand ich überall, so weit ich auch meine Leute in die näheren oder entfernteren Dörfer senden mochte.

Später wurde unsere Lage bedenklicher, als Mangel an Proviant, Mtamamehl und Bataten eintrat, und tagtäglich 4 bis 6 Mann ausziehen mußten, um aus weitentlegenen Dörfern das Nöthigste für die noch über zwanzig Köpfe zählende Mannschaft heranzuschaffen. Dazu kam auch noch das Fleisch in Fortfall, weil das Wild schließlich scheu geworden und demselben nicht mehr so leicht beizukommen war. Es hatten sich auch, durch erlegtes Wild angelockt, Hyänen und Leoparden eingefunden, die nächtlicher Weile das Lager absuchten und uns freihängendes Fleisch verschiedene Male raubten.

Das Jui-i — Jui-i der Hyänen, welches man als das Lachen dieses widerlichen Thieres bezeichnet, ist in stiller Nacht keine angenehme Musik, dabei aber so durchdringend, daß man stets davon aus dem Schlafe auffährt und sich versucht fühlt dem nächtlichen Störenfried, der unheimlich leise zu schleichen versteht, eine Kugel auf das Fell zu brennen — wenn sie sich nur beikommen ließe — was uns später nur ein einziges Mal gelang. Ich hatte die Erfahrung gemacht, es sei nicht immer wohlgethan mit mehreren Begleitern auf Jagd zu gehen, weil beim Erscheinen Mehrerer das Wild stutzig wurde und abging; man nahm die Leute auch nur darum mit sich, um etwa erlegte Thiere fortzubringen, da es schwer hält im wegelosen Wald einen bestimmten Ort wieder zu finden. Aus diesem Grunde machte ich mich eines Sonntag Morgen sehr früh auf den Weg mit dem festen Vorsatz Wild zu schießen, es sei was es sei; denn der Mangel im Lager war recht fühlbar geworden, da seit nahezu einer Woche kein frisches Fleisch mehr zu erhalten gewesen war und selbst die ausgesandten Leute nur wenige Hühner hatten aufkaufen können. Ehe im Urwald der Tag noch recht zum Durchbruch gekommen, war ich schon sehr weit vorgedrungen, indes alles vorsichtige Spähen war nutzlos, wo sonst auf den rasengleichen Grasflächen im weiten Walde meistens immer Riedböcke etc. zu finden waren wollte heute kein Thier sich zeigen, nur wilde Tauben und Perlhühner, oft genug schußgerecht, lenkten durch ihr Locken und Schreien die Aufmerksamkeit auf sich. Aber ich wollte mir nicht voreilig Großwild, das noch ungesehen auf irgend einer nahen Lichtung stehen konnte, verscheuchen, war solches doch stets zu finden, wenn auch nicht immer zu erlegen gewesen.

Langsam durch den Wald dahingehend, achtete ich nur darauf, daß ich die einmal eingeschlagene Richtung auch innehielt und hatte ich fast den eigentlichen Zweck vergessen, denn bald hier, bald dort unter den gewaltigen Bäumen, Nüsse oder sonstige Früchte sammelnd, zogen die mächtigen vereinzelt stehenden Schirmakazien und andere unbekannte Arten, sowie der reiche Pflanzenwuchs meine Aufmerksamkeit von der Thierwelt ab, bis ich plötzlich zwischen den lichteren Bäumen Wild sich bewegen sah. Es war ein stattlicher Wasserbock, der auf Vorposten äsend, meine Annäherung noch nicht bemerkt hatte, und wohl wissend, wie schwer es ist, gerade solchem Thiere beizukommen, schlich ich mich vorsichtig von Baum zu Baum, bis auf etwa 100 Meter heran. Im selben Moment aber, als das laute Echo des Schusses durch den Wald hallte, brachen dicht bei mir zur Linken aus einem weiten Grasgebüsch mehr als 30 Stück Wild heraus, die auf kurzer Distanz verdutzt stehen blieben und mich anäugten; erst der zweite Schuß brachte sie in Bewegung, und im Nu waren sie fort.

Das zweite Thier, das schnell verendete, ließ ich liegen — an ein Fortschaffen war ja nicht zu denken — und folgte dem ersten, aber trotz der Blutspur bemühte ich mich vergeblich die Beute zu erreichen. So weit ich auch durch Dick und Dünn dem Thiere nacheilte, hatte doch die schnellfüßige Antilope einen zu großen Vorsprung gewonnen; schließlich als ich die Verfolgung aufgab und mich recht besann, war ich in ein solches Urdickicht gerathen, wo jede Orientierung aufhörte. Ich fand jedoch bald einen Wildpfad, verfolgte diesen bis ich eine Grasfläche erreichte, wo es möglich war die Sonne zu sehen, um nach ihrem Stande die annähernd rechte Richtung zu wählen, welche zum Schirefluß zurückführen könnte.

Jede Lust zum Jagen war mir vergangen, obgleich ich eine Wildkatze, auch einzelne Kudus, die größte Antilopenart, und eine kleine Büffelheerde zu Gesicht bekam. Erst als ein Volk Perlhühner, etwa 40 Stück mir vor die Flinte kam, schoß ich wieder, fand aber im hohen Grase und dichten Unterholz keins der Thiere, weil sie gar zu flink im Gebüsch verschwanden, wohin ich nicht folgen konnte; sie sind nur zu erlangen, wenn sie unter Feuer liegen bleiben.

Sieben Stunden schon wanderte ich ohne Wasser und Proviant, der Wald wollte mir endlos scheinen und wäre ich nicht überzeugt gewesen, daß ich recht gegangen war, der aufsteigende Zweifel hätte mich leicht irreleiten können. Endlich aber sah ich doch durch die Walddämmeruug, rechts voraus einen hellen Schimmer, der ein Ende dieses mächtigen Reviers anzudeuten schien und vorwärts strebend, fand ich mich bald am Rande einer scheinbar endlosen Grasebene. Rechts oder links nun wenden, das war die nächste Frage — doch die weite Einsamkeit gab hierüber keinen Aufschluß, darum auf gut Glück die bisherige Richtung inne haltend, bahnte ich mir einen Weg durch das übermannshohe Schilfgras, das gleich einer lebenden Mauer mich umschloß, keine Fernsicht noch Ausblick weiter gestattete, als nur das blauweißlich schimmernde Himmelszelt, wo die Lichtfluth das Auge blendete.

Nach längerer Zeit traf ich unerwartet auf einen Wildpfad, der Spuren vorübergegangener Zebras aufwies und da diese noch frisch, verfolgte ich sie in entgegengesetzter Richtung in der Voraussetzung, daß die Thiere von der Tränke gekommen sein mußten. Ich hatte mich auch nicht getäuscht, denn bald traf ich auf diesem Pfade dichtes Ufergebüsch an, daß sich erst lichtete, als ich eine Art Graben erreicht hatte, der aber so überwuchert war, daß es einzig nur für Thiere möglich schien, hindurchzudringen.

Wohl hätte ich am Ende des dunklen Ganges leicht Wasser finden können, wenn ich mich hindurch hätte winden wollen, aber ohne ein Mittel dieses zu schöpfen, scheute ich mich auch dort Wasser zu trinken, wo allnächtlich der Panther, Hyäne und andere Thiere zur Tränke kamen; mehr noch ließ mich die Unheimlichkeit des Ortes davor zurückschrecken, da unvorbereitet, eine Begegnung mit einer gefährlichen Katze keine besondere Annehmlichkeit ist, wie ich es im Somali-Land bei Kismaju erfahren mußte, wo ich mit einem Begleiter, anstatt Menschen zu finden, die uns und die Gefährten in bitterer Noth helfen sollten, im dichten Gebüsch einen sprungbereiten Panther antraf, und hätte nicht ein glücklicher Zufall das blutdürstige Raubthier verscheucht, würde ein Angriff dieser Katze doch wohl einen bedenklichen Ausgang genommen haben.

Den quälenden Durst bezwingend, wandte ich mich zunächst flußaufwärts und erkämpfte mir sozusagen Schritt vor Schritt einen Weg durch das dornige Dickicht, um zum Flusse zu gelangen, hoffend, daß es mir gelingen würde irgendwo doch noch Wasser zu erreichen; aber wie unglaublich schwierig es ist im glühenden Sonnenbrand durch solches Gestrüpp sich zu winden, kann man nur nach persönlicher Erfahrung beurtheilen. Endlich stand ich am Ufer, das aber überall steil abfiel und nirgends einen Zugang zum Flusse bot; ich sah unter mir nur Rohr und dichtes Schilfgras, welches die Wasserfläche weithin bedeckte, so daß, hätte ich auch herankommen können, dieses dem Fuße keinen Halt geboten haben würde, um zum fließenden Wasser zu gelangen.

Vergeblich also war alles Mühen gewesen — so nahe dem erquickenden Naß und doch so unerreichbar — da entschloß ich mich, um die Qual zu lindern, eine im Urwald gefundene Frucht, von breitästigen gewaltigen Bäumen, ähnlich einer Citrone, goldgelb und saftig, anzuschneiden und diese zu versuchen; allein kaum hatte der Saft die Lippen berührt, als sie, wie mit einer ätzenden Flüssigkeit besprengt, sofort entsetzlich an zu brennen fingen und zu dem qualvollen Durst kam noch der entsetzliche Schmerz! Nun fast völlig ermattet, suchte ich am Rande der Grasebene fortzukommen, in der Voraussetzung, daß das Lager flußaufwärts liegen müsse. Doch nach einiger Zeit kamen mir ernste Zweifel, ob ich wohl die rechte Richtung eingeschlagen hätte, da in dieser Wildniß nichts einen Anhaltepunkt abgab, und die schwerwiegende Frage war, flußaufwärts- oder -abwärtsgehen. Ein langes Besinnen in solcher Lage konnte nur von Nachtheil sein und Wankelmuth irreleiten, darum, ob falsch oder recht, weiter ging ich, das Gewehr als Stütze benutzend, denn die sonst leichte Last lag wie ein Centnergewicht schon auf den Schultern.

Bald sah ich auch eine kleine kultivirte Fläche Landes, die darauf hindeutete, daß in nicht allzu großer Entfernung menschliche Wohnungen zu finden sein müssen, ich fand auch nach näherer Untersuchung im Gebüsch verborgen eine kleine Wärterwohnung, die zur Zeit, wenn solche abgelegenen Felder bestellt werden von einigen Leuten bewohnt wird, um Nahrung suchende Flußpferde, welche mit Vorliebe solche Aecker nächtlicher Weile verwüsten, durch Lärm zu verscheuchen, jetzt aber unbewohnt war. Indessen war ich doch froh die Gewißheit zu haben, nicht irre gegangen zu sein, und einen in der Nähe stehenden verkrüppelten Baum erkletternd, gelang es mir über die Gebüsche hinweg Umschau zu halten. Ich erkannte in einiger Entfernung eine Vorrathskammer der Eingebornen und strebte derselben zu, hoffend, daß ich die würde erklimmen können, um mich dann besser zu orientiren, wo ich mich eigentlich befände. Es sind dieses etwa 15 Fuß hohe aus einfachen Baumstämmen aufgeführte Gerüste, auf welchen die Bewohner eines Dorfes in großen runden Korbgeflechten, mit einem ebensolchen Dache versehen, ihren Vorrath an Getreide, Mtama und Mais aufbewahren; namentlich in Gegenden, wo es vorkommt, daß der Fluß in der Regenzeit Alles überschwemmt und die Menschen dann Dörfer und Hütten den Elementen preisgeben müssen. Durch diese Bauten, die stets in solchem Falle noch mit Canoes zu erreichen sind, schützen sie sich vor Hunger und Noth.

Das Erklettern des Gerüstes war trotz der körperlichen Abspannnng nicht so schwer, doch über die vorstehende Plattform konnte ich erst nach mehreren Versuchen und Aufbietung aller Kraft gelangen; schließlich oben angelangt, hatte ich die Genugthuung, weite Umschau über den wie einen Silberstreifen sich hinschlängelnden Fluß und über die wilde Gegend in ihrer sich gleichbleibenden Monotonie, halten zu können.

In weiter Entfernung flußaufwärts glaubte ich denn auch eine bekannte Baumgruppe zu erkennen unter welcher ich einst nach mühseligem Marsch Rast gehalten hatte und die vor dem Dorfe Umpassa liegen mußte. Soweit nun orientirt, machte sich das Verlangen nach Nahrung geltend, die unmittelbar neben mir in Mengen lagerte, aber um einen Maiskolben zu erlangen, hätte ich das Geflecht zerschneiden müssen, ein Versuch, das Dach zu heben, war mißlungen; dieses jedoch mochte ich nicht thun und den Besitzer so schädigen, dem sicher an ein Paar Maiskolben nichts gelegen war, der aber später durch Vögel und namentlich Ratten einen beträchtlichen Schaden erlitten hätte. Herabgestiegen, nahm ich die beschwerliche Wanderung durch das wegelose Gras in heißer Sonnengluth wieder auf, bis ich endlich einen Fußpfad fand, auf welchem ich nach halbstündigem Wandern das Dorf erreichte.

Recht auffallend war die Ruhe im Dorfe, als sich weder Mann, Weib, noch Kind sehen ließen; erst nach längerem Suchen kam ein altes Mütterchen zum Vorschein, das mir auf Verlangen in einer Kürbisschale das langentbehrte Wasser geben konnte. Nach der Ursache, wo die Einwohner abgeblieben seien, brauchte ich nicht zu forschen, denn inzwischen hatte ich vom Lager herübertönend, wildes Geschrei und Halloh vernommen, welches mich veranlaßte, so schnell als es noch gehen wollte hinüberzueilen, um die Veranlassung kennen zu lernen.

Zum Ufer gekommen, bot sich mir an der Stelle, wo gewöhnlich die Frauen vom Dorfe Wasser schöpften, etwas unterhalb des Lagers, ein Anblick dar, der würdig gewesen wäre von der Hand eines Malers aufgenommen zu werden. Ich traute meinen Augen kaum; auf einem gewaltigen, noch halb im Wasser liegenden Flußpferde tanzten die schwarzen Gestalten herum, während einige meiner Leute mit langen Buschmessern die Hinterschenkel des Kolosses abzutrennen suchten; die Eingebornen aber, in Ermangelung solcher Instrumente, mit ihren Speeren die dicke Haut aufzuschneiden und Fleisch zu erlangen sich bemühten. Bald erfuhr ich auch, daß es dem Zimmermann Ottlich gelungen war einem mitten im Flusse auftauchenden Flußpferd einen tödtlichen Schuß beizubringen und, ehe das Thier in die Tiefe sinken konnte, von kühnen Eingebornen, die sich mit einem Canoe herangewagt hatten, mit einem starken Tau ans Land geholt worden war. Fünfzig Mann waren aber nicht imstande gewesen den gewaltigen Fleischklumpen höher das Ufer hinauf zu schaffen, sodaß mit der Zerlegung in der erwähnten Weise begonnen werden mußte, und, da die Europäer nach dem Fleische eines Cibokos kein Verlangen trugen, hatten sie es außer dem bereits abgetrennten Kopf den Leuten und Eingebornen überlassen.

Der Stärkung vor allem bedürftig, glich eine Mahlzeit, bestehend aus Biscuits und Sardinen, das zehnstündige Fasten wieder aus, und nachdem einige Leute nach der im Walde erlegten Antilope ausgesandt waren, denen ich noch möglichst genaue Weisung gab, wo das Thier zu finden sein würde — ich hatte nämlich bis zu jenem Orte, am zurückgelegten Wege, wo Büsche standen, hin und wieder kleine Zweige als Merkzeichen niedergebrochen, die einmal aufgefunden, den Leuten nicht entgehen und sie zur betreffenden Stelle hinführen würden — beschloß ich dem Streite ein Ende zu machen.

Ich sagte dem Fumo Tengani, der nicht minder eifrig wie alle Uebrigen bestrebt war sich einen Antheil am Fleisch des Thieres zu sichern, er und seine Leute würden alles unter sich theilen dürfen, wenn er mir dafür zusichert, sobald der erste Leichter ankommt, ein Dutzend Arbeiter gegen Bezahlung zu stellen, die nöthigenfalls wenigstens bis Chilomo mitgehen müßten; auch gelegentlich Boten geben wolle, welche ich nach dorthin oder Port Herald zu senden haben würde. Billig genug war das Verlangen, auch in Anbetracht der großen Gabe, von welcher zu eigenem Gebrauch verhältnißmäßig wenig genommen wurde, nicht zu viel verlangt. Ich ersah auch aus der hier versammelten Anzahl Dorfbewohner, daß die bisherige Ausflucht des Häuptlings »er habe keine Mannschaft« leere Redensart gewesen war.

Besonders hierauf hinweisend, ging er denn auch auf die gestellte Bedingung ein und überzeugt, daß im Lager überreichlich Fleisch vorhanden war, überließ ich bis auf die werthvolle Haut, die sauber dem glücklichen Schützen abgeliefert werden mußte, den Eingebornen das Thier. War aber vorher schon Zank und Streit bei der Zerlegung gewesen, war das Kämpfen um Mein und Dein bald nachher nicht mehr hübsch anzusehen; eine Begierde die an Habsucht grenzte, machte jeden auf den andern neidisch, dem es gelungen war ein besseres Stück Fleisch zu erlangen. Toll war es, wenn die Weiber sich die von den Männern zugetragenen Eingeweide gegenseitig entrissen, sie kämpften darum bis die Siegerin mit der Beute entfloh, um sobald diese in Sicherheit gebracht war, sogleich wieder auf dem Schauplatz zu erscheinen, damit sie sich einen neuen Antheil sichern konnte. Bis weit in die Nacht hinein — das frische Fleisch wurde sogleich an hellen Feuern gebacken — schallte das Lärmen zum Lager herüber; man hätte meinen können, die Theilnehmer am Gelage lägen sich fortwährend in den Haaren. Am anderen Morgen war aber auch nicht das Geringste von dem mächtigen Thiere übrig geblieben, nur vereinzelte Knochen und die sauber ausgeschrapte Haut.

Uebrigens labten wir Europäer uns nicht minder an einem Wildbraten, wozu der von den ausgesandten Leuten glücklich aufgefundene Buschbock das Nöthige lieferte; ich glaube das Flußpferdfleisch hätte im anderen Falle uns schadlos halten müssen! —

Wenige Tage später traf Brückner mit seinem Leichter beim Lager ein, hatte aber so wenig Leute bei sich, daß ich mich genöthigt sah ihm Ersatz zu verschaffen, damit es ihm möglich werde gegen den Strom fortzukommen. Gleicherzeit brachte er die Nachricht, der Major sei schon von Katunga aufgebrochen und habe wahrscheinlich mit seinen Lasten bereits das Schiregebirge überschritten, aber auch die traurige Kunde, daß der Kesselschmied Wedler, bisher sein Assistent, durch den heftigen Anprall seines Fahrzeuges gegen das Ufer sehr schwer verletzt sei; derselbe habe sofort von seinen Leuten nach Blantyre gebracht werden müssen, wo vermuthlich noch unser Expeditionsarzt Dr. Röver anzutreffen war, wenn nicht, ein englischer Missionsarzt sich des Verletzten annehmen könnte.

Es muß jedoch für den Verunglückten eine Höllenqual gewesen sein vier Tage lang in einer Maschilla zu liegen, ehe ihm Linderung und Hilfe zu Theil wurde.

Die Ankunft des Leichters gab mir Veranlassung, den Fumo Tengani laut getroffener Verabredung um Stellung einer Anzahl Leute anzugehen, aber ich sollte abermals die Erfahrung machen, daß Zusagen und Versprechungen bei den Eingebornen wenig Geltung haben und erst nach langen Verhandlungen bewog die Drohung, er würde im Weigerungsfalle bei dem englischen Administrator Mr. Hiller in Chilomo angezeigt werden, ihn, mir zehn Mann zu stellen, zu mehr wollte er sich nicht bewegen lassen; ich war aber auch mit dieser Zahl zufrieden, wenigstens konnte der Leichter expedirt werden.

Ein ähnlicher Fall trat eine Woche später ein. Wißmann war nämlich mit seinem Fahrzeug in Chilomo eingetroffen, und wie jedesmal, seine Leute desertirt, er hatte nur noch vier Suaheli Bacharias bei sich mit denen es unmöglich war die Fahrt fortzusetzen. Da in Chilomo absolut keine Leute zu bekommen waren, hatte ich nun auch Ersatz zu schaffen, war vielmehr dazu verpflichtet, als mir mit einem Eilboten von Katunga aus die Nachricht von v. Eltz zugegangen war, daß mir vorläufig der Befehl über die ganze Transportexpedition übertragen sei.

Ich wandte mich nun zunächst nach Port Herald und bat um einige zwanzig Mann; der Bescheid aber, den ich erhielt, ließ mich erkennen wie aussichtslos eine solche Bitte gewesen und wie wenig geneigt man dort war uns noch zu unterstützen, was selbstverständlich nur darauf zurückzuführen war, daß die früher gestellten und desertirten Leute sich bitter über uns beschwert hatten. Es spielt das Schicksal aber doch oft wunderbar im Menschenleben! — Hätte jener Mr. Steavenson, an den ich mich gewandt hatte, wohl ahnen können, daß ein Deutscher ihm später das Leben erhalten sollte, zu einer Zeit, als er schwer verwundet in meiner Hütte lag! überhaupt meine Unterstützung ihn und seine Gefährten aus höchst bedrängter Lage erst befreite, jedenfalls würden dann seine Entschließungen anders ausgefallen sein.

So sah ich mich denn genöthigt nochmals den Häuptling Tengani dringend um Unterstützung zu ersuchen, obgleich ich voraussetzen mußte, daß im Nothfalle erst Zwangsmittel in Anwendung kommen würden, ehe er sich dazu verstehen würde; ich bekam aber im Dorfe solchen Bescheid, wie ich ihn nicht erwartet hatte. Kurzweg abgewiesen, ließ mir der Fumo sagen: sind die Leute, welche er mir bereits gegeben erst wieder in ihrem Dorfe angelangt, und nicht wie er vermuthe, gezwungen worden weiter zu gehen, dann wolle er wieder mit dem weißen Manne verhandeln. Eine gewisse Berechtigung hatten die vorgebrachten Gründe, als ich selbst voraussetzen mußte, die zehn Mann seien mit Brückner weiter gegangen, daß dieses indes freiwillig geschehen, wußte ich ebenso gut. Ich hatte nämlich Anweisung gegeben, die Leute wegen ihrer Ablöhnung zu mir zu schicken, auch hätte es diesen jederzeit frei gestanden zu gehen, wenn sie gewollt hätten.

Auf gütige Einigung war also nach einer solchen Abweisung nicht mehr zu rechnen; daher wandte ich mich nothgedrungen an den englischen Administrator in Chilomo und bat nach Klarlegung der Verhältnisse, dem Fumo Tengani die Anweisung zu geben, mir die benöthigte Anzahl Leute zu stellen, denn der nebenbei gemachte Vorwand, die Bewohner müssen jetzt ihre Aecker bestellen, war nichtig, insofern, als die Frauen diese Arbeit verrichteten und die Männer nur höchst selten zu einer Handreichung sich bequemten.

Die wenige Tage später eingetroffene Antwort, von zwei Askaris (Soldaten) überbracht, informirte mich dahin, daß die als Polizei fungirenden Leute sich mit dem Häuptling in Verbindung zu setzen haben und diesen verlassen werden, da er als widersetzlich bekannt war, aus seinem oder den nächstliegenden Dörfern mir Leute zu geben, andernfalls haben die Soldaten Auftrag, den Fumo mit nach Chilomo zu führen, was er aber umsomehr vermeiden wird, als es ihm bekannt ist, daß er dann nicht straflos ausgeht. Ich glaubte daraufhin nun ein leichtes Spiel zu haben, da ich durch die englisch sprechenden Leute meine Wünsche übermitteln lassen, also kein Mißverständniß entstehen konnte.

Es war indes mit dem alten Fuchs nichts anzufangen; er sagte wohl nach langem nichtssagenden Verhandeln zu, Leute zu bringen, sandte auch einige Mann in das Lager, wurde aber dann darauf gedrungen, die bestimmte Anzahl endlich zu senden, machte er allerlei Einwendungen und Ausflüchte, so daß es wirklich eine Geduldsprobe war, diese mit anzuhören, und wollte man sich nicht selber schädigen, indem durch seine Abführung jede weitere Verhandlung aufhörte, mußte gewartet werden. Am zweiten Tage, Sonntag den 20 Nov., der Leichter war zur Abfahrt bereit, ging ich gegen 9 Uhr Morgens in das Dorf mit dem festen Vorsatz der Sache nun ein Ende zu machen, entweder der Häuptling gab die versprochenen Leute oder die Soldaten sollten ihn ohne weiteres nach Chilomo bringen. Von nichts unterrichtet, (die Askaris hatten mir nur die Mittheilung gemacht, es seien die Eingebornen zu einem großen Schauri versammelt) fand ich im Dorfe eine unerwartet große Anzahl Männer vor, zusammengerufen von dem Fumo, die wie aus dem Verlauf der Verhandlung ersichtlich wurde, sich zu einem großen Protest gegen das Vorgehen der Europäer hier eingefunden hatten. In die Mitte der Männer tretend, die alle im weiten Kreise am Boden hockten, wandte ich mich der Berathungshütte und den Aeltesten zu, dabei wollte es mir scheinen, als würden unter dem lauten Gemurmel so vieler Stimmen drohende Zurufe ausgestoßen, das erst auf das Geheiß der an meine Seite getretenen bewaffneten Askaris verstummte. Mir that es fast leid allein und waffenlos gekommen zu sein, durfte nun aber durchaus nicht zeigen, daß ich irgend welche Besorgniß hegte, mußte vielmehr dem Kommenden furchtlos entgegentreten, um Herr der Situation zu bleiben.

Eingeleitet wurde sodann das Schauri mit der Verlesung jener Verfügung, die Bezug hatte auf die Stellung von Leuten, und im Weigerungsfalle auf die Abführung des Fumo. Darauf ließ ich erklären, daß keiner glauben solle, er müsse umsonst arbeiten oder werde gezwungen weiter mitzugehen als er sich verpflichtet habe; ein Jeder erhalte den ausbedungenen Lohn, sobald er zurückkehre. Nachdem nun noch lange hin und her gesprochen worden war, wovon ich so gut wie nichts verstand, nur den Sinn des langen Geredes durch die verhandelnden Askaris erfahren konnte, erhob sich plötzlich aus der Mitte der Vornehmen und Häuptlinge ein mir bereits bekannter Sprecher und legte mit lauter Stimme seine Ansichten dar; doch schließlich hatte er sich so in Extase geredet, daß sein Sprechen nur noch ein Schreien war, erst als er sich beruhigte, erfuhr ich, um was es sich eigentlich gehandelt hatte. Solche Redner, meistens Medizinmänner, üben einen großen Einfluß aus, deren Rathschläge gewöhnlich befolgt werden und manche unheilvolle That wird daraufhin ausgeführt. Sie versetzen ihre Zuhörer in Wuth der Begeisterung, die dann den Worten unmittelbar die That folgen lassen, ob diese verhängnißvoll ist oder nicht; Ueberlegung kennt der Neger in solchen Momenten nicht mehr.

Gutes war es sicherlich nicht, was dieser Medizinmann seinen aufmerksamen Zuhörern verkündigte, und wer hätte die Folgen absehen können, wenn sein Einfluß die volle Wirkung erlangt hätte! Es war für mich vielleicht ein Glück, daß die Askaris den Ausführungen des wüthenden Redners energisch Einhalt geboten hatten, sogar die Waffen erhoben, als er nicht Folge leistete, woraus ich schließen konnte, die Situation sei schon recht bedenklich geworden. Als er aber zur Ruhe gewiesen wurde, erhob sich ringsum ein drohendes Gemurre, welches die Soldaten anfänglich Mühe hatten zu beschwichtigen.

Darauf erfuhr ich in kurzen Worten den Sinn der langen Rede, nämlich: die weißen Männer kommen in das Land und nehmen was ihnen beliebt, führen große Kriegsschiffe und Boote auf den Fluß, haben viele schwere Lasten, welche die Bewohner müssen transportiren helfen; dazu wird der schwarze Mann dann noch gezwungen sein Dorf zu verlassen und weit mit dem Europäer zu gehen, der ihn noch obenein schlecht bezahlt und behandelt!

Es ist nicht schwer sich hierzu die weiteren Ausführungen des erregten Mannes, der seine Erfahrung aus dem Vorgehen der Portugiesen und Engländer geschöpft, auch nicht so Unrecht hatte, denken zu können, wie immer aber, so war es auch hier der Fall, der Bewohner dieses Landes kann sich keine Vorstellung davon machen, daß die wenigen in sein Land gekommenen Weißen verschiedenen Nationen angehören sollten; sieht er doch bei allen das gleiche Bestreben, daß diese auf seine Kosten sich Vortheile verschaffen, ihm seinen ungeheuren Besitz nehmen und in seiner Freiheit beschränken. Er dehnt also seinen Haß und Abneigung auf alles aus was fremd heißt, indem er es nicht begreift und versteht, wie eine Handvoll weißer Männer verschiedenen Völkern angehören kann, da jeder Portugiese und Engländer, gleichviel, ihm klar zu machen sucht, daß hinter jedem ein mächtiges Volk steht, in dessen Namen er Besitz ergreift und das ihn schützt.

Sogleich ließ ich der Versammlung durch den Dolmetscher erklären, daß wir Deutsche nicht mit unsern Lasten hierher gekommen sind, um ein Schiff zu bauen oder gar hier im Lande zu bleiben, sondern wir gingen weit von hier zu dem großen Nyassa-See und kommen nie mehr zurück, alle aber wüßten auch, daß wir viele und schwere Lasten haben, welche wir nicht tragen können, darum sollen sie uns nur kurze Zeit helfen um von hier fortzukommen, und wer es thut, wird gut bezahlt.

Nach dieser Verkündigung herrschte momentan tiefes Schweigen — dann aber erhoben sich wieder viele Stimmen, die im wirren Durcheinander das Gehörte diskutirten. Mir indes wurde die Sache schließlich zu bunt, und so erklärte ich dem Häuptling rundweg, wenn er mir bis die Sonne am höchsten stehe keine Leute gegeben habe, gehe er unbarmherzig nach Chilomo. Dieser gab denn auch, nachdem er den Ernst dieser Erklärung und jede fernere Weigerung als nutzlos eingesehen hatte, eine bestimmte Zusage; ich aber verließ unbehelligt die Versammlung, um im Lager das Weitere abzuwarten.

Um 3 Uhr Nachmittags kam der Fumo mit 9 Mann und versicherte, daß am Wege nach Chilomo weitere acht zu diesen stoßen würden; er gab auch den Soldaten genau Anweisung an welchem Orte dies geschehen würde. Nachdem ich noch die Askaris für ihre Mühe belohnt hatte, versprachen sie die Kolonne sicher im Lager von Chilomo abzuliefern.

Die Veranlassung zur Uebergabe des Kommandos an mich war dadurch gegeben, daß von Eltz nach Blantyre zum Major gerufen wurde. Der Grund dazu war, eine endgültige Entscheidung über die hochwichtige Frage zu treffen, ob es noch möglich sein würde die Expedition, wie vorerst geplant, noch nach dem Tanganjika-See zu führen, oder den Nyassa-See als Endziel zu betrachten; hatten sich doch bisher uns solche Schwierigkeiten in den Weg gestellt, daß zu befürchten war, das Schiffsmaterial, namentlich die werthvollen Maschinentheile, würden einen vermuthlich noch über ein Jahr währenden Transport nicht mehr aushalten, wenigstens durch den Einfluß der Witterung, die Eisen in den Tropen rasch angreift, beträchtlich geschädigt werden. Ein Gutachten hierüber und über die Möglichkeit eines längeren Transportes von mir eingefordert, konnte ich dieses nach bestem Wissen nur dahin beantworten, daß es, nach der Beschaffenheit des Materials zu urtheilen, wünschenswerth erscheine, den Dampfer schon am Nyassa-See zu erbauen; ein Durchführen der Expedition aber bis zum Tanganjika schließlich das Ergebniß haben könnte, aus stark mitgenommenen Beständen das Schiff erbauen zu müssen.

Bedenkt man, mit welchen Schwierigkeiten wir bisher schon zu kämpfen gehabt hatten, wie überaus gegen alle Erwartung langsam die Expedition hatte vordringen können, so mußte die Voraussetzung, die Hindernisse könnten noch viel größer werden, volle Berechtigung finden, und nach dem Vergangenen zu urtheilen, das Endziel, der Tanganjika, in weiter Ferne gerückt erscheinen.

Es scheint, daß Major von Wißmann seinen anfänglichen Plan die Expedition über die Schirefälle zu führen nach näherer Erkundigung über den Weg, den einst Livingstone genommen, hat aufgeben müssen und den vielleicht schwierigeren über das Gebirge deshalb gewählt hat, weil die Trägerfrage in dieser Zeit eine heikle geworden war. Blantyre freilich war ein starker Stützpunkt, als Uebergangstation gedacht, allein eine gewisse Abhängigkeit von den Engländern damit auch verbunden, insofern als das Trägermaterial zum großen Theil ihnen zur Verfügung stand, wodurch den Unterhändlern ein großer materieller Vortheil erwachsen mußte.

Aus unserer Verlegenheit Nutzen zu ziehen, waren die Herren Engländer gern bereit, hatten doch schon vorher ein Portugiese und auch ein einflußreicher Händler in Chilomo sich erboten, hunderte von Leute zu stellen, aber die überaus hochgeschraubten Bedingungen waren für die Kasse der Expedition denn doch ein wenig zu weit gegriffen. —