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Die Friedensburg bei Leutenberg

Chapter 2: Vorwort
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About This Book

The book examines a Thuringian hilltop fortress and its occupants through architectural description and archival research. It traces the site's development from an early refuge and watchpost into a fortified residence, analyzing masonry, plan, towers and later additions, and links building phases to shifting ownership among regional noble lines. Local documents, family pedigrees and pictorial sources are used to reconstruct daily life, administrative functions and burial practices, while noting gaps due to lost records and fires. The account aims for an accessible, locality-focused history integrating material evidence with surviving written notices.

Vorwort

Die Friedensburg ist oft das Ziel von Wanderungen oder der Ort, wo Erholung in der frischen grünen Bergwelt gesucht wird. Wer die eigenartige Stimmung genießt, die das Schloß vermittelt, empfindet dann auch den Wunsch, etwas von den vergangenen Geschlechtern zu vernehmen, die hier gelebt haben, und aus deren Lebensbedürfnissen heraus die Gebäude entstanden sind. Die Frage wird dann oft gestellt: Wann ist die Burg gebaut worden? – Die Antwort kann nur lauten: Eine Burg ist das Werk von Jahrhunderten! – Man hat ihre Geschichte abzulesen an der Form der Bauteile, am Baustoff, an gediegener oder flüchtiger Arbeit und an den Schmuckbeigaben ihrer Einrichtung. Aber diese Formenschrift zu entziffern, gelingt nicht ohne weiteres und ist nicht jedem geläufig. Dann erhebt sich die Frage nach geschichtlicher Belehrung in Büchern oder Urkunden. Gedruckte Literatur über Leutenberg ist nur ganz spärlich vorhanden. Einzelaufsätze sind in Fachschriften zerstreut. Die Urkunden der Stadt sind Opfer der Feuersbrünste geworden, mit denen Leutenberg heimgesucht wurde wie kaum eine zweite Stadt. Die Urkunden im ehemals Fürstlichen, jetzt Thüringischen Staatsarchiv zu Rudolstadt sind noch nicht zusammenhängend durchforscht worden auf Leutenberger Nachrichten hin.

Durch das überaus gütige Entgegenkommen des Staatsarchivars Herrn Geheimen Rat Dr. Bangert, der auf Ordnung und Verzeichnisse der Archivschätze die Kraft eines vollen Manneslebens verwendet hat, war es mir möglich, die unter vielen Gesichtspunkten zerstreut liegenden Angaben zu finden und in knapper Fassung zusammenzustellen. Die Bilderschätze der Heidecksburg in Rudolstadt, die aus dem sechzehnten und siebzehnten Jahrhundert erhalten geblieben sind, haben, soweit sie Leutenberg betreffen, die heimatliche Forschung noch wenig beschäftigt. Was davon deutlich zu erkennen und nachzuweisen war, habe ich hier mit verwertet und berücksichtigt.

Die Stammtafeln des Hauses Schwarzburg von Oskar Vater haben mir bei der Arbeit wesentliche Hilfe geleistet. Für das späte Mittelalter diente Paul Jovius, Chronicon Schwarzburgicum, als Wegweiser, doch war dabei manches zu berichtigen.

Meine Aufgabe erblickte ich nicht in gelehrter Deutung der Nachrichten, sondern in schlichter, allgemein verständlicher Schilderung des Lebens, das sich die Jahrhunderte hindurch auf der Burg abgespielt hat. Heimatliebe hat mich dabei geleitet. Heimatkunde tut uns not.

Rudolstadt, Frühjahr 1925.
Dr. Berthold Rein.