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Die Gotischen Zimmer: Roman cover

Die Gotischen Zimmer: Roman

Chapter 4: Drittes Kapitel Die Storöer
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About This Book

The novel unfolds around a series of gatherings in an ornate gothic salon where former bohemian companions, now partly incorporated into academic society, reunite. Warm conviviality gives way to tension as old friendships, artistic ideals, and national politics collide: debates over artistic integrity, institutional honors, and a celebrated guest from Norway expose splits between reformist outsiders and conservative professors. Episodes alternate lively reminiscence, song, and revelry with mocking speeches and ideological confrontation, tracing a shift in cultural life at the close of an era and examining loyalties, hypocrisy, and the costs of compromise.

Drittes Kapitel
Die Storöer

Redakteur Gustav Borg stand auf dem Vorderdeck des kleinen Schärendampfers, der nach Storö fuhr, wo er sein Besitztum hatte; aber in seiner erregten Gemütsstimmung hätte er sich am liebsten unsichtbar gemacht oder im Notfall blind und taub.

Zwei fremde Herren befanden sich in seiner Nähe, und er mußte ihr Gespräch mit anhören.

»Eine hübsche Stadt ist Stockholm auf jeden Fall; aber sie wirkt doch wie eine Dekoration, denn sie ist zu groß und glänzend, um ein ödes Land zu repräsentieren.«

»Ödes?«

»Ja, ich habe kürzlich eine Inspektionsreise durch ganz Schweden gemacht, ich bin nämlich Inspektor einer Lebensversicherungsgesellschaft; und ich bin durch ganze Provinzen gezogen, ohne Menschen zu sehen; in dem Zug waren fünf Leute, auf den Bahnhöfen war es totenstill. Kam ich in eine große Stadt, so war sie von Beamten bevölkert: ein Landeshauptmann, ein Bischof, ein Oberst, dazu ein Stab von Bürgermeistern, Ratsherren, Postmeistern, Telegraphenkommissaren – und ein paar Kaufleute.«

»Aber die Bevölkerungszahl ist doch auf fünf Millionen angewachsen?«

»Allerdings; doch unter diesen fünf Millionen ist nur eine Million Männer zwischen zwanzig und fünfundfünfzig Jahren. Zweiundeinehalbe Million sind Kinder und Frauen ohne Beruf. Aber jene Million erwachsener, arbeitsfähiger Männer muß die zweieinhalb Millionen Unproduktiver versorgen, muß außerdem 170 000 Beamte ernähren, abgesehen vom Militär, das 133 000 ausmacht. – Du hörst, ich weiß als rechter Lebensversicherer über meine Leben Bescheid.«

»Haben wir 170 000 Zivilbeamte?«

»Ja, wir haben 67 000 Post-, Telegraphen- und Eisenbahnbeamte, 27 000 Regierungsbeamte, 28 000 Geistliche mit Gehilfen, 38 000 Lehrer, 17 000 Kommunalbeamte.«

»Das ist ja unsinnig.«

»Ja, aber es ist so! Ich kann es nicht ändern; und es ist kein Geheimnis, denn es steht in der offiziellen Statistik Schwedens gedruckt. Das schlimmste aber ist die Auswanderung! Seit ich 1866 in die Gesellschaft eingetreten bin, sind 780 000 Menschen ausgewandert.«

»Siebenhunderttausend?«

»Ja; in den vier Jahren zwischen 66 und 70 wanderten hunderttausend aus. Als die Zahl später sank, schrien die Patrioten und sagten: Seht ihr jetzt, daß es nicht gefährlich war! Aber dann kamen die Jahre 81 bis 85, als 175 000 auswanderten. Und dann 86 bis 90 mit 200 000 Auswanderern.«

»Was sagten die Patrioten da?«

»Nichts! Doch, sie begannen auf der ›Schanze‹ ihre Erinnerungen zu sammeln und bauten im Vorgefühl des nahen Endes ein Museum.«

»Warum wandert man aus; ist die Armut schuld?«

»Nein, die Armut soll es nicht sein.«

»Was ist es denn?«

»Die Volkshochschullehrer – das sind sonderbare Leute, mußt du wissen – behaupten, es sei Mangel an Vaterlandsliebe; wie aber dieser Mangel entstanden ist, sagen sie nicht. Ich habe einmal so einem Erzieher geantwortet: wie kann man ein Land lieben, dessen Grund und Boden dem Ausländer gehört? Du weißt doch, daß der schwedische Grund und Boden für 226 Millionen dem Auslande verpfändet ist, daß die Kommunalschulden sich auf 175 Millionen belaufen und daß die staatliche Obligationsschuld 287 Millionen beträgt. Das Land verpfändet, und wird's auch bleiben, singt man jetzt in gewissen Klubs. Nun stellt man gewöhnlich den Hypothekenschulden die Sparkassengelder entgegen. Aber die Sparkassengelder sind an ebensoviele Pumper ausgeliehen und werden nach und nach von Auswanderern abgehoben, die sie für das Schiffsbillett reserviert hatten. Die Staatsobligationen sind durch das Eisenbahnmaterial gedeckt; das ist jedoch eine falsche Buchführung, denn Schienen und Lokomotiven müßten im Inventarverzeichnis stehen.«

»Aber die Verkehrsmittel sind produktive Kräfte.«

»Jawohl, das sind die Landstraßen auch, und die Wasserwege ebenfalls, doch sie sind kein Kapitalvermögen. Das Unglück ist, daß sich unter unsern siebenundzwanzigtausend Regierungsbeamten nicht ein Buchhalter befindet; allerdings, was sollte das in einem Staat nützen, wo dieser selbst und die einzelnen über ihre Verhältnisse leben? Der Staat müßte nach Vermögen und nicht nach Gutdünken Steuern ausschreiben. Jetzt aber sagt man nur: wir müssen ein Heer haben, und dann fordert man eine halbe Milliarde. Denke dir, eine halbe Milliarde, die in zehn Jahren bezahlt sein soll!«

»Aber die Auswanderung? Was meinst du über die Ursachen?«

»Die Schweden fühlen sich nicht wohl; alles ist dumpfig; es ist ihnen langweilig, allein in den einsamen Dörfern zu sitzen; sie haben kein Zusammengehörigkeitsgefühl, weil die Nation nicht gleichartig ist. Der ganze Adel, die oberen Klassen und der Mittelstand sind zum größten Teil eingewanderte Ausländer, die sich unter schwedischen Namen verbergen. Diese bilden einen Feudalstaat von Beamten, die ihre Gehälter von den Heloten einziehen. Beamter zu werden und Pension zu bekommen ist ja das Ideal jedes ›besseren Menschen‹. Die Universitäten sind nur Schulen für Beamtenexamina, und eine der Universitäten hat in einer Fakultät ebensoviele Dozenten wie Studenten. Die Studenten sind noch ein privilegierter Stand von konservativen Burschen, die die Nation bei Saufereien repräsentieren (von Ausnahmen abgesehen). Aber es gibt noch anderes, was trennend wirkt. Das ist der alte Provinzpartikularismus, und der macht sich noch in den Landsmannschaften an der Universität geltend, wo aller alte Bodensatz sich aufsammelt. Sie beneiden und hassen einander, und besonders die Geistlichen sind bei Beförderungen durch das Indigenatsrecht an die Provinz gebunden. In den Ämtern siehst du, daß sofort eine Invasion von Smaaländern in das Amt stattfindet, wenn der Präsident zum Beispiel ein Smaaländer ist; und in der Hauptstadt gibt es Vereine, in denen die Provinzialen sich zusammenrotten, um ›gemeinsame Interessen zu fördern‹; im Reichstag sitzt man nach Provinzen geordnet, und in die Schwedische Akademie wurde man eine Zeitlang nach südschwedischem Indigenatsrecht aufgenommen, so daß man das erhabene Institut, im Scherz natürlich, Schonensche Akademie nannte. Ja, es ist so viel Unrat da, der hier das Leben unleidlich macht. Keiner fühlt sich zu Hause; jeder einzelne ist Feind in Feindesland; etwas auszurichten wagt keiner, denn er wird gehindert; die einzige Energieäußerung spürt man, wenn etwas verhindert werden soll. Die etwas tun wollen, müssen sich ein anderes Land suchen, deshalb wandern die Energischen aus, die Hinderer aber bleiben! Das ist verteufelt!«


Beim Blockhauszoll begann es windig zu werden, und der Redakteur begab sich in den Achtersalon. Da fand er einen schlafenden Herrn, der ihm den Rücken zukehrte; an der kolossalen Breite sah er sofort, daß es der Schwager war, der Pfarrer von Storö, den er jetzt nicht gern treffen wollte. Deshalb folgte er dem Beispiel, warf sich auf das andere Sofa gegenüber und drehte dem Pfarrer den Rücken zu.


Während die Schwäger im Achtersalon schliefen, saßen Doktor Borg und seine Schwägerin Brita, die Frau des Redakteurs, oben im Rauchsalon und plauderten. Sie wußten freilich von der Anwesenheit der andern auf dem Schiff, aber es lag ihnen nichts daran, mit ihnen zusammenzutreffen.

»Es muß zum Krach kommen,« fuhr der Doktor fort, »und du, Brita, wirst die Bombe werfen!«

»Ja, lieber Freund,« antwortete die Frau mit höchst wohlwollendem Entgegenkommen, »ich habe meine Bomben jetzt so viele Jahre lang geworfen, daß ich nun wohl zum Dynamit greifen muß. Gustav mit seinen altliberalen Ansichten ist unser schlimmster Feind; er versteht nichts von dem Großen, das jetzt in der Welt geschieht; er hat freilich einmal die Theorien gebilligt, aber wenn es darauf ankommt, einen einzigen Gedanken, ein einziges von seinen Jugendidealen zu verwirklichen, dann versagt er.«

»Vollkommen: deshalb müssen wir ihm den Schwanz hochbinden; er soll abgehen und deinem Holger gegen eine gewisse Pachtsumme die Leitung überlassen; will er weiter für die Zeitung schreiben, so mag er das tun, aber unter Zensur des Chefredakteurs.«

»Wenn Holger nur nicht zu weichherzig ist! Trotz seinem Ingenieurkopf hat er noch ererbte Schwächen …«

»Die werde ich ihm schon austreiben, und da du absolut gefühllos bist, kannst du dabei helfen. Wir wollen uns verbünden, du und ich, dann wird etwas ausgerichtet.«

»Ja,« antwortete Brita mit ihrer sorglosen, menschenfreundlichen Miene, »aber dann müssen wir ein Kompromiß schließen. Du mußt für meine Frauensache eintreten.«

»Du weißt, das tue ich, soweit die Gerechtigkeit geht, nur bei Ungerechtigkeiten mache ich nicht mit. Ich billige deinen Kampf für die Menschenrechte der Dienstboten, für die Lohnbedingungen der Arbeiterinnen, für Befreiung der Mädchen von Untätigkeit und Tand; ebenso bin ich für freie Verbindungen mit gesetzlicher Verantwortung, aber ich bin nicht für freie Liebe in der Ehe, denn das ist die Sklaverei des Mannes, besonders wenn er falsche Kinder im Kirchenbuch stehen hat; ich bin nicht für das Eigentumsrecht der verheirateten Frau, das den Besitz der Frau vom Beitrag zum Unterhalt der Familie befreit, das Vermögen des Mannes jedoch als gemeinsamen Besitz beibehält.«

»Und die häusliche Arbeit der Frau? Soll die nicht bezahlt werden?«

»Was ist das für Arbeit? Hast du je im Hause gearbeitet? Du hast Befehle gegeben, die von Dienstboten ausgeführt wurden, die Gustav bezahlte: Er aber hat dich und deine Kinder und deine Dienstboten ernährt und gekleidet. Du redest Unsinn!«

»Sollen denn arme Waschfrauen, die selbst verdienen, ihr Geld nicht behalten, soll der Mann das vertrinken dürfen?«

»Wenn der Mann seinen kargen Lohn nicht behalten darf, sondern ihn an die Familie abliefern muß, so soll auch der Lohn der Frau für die Wirtschaft verbraucht werden. Begreifst du nicht, daß der Mann sonst Sklave wird? Und gegen die Sklaverei hat selbst der altliberale Gustav gepredigt! Hast du übrigens schon einmal eine Waschfrau gesehen, die den Mann ihr Geld vertrinken läßt? Wenn du es gesehen hast, so wird sie es gewollt haben, und wenn sie es will, so kann keine Gesetzgebung es hindern. Du übersetzt zum Beispiel, statt die Wirtschaft zu besorgen, und du vertrinkst deine Honorare, das heißt verjubelst sie mit Reisen und Festen, während Gustav dir Dienstboten hält, die deine Arbeit tun. Findest du das gerecht, oder findest du, daß die Stellung der Frau unterdrückt ist? Ja, dann bist du ein Dickkopf, und ich kann keinen Kompromiß mit dir schließen.«

Brita zitterte vor Wut, konnte aus ihrem Kopf aber diese Dummheiten nicht herausbringen, die sie aus einer verflossenen Zeit mitschleppte, in der die Ritterlichkeit verlangte, der Mann müsse alles dem Idol opfern. Der Doktor, der sich von allen alten Vorurteilen befreit hatte, sah den Augenblick gekommen, reinen Tisch zu machen und den fixen Ideen der Schwägerin auf den Grund zu gehen.

»Und daß die Frau im allgemeinen schlechter bezahlt wird,« fuhr er fort, »das beruht auf dem wichtigen Faktum, daß sie ihre Liebe nicht zu bezahlen braucht, sondern in irgendeiner Weise dafür bezahlt wird. Das Gesetz verurteilt nämlich nur den Mann zur Alimentenzahlung, nie die Frau, die doch die größte Freude an der Mutterschaft hat und deren Besitzrecht am Kinde indisputabel ist! – Ja, und dann willst du die Prostitution abschaffen! Weißt du, was du unter Prostitution verstehst? Meinst du die ärztliche Aufsicht, so bist du unbarmherzig, wenn du sie abschaffen willst! Meinst du aber die Tatsache, daß ein Haufen Weiber aus dem Geschlechtsleben ein Gewerbe macht, so kann das Gesetz diese Tatsache nicht abschaffen, denn in das Geheimste und Intimste kann das Gesetz nicht eingreifen! Aber ihr wollt nie auf die Frage antworten, sondern kriecht wie Ratten aus einem Loch ins andere. Die Polizei versucht durch Kontrolle die Prostitution einzuschränken und von der Ausübung des Gewerbes abzuschrecken, arbeitet also in eurem Sinne; aber ihr arbeitet ja den Verhütungsmaßregeln entgegen. Was wollt ihr? Das wißt ihr nicht. Deshalb ist alles Unsinn, was ihr faselt! – Ist sonst noch etwas übrig? Stimmrecht? Ja, erst für den Mann, dann wollen wir später weiter sehen, wenn ihr erst Gerechtigkeit und Vernunft gelernt habt.«

»Und du verlangst, daß ich mit dir zusammen arbeite?«

»Ja, in allen Punkten, in denen wir einig sind, und in all deinen Bestrebungen, die Achtung verdienen und die ich, wie du weißt, an dir schätze! Aber ich erbitte nicht deinen Beistand in einer guten Sache, um dir dafür in einer ungerechten beizustehen. Wenn du, in deinem Hause Herrscherin, die Sklavin spielen willst, so sehe ich in dir eine Betrügerin, der ich ins Gesicht spucken werde. Das weißt du im voraus, Brita!«

Frau Brita war von Natur zu gutmütig, um wegen einer solchen Kleinigkeit böse zu werden, und ihr Glaube an ihre gemeinsame große Sache so stark, daß sie sich genügen ließ und das Gespräch mit ihrer gewöhnlichen Schlußerwiderung abbrach:

»Ja, siehst du, in dieser Frage werden wir uns nie verstehen.«

Aber der Doktor war mit bloßen Repliken nicht zufrieden, sondern wollte Bescheid haben; deshalb antwortete er:

»Doch, meine Liebe, ich verstehe dich, aber du verstehst nicht, was ich sage, und das ist dein Fehler.«

Das Gespräch würde wieder von vorn begonnen haben, wenn nicht der Pfarrer von Storö, Frau Britas Bruder, den Rauchsalon betreten hätte; ein schwarzer Koloß von beängstigendem Äußern, von einem alten, heruntergekommenen Hunde begleitet.

»Da kommt Petter mit seiner Sprengmaschine,« sagte der Doktor; und wie um den Vergleich zu illustrieren, hob Phylax das Hinterbein.

Frau Brita, die glaubte sich als Tierfreundin zeigen zu müssen, stand immer auf Phylax' Seite und war sofort zur Verteidigung bereit.

»Du liebst deine Anverwandten nicht, Henrik,« sagte sie.

»Ach pfui, ich bin nicht mit Hunden verwandt, und ich hasse alles Tierische, bei mir wie bei andern. Jetzt müßte Petter ein Scheuertuch holen und das Deck abwischen, wenn es Gesetz und Recht gäbe …«

»Du bist so streng gegen ein unschuldiges Tier,« wendete der Pfarrer ein …

»Nein, aber gegen dich bin ich streng, da du Tiere in menschliche Gesellschaft einführst; du wagst selbst nicht zu bellen und zu beißen, aber dein unnützes Tier läßt du das tun; du wagst das Hinterbein nicht hochzuheben, aber dein unschuldiges Tier darf es. Du bist ein Aas, das ist alles.«

»Nun, nun, nun,« mahnte der Pfarrer; »wir sollen barmherzig sein.«

»Ja, wir sollen barmherzig sein gegen unsere Mitmenschen, sollen nicht den Kindern das Brot nehmen und es den Hunden vorwerfen; du gibst einem Armen keine zwei Pfennige; deinen Tagelöhnern gibst du abgerahmte Milch, aber deinem vermoderten, stinkenden Vieh gibst du die Sahne, und wer das Tier, das unnütze Tier, über den Menschen stellt, der ist selber ein verfaultes Tier.«

»Hast du Gustav gesehen?« unterbrach ihn Frau Brita jetzt.

»Er liegt unten im Achtersalon und schläft,« antwortete der Pfarrer.

Das war für die beiden Verschworenen eine überraschende Neuigkeit, und sie versanken beide in ein grübelndes Schweigen, das der Pfarrer benutzte, um durchs Fenster zu sehen, wie weit sie gekommen waren. Sie waren in der Kanalmündung, wo sich immer die Frage erhob, ob auch genügend Wasser da sei, daß das Schiff schwimmen konnte.


Man war erst eine halbe Stunde von der Hauptstadt entfernt, und schon begann die Wildnis.

Feldstein und Zwergkiefern, Moore und Binnenseen wechselten mit winzigen Ackerstücken, auf denen die kleine Landwirtschaft nur des Aussehens halber betrieben zu werden schien. Die adligen Landwirte lebten von Zinsen oder Berufen und hatten die Landbesitzungen in der Hauptsache der Jagd und Fischerei wegen, oder um auf dem Lande zu wohnen. Der einzige wirkliche Landwirt war der Pfarrer, der zweihundert Morgen offenen Boden, Viehstall und Meierei besaß, Pferde und Schlachtvieh aufzog, Schweine züchtete und nach neuen rationellen Methoden Eier herstellte; er hatte auch eine Wassermühle, war Aktionär der Dampfschiffsgesellschaft und baute Sommervillen zum Vermieten. Er war der reichste Mann auf Storö; die Seelsorge ließ er von einem Diakonus und einem Vikar erledigen, aber die Verwaltung und die Amtsarbeiten behielt er in der Hand, denn er liebte zu herrschen und einzugreifen.

Seinen Freunden und Verwandten gegenüber war er ein Lamm, wirkte wie ein gutmütiges Rindvieh, seinen Feinden gegenüber aber wie ein brüllender Löwe; und die Gemeinde betrachtete er als Feinde, besonders die Armen.

»Es gibt keine Armen,« sagte er. »Faule gibt es! Es gibt keine Kranken, das sind nur Heuchler, die Unterstützung genießen wollen.«

Bei der Steuereinschätzung war er wie ein Rasiermesser, wenn er geheime Einkünfte aufstöbern konnte. Da tatsächlich das ganze Kirchspiel in ewiger Fehde lebte, um von einander die Steuern einzutreiben, so wurden im Gemeindeausschuß die heftigsten Kämpfe ausgefochten, und Pastor Alroth ließ die Zugezogenen ausspionieren. Kaufte einer eine Villa, so wurden sofort seine Einkünfte in der Stadt mit in Rechnung gestellt, denn wenn der Käufer im Winter einige Zeit auf der Insel wohnte, war er dort ortsansässig. Es wurde ohne Ende geklagt und prozessiert; und beim Ting war der Pastor immer als eine Art öffentlicher Ankläger zugegen, jederzeit bereit, in allen möglichen Prozessen als Zeuge zu dienen. Er war kein gewöhnlicher Geistlicher und würde viele Feinde gehabt haben, wenn er nicht eine Ader Humor besessen hätte, die ihm erlaubte, über eigene und fremde Schwächen zu lächeln. Er war ein weltlicher Priester, was freilich wie ein Widerspruch klingt, da er dem geistlichen Stande angehörte; aber die Verweltlichung der Staatskirche, durch die die Priesterschaft gleichsam ein Stand geworden war, der von der Erde lebt, hatte die Geistlichen zu Landwirten und Meiereibesitzern gemacht, die mehr mit der Sorge um Ochsen und Kühe als um Menschen zu tun hatten. Er war auch ein lustiger Pfarrer, der an Gelagen teilnahm, und als der beste Wiraspieler der Gegend bekannt. Aber er vergaß sich nie, trank nie zuviel, mogelte freilich am Spieltisch, war jedoch der erste, es einzugestehen, wenn er ertappt wurde. Er fluchte nicht und legte es nicht darauf an, den aufgeklärten Skeptiker zu spielen; scherzte gern, aber nicht mit dem, was für ihn nicht erlaubt war; er glaubte an die Lehren und machte in Gesellschaft keine feigen Zugeständnisse. Um die Fragen und die Unruhe der Zeit kümmerte er sich nicht, las nie Bücher, verfolgte jedoch in den Zeitungen die Politik des Tages, die Zollfragen und die Steuererhöhung.

Mit seiner Schwester Brita neckte er sich im Scherz, und mit dem Schwager, dem Redakteur, war er ziemlich gut Freund. Doktor Borg mochte er gern, weil er ein ganzer Kerl war, und seine Grobheiten faßte er als Witze auf. Am meisten schätzte er den Doktor wegen seiner entschiedenen Haltung in der idiotischen Frauenfrage und verzieh ihm deshalb seine Wut auf die Hunde. Seine Verwandten waren Villenbesitzer, und er betrachtete sie als gute Nachbarn, setzte ihnen aber bei der Einschätzung Daumschrauben an. Seine Nächste, das heißt seine Gattin, mit der er in kinderloser Ehe lebte, behandelte er als Frau, als Kameradin und als Herrscherin des Hauses in der »Innenabteilung«; doch wehe ihr, wenn sie die Grenzen ihres Machtbereichs überschreiten wollte, dann verteidigte er seinen Platz. Brita war freilich gekommen und hatte sie aufzuwiegeln versucht, aber da hatte er, ohne Rücksicht auf den Hausfrieden, sich so aufgeführt, daß sie kapitulieren mußten.

»An meiner Seite, Frau, aber nicht über mir!« war seine Formel.

Er nannte die Männer, die die Frauen über sich herrschen lassen, Sodomiten. Und er hatte wohl eingesehen, daß es sich nicht um Gleichstellung handelte, sondern um Tyrannei, wenn die Frauen vorstürmten.

»In der neuen Gesellschaft werdet ihr vielleicht Stimmrecht bekommen,« sagte er, »wenn ihr alle arbeitet; aber in dieser Gesellschaft, wo ihr Anhang seid, nicht!«

Das war Pastor Alroth auf Storö; ein Prälat aus dem Mittelalter, ein geistlicher Beamter mit viel weltlicher Macht, ein reicher Mann, der großen Landbesitz hatte und infolgedessen sein eigener Patron war, das heißt sich selbst in eine Pfarre einsetzte, die ihm ein Gehalt von 30 000 Kronen brachte, das zusammen mit seinen Privateinnahmen von 20 000 Kronen seine Einkünfte auf 50 000 Kronen jährlich abrundete.


Bei der Einfahrt in den Kanal zeigte es sich, daß niedriges Wasser war; deshalb begann der Steuermann das gewöhnliche Manöver zu kommandieren.

»Passagiere nach Lee!«

Das war das erste Tempo; da aber nicht alle wußten, wo Lee lag, so gingen einige nach Luv.

Wenn dann der schiefe Steuermann – er war immer schief und rotäugig wie eine Plötze – luvwärts rief, dann verstanden auch die Uneingeweihten den Zusammenhang, daß nämlich alle auf die gleiche Seite hinübergehen sollten. Dadurch legte sich der Dampfer schräg, als wolle er kentern, wand sich aber doch ein Stück weiter an den Schilfbänken entlang, wo Angelruten sich in dem rückflutenden Wasser bogen.

»Warum baggert man den Kanal nicht aus?« fragte Frau Brita unschuldig.

»Weil,« antwortete der Doktor, »wenn man baggerte, sofort ein raschfahrender Konkurrent eingestellt würde, und das wollen die Aktionäre dieses Kahns nicht. Oder was meinst du, Petter?«

Der Pastor wollte weder nein noch ja sagen, sondern erwiderte: »Ich möchte wissen, ob Gustav unten im Achtersalon Schlagseite hat! Er ist recht schwer und der Steuermann müßte hinuntergehen und ihn umstauen.«

Jetzt trat der Doktor Phylax, der sich die Angelruten besehen wollte, auf die Zehen, und der Hund stieß ein entsetzliches Geheul aus, in das Brita einstimmte:

»Du bist ein Barbar!« schrie sie den Doktor an.

»Das ist eine Lüge, Kindchen,« antwortete der Doktor; »ich quäle nie ein Tier, nicht einmal einen Regenwurm, aber eure Tiere quälen mich, weil sie mir vor den Füßen herumlaufen und heulen.«

Der Kanal war passiert, und man hatte einen Sund vor sich. Landungsbrücke folgte auf Landungsbrücke, und bei jeder Anlegestelle hatte man Gelegenheit, eine Bemerkung, eine Aufklärung über die Einwohner fallen zu lassen. Es waren gewissermaßen Zufluchtsorte, bisweilen Verstecke für Menschen, die sich dem Weltgetümmel entzogen hatten. Keine Geschichte war der andern gleich, und in dieser Einöde, eine halbe Stunde von Stockholm, hatten sie sich niedergelassen, hauptsächlich vielleicht, um die Nähe des Meeres zu spüren, das einzig Große, das Schwedens kärgliche Natur bietet. Alltägliche Trauerspiele waren zu Ende gespielt, und man erlebte hier draußen den letzten Akt. Durchgebrachtes Vermögen, zerbrochene Familienschicksale, bestrafte oder unbestrafte Fehltritte, verwundeter Ehrgeiz, Kummer und Not, alles Elend hatte sich hier in den grünen Talmulden zwischen den Feldsteinhügeln niedergelassen. Die Eingeweihten, die diese Wasserstraße passierten, hatten das Gefühl, an aller Bitterkeit des Lebens vorbeizufahren, und neben der Beklemmung wurde ein Wohlbehagen wach, außerhalb zu stehen. Der Pastor, der am meisten wußte, sprach am wenigsten, der Doktor aber legte sich unverdrossen ins Zeug:

»Sieh, da steht der alte Päderast auf seiner Brücke und wartet auf die Zeitung. Du studierst doch die soziale Frage, Brita, kannst du die Päderastie erklären, und kannst du mir sagen, warum in unsern Kreisen so viele Männer in dieser Richtung von sich reden machen?«

»Nein, das kann ich nicht, und darüber will ich nicht sprechen,« antwortete Frau Brita ohne Prüderie, aber auch ohne Interesse.

»Man spricht nicht über solche Dinge,« unterbrach der Pastor.

»Das ist ja gerade das Unglück,« sagte der Doktor, »daß man die wichtigsten Fragen nicht erörtern darf. Über Mord und Brandstiftung, Diebstahl und Wechselfälschungen darf man bei jedem Gericht laut sprechen, und mündliches Verhör ist gesetzlich angeordnet, aber über diese Dinge darf man nicht einmal schreiben!«

»Die menschliche Schamhaftigkeit gebietet Schweigen,« wandte der Pastor ein.

»Dann müßte der Richter sich auch schämen, von Mord und Diebstahl zu hören! Nein, ihr seid zimperlich oder wollt besser scheinen als ihr seid. Ich kann euch nicht begreifen! Die Vollziehung des Aktes bleibt straflos; wenn aber ein Dichter eine hochgestimmte Schilderung der ersten Szene des Geburtsaktes gibt, dann wollt ihr ihn ins Gefängnis werfen! Um der Jugend willen! Um der liederlichen Jugend willen, die nicht ihren Namen in Bäume schneidet, wohl aber das ganze Geheimnis auf Ecken und Wände malt. Ich verstehe euch nicht, will euch aber nicht Heuchler nennen, denn ich weiß nicht, was das ist! Du, Petter, würdest dich nicht auf einem Trottoir exponieren, aber dein Köter darf den Schönheitssinn einer Kinderschar beleidigen, und du stehst dabei und siehst zu! Pfui Teufel!«

»Jetzt ist er wieder bei den Hunden,« brach Frau Brita ab, »das ist sein stehendes Gesprächsthema.«

»Ja, wenn ihr eure unreinen Tiere in die menschliche Gesellschaft bringt und sie an der Konversation teilnehmen laßt, dann bekommt ihr Bescheid.«

»Unreine Tiere? Es gibt keine so sauberen Tiere, nächst den Katzen, sieh dir ihr Fell an …«

»Sieh dir dein Kleid an, Brita,« schrie der Doktor, »sieh dir Phylax, die Sprengmaschine, an!«

Phylax hatte wirklich Frau Britas Staatskleid untersucht und das Hinterbein gehoben.

Wie von einer Wespe gestochen flog die Frau in die Höhe. Die rote Feder auf ihrem Hut zitterte gleich einer Haferrispe im Winde, ihr Gesicht drückte alle möglichen Gemütsbewegungen zugleich aus; Wut über die Kränkung, Verzweiflung über den Schaden, Scham über die Demütigung, gemischt mit einem freundlichen Lächeln, das noch im Tode die Sympathie mit dem unschuldigen Tier ausdrücken sollte.

»Warum züchtigst du dein Tier nicht?« brüllte der Doktor, der für den geschädigten und erniedrigten Menschen Partei zu nehmen versuchte.

»Nein, dann kommt der Tierschutzverein!« meinte der Pastor.

»Der Verein kann recht haben, wenn nämlich der Stock statt dessen über dich käme; aber ich weiß, daß du nicht wagst, den Stock gegen Phylax zu erheben, denn dann zeigt er die Zähne; er ist der Herr und du bist der Hund! Du verwünschtes Vieh von einem Egoisten!«

Damit verließ er den Rauchsalon und warf die Tür hinter sich zu.

Jetzt lag der Fjord offen da, und der Doktor ging nach dem Achterdeck hinunter, um sich abzukühlen.

Da bemerkte er den Großkaufmann Levi, der ebenfalls eine Villa auf Storö besaß, und Britas dritten Sohn, der ein Vorwerk von Pastor Alroth gepachtet hatte.

Der Doktor mußte erst seinem Zorn Luft machen, ehe er ein neues Gesprächsthema aufnahm, und bei Isak fand er ein treues Herz, dem er seinen Ärger anvertrauen konnte.

»Nein, diese Teufel! Die Frauen haben sich mit den Tieren verbündet; ein Tier darf mich beißen, wenn ich mich aber gegen das Tier mit einem Tritt verteidige, so komme ich ins Gefängnis. Ist das das Ende der Welt, oder was ist es? Und diese Tierweiber werden als die Wohltäter der Menschheit gemalt, als Riesengenies biographiert …«

»Ja,« sagte Isak, »das sind die Konsequenzen der zoologischen Weltanschauung, der Veterinärpsychologie, des auf das Tier ausgedehnten demokratischen Prinzips. Alles ist gleich, alle sind gleich …«

»Welche Schafsköpfe haben so absurde Konsequenzen ziehen können? Wenn der Mensch auf der Tierskala am höchsten steht, so soll er doch über das Tier herrschen, das ist Logik. – Aber es ist ein Symptom des Verfalls, wenn kleine oder große Tiere die Macht bekommen; Bakterien oder Hunde, das ist einerlei; gegen den Bazillus darf ich mich verteidigen, aber gegen den Hund nicht? Ja, wißt ihr, es ist alles verfault!«

Isak fand den Augenblick gekommen, abzubrechen, und warf ein:

»Anders findet auch, daß es mit der Landwirtschaft faul ist!«

»Faul will ich nicht sagen, aber verkehrt ist es mit der Landwirtschaft, das ist sicher. Ist der Boden nicht ausgesogen, wenn wir ihn nicht düngen können, ohne Düngemittel zu importieren? Wißt ihr, daß Schweden in einem Jahre sechzig Millionen Kilogramm künstlichen Dünger aus dem Auslande gekauft hat? Wißt ihr das? Und glaubt ihr, daß sich das rentiert? – Wir können nicht einmal unser Vieh ernähren: wißt ihr, daß wir in einem Jahre neunzig Millionen Kilo Kleie und Ölkuchen gekauft haben? Wir können nicht säen, ohne Saatgut aus dem Auslande zu kaufen; sechzehn Millionen Kilo Saatgut vom Ausland in einem Jahre. Die Frauen, die früher Hühnerzucht betrieben, tun nicht mehr mit, sondern wir kaufen zwanzig Millionen Eier jährlich; eigentlich siebenundzwanzig, aber sieben Millionen haben wir exportiert.«

»Nun, und das Getreide?« warf Isak sein Scheit in das angezündete Zollfeuer.

»Reden wir nicht davon! Einhundertzweiunddreißig Millionen Kilo Weizen im Jahre, was gebt ihr mir dafür?«

»Ich halte die Ausfuhr dagegen,« sagte Isak.

»Du kannst nicht einhundertzweiunddreißig Millionen Kilo eingeführten Weizen mit achtzehntausend Kilo ausgeführtem wettmachen, auch wenn du siebenundzwanzig Millionen Kilo ausgeführten Hafer hinzurechnest; außerdem werden noch zweiundneunzig Millionen Kilo Roggen und siebenundzwanzig Millionen Kilo Mais eingeführt. Wovon lebt Schweden?«

»Von Holz und Eisen!«

»Nein, es gibt kein Bauholz, nicht einmal einen Mastbaum mehr in Norrland, sagen manche; andere behaupten, das sei gelogen; die Antwort hängt von den augenblicklichen Interessen der Wahlkorporation ab; wir exportieren nur Grubenholz und ›Planchettes‹, sagt der Sägemühlenbesitzer, wenn er zur Linken gehört; wenn er zur Rechten gehört, wird das in Abrede gestellt.«

»Nun, und das Eisen?«

»Wir exportieren Eisen, das ist sicher, aber wir importieren auch; einhundertzweiundsechzig Millionen Kilo Stangeneisen werden ausgeführt, einundzwanzig Millionen aber eingeführt; einundneunzig Millionen Kilo Gußeisen werden ausgeführt, fünfzig Millionen aber eingeführt; und wir haben in einem Jahre fünfundfünfzig Millionen Kilo Eisenbahnschienen vom Ausland gekauft. Wovon lebt Schweden?«

»Vom Pump,« antwortete Doktor Borg ohne Besinnen.

Isak lachte.

»Ja, vom Pump, aber so etwas pflegt mit einem Krach zu enden, wenn die Zinsen nicht bezahlt werden können, und bisweilen endet es mit Gefängnis, wenn man als leichtsinniger Schuldner befunden wird. Man stelle sich vor, wenn ganz Schweden als leichtsinniger Schuldner ins Loch müßte.«

»Ja,« erwiderte der Doktor, »das war einmal Arvid Falks Meinung, als er noch auf der Mauer stand und tauben Ohren prophezeite.«

»Ein sonderbarer Kerl, dieser Falk, der schließlich mit sich selbst in Streit kam …« warf Isak ein.

»Nein, das kann ich nicht finden,« nahm der Doktor das Wort. »Er experimentierte mit Standpunkten, und als gewissenhafter Experimentator nahm er Kontrollexperimente vor, stellte sich versuchsweise auf die Seite des Gegners, las Gegenkorrektur, prüfte die Zahlen von unten, und wenn das Gegenexperiment negativ ausfiel, kehrte er zu dem erprobten Ausgangspunkt zurück. Das begreift ihr nicht. Falk aber war sich klar darüber, daß er Kierkegaards Methode anwandte. Dieser erdichtete Verfasserpersönlichkeiten und gab sich jedesmal ein neues Pseudonym. Victor Eremita ist ein anderer als Johannes Climacus; Constantin Constantius ist nicht Johannes de Silentio, alle zusammen aber sind Sören Kierkegaard. Falk war ein Vivisektor, der mit seiner eigenen Seele experimentierte, hatte immer offene Wunden, bis er sein Leben für das Wissen, ich will nicht das mißbrauchte Wort Wahrheit anwenden, hingab. Und sollten seine gesammelten Schriften einmal herauskommen, so dürfte nicht ein Wort geändert werden, sondern alle Widersprüche würden sich in dem gemeinsamen Kierkegaardschen Titel lösen: Stadien auf dem Wege des Lebens.«

Jetzt plätscherte der Dampfer in die Kirchbucht hinein, und beim Landen mußten die Passagiere, Freunde und Feinde, zusammentreffen.