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Die Friedensburg bei Leutenberg cover

Die Friedensburg bei Leutenberg

Chapter 5: Philipp, 1540–1564
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About This Book

The book examines a Thuringian hilltop fortress and its occupants through architectural description and archival research. It traces the site's development from an early refuge and watchpost into a fortified residence, analyzing masonry, plan, towers and later additions, and links building phases to shifting ownership among regional noble lines. Local documents, family pedigrees and pictorial sources are used to reconstruct daily life, administrative functions and burial practices, while noting gaps due to lost records and fires. The account aims for an accessible, locality-focused history integrating material evidence with surviving written notices.

Philipp, 1540–1564

Drei Söhne von Hans Heinrich waren als Kinder gestorben, der vierte, Graf Albert, fünfundzwanzig Jahre alt als strebsamer, hochbegabter Student am 26. Januar 1555 in Jena. Sein Lehrer, Professor Stiegel, hat ihm in einem wortreichen Nachruf ein Denkmal gesetzt. Der fünfte Sohn, Philipp, folgte dem Vater in der Herrschaft. Über seine Ausbildung und Lebensschicksale sind nur vereinzelte Nachrichten auf uns gekommen. Der Magister Bonaventura Albrecht aus Saalfeld, bekannt als Liederdichter der Reformationszeit, war sein Lehrer. Studien in Jena scheinen dann gefolgt zu sein.

Graf Philipp war wohl auch von Jugend auf schwächlich. Außerdem lasteten die mißlichen Vermögensverhältnisse schwer auf ihm. Seine drei Schwestern verheirateten sich nach Braunschweig, Hohnstein und Plauen, sein jüngerer Bruder, Sighart, verunglückte noch als Knabe in Schwarzburg durch einen Sturz aus dem Fenster. Kaum 19 Jahre zählte der Graf, als er sich vermählte mit Katharina, einer geborenen Herzogin von Braunschweig-Grubenhagen. Sie war 16 Jahre älter als er und verwitwet aus einer Ehe mit Johann Ernst von Sachsen-Koburg.

In Leipzig, wo er sich zur Kur bei einem Spezialarzt aufhielt, starb der letzte Graf von Leutenberg am 8. Oktober 1564. Die Beisetzung erfolgte in Leutenberg. Seine Witwe war ein unglücklicher Charakter, überstolz auf ihre Abstammung, unruhig und führerlos. Sie starb in Saalfeld 1581. Mit ihren Anliegen beschäftigte sie lebhaft die schwarzburgischen, sächsischen und kaiserlichen Behörden, so daß sich die Verhandlungen lang hinzogen und erst nach ihrem Tode beigelegt wurden.