Die Schlossuhr kündet Mitternacht,
Und Schlaf regiert im Hause;
Nur Heil und seine Liebe wacht
Noch einsam in der Klause.
Und Schlaf regiert im Hause;
Nur Heil und seine Liebe wacht
Noch einsam in der Klause.
Die Geisterstunde ging und schwand,
Wie Augenblicke schwinden;
Doch — was die volle Brust empfand,
Liess keine Ruhe finden!
Wie Augenblicke schwinden;
Doch — was die volle Brust empfand,
Liess keine Ruhe finden!
Die Schatten der Vergangenheit,
Bald heller und bald trüber:
Sie zogen aus dem Grab' der Zeit,
An seinem Blick vorüber.
Bald heller und bald trüber:
Sie zogen aus dem Grab' der Zeit,
An seinem Blick vorüber.
Dann voll der Zukunft-Sorge, schlug
Der Geist an ihre Pforte;
Und sandte dem Gedankenflug',
Geflügelt nach, die Worte:
Der Geist an ihre Pforte;
Und sandte dem Gedankenflug',
Geflügelt nach, die Worte:
»Hinweg denn mit dem Wanderstab!
Mein Schicksal ist entschieden!
Du Wiegenland und Vätergrab',
O, grünet fort, im Frieden!
Mein Schicksal ist entschieden!
Du Wiegenland und Vätergrab',
O, grünet fort, im Frieden!
Du Paradies der Heimathflur!
Des Neckar-Landes Auen!
Der Jüngling wird im Traume nur
Hinfort euch wieder schauen.
Des Neckar-Landes Auen!
Der Jüngling wird im Traume nur
Hinfort euch wieder schauen.
Der Gärtner zog durch Länder hin,
Um fern, im Rosengarten,
Der zarten Blumenkönigin
Zu pflegen und zu warten.
Um fern, im Rosengarten,
Der zarten Blumenkönigin
Zu pflegen und zu warten.
Und leb' ich nur vereint mit Ihr,
Der Einzigen auf Erden:
Soll auch die starre Wüste mir
Ein Garten Gottes werden!« —
Der Einzigen auf Erden:
Soll auch die starre Wüste mir
Ein Garten Gottes werden!« —
Mit solcher Tröstung schien dem Gast'
Der Wünsche Ziel gefunden;
Und einer Zukunft Weltenlast
War seinem Traum geschwunden.
Der Wünsche Ziel gefunden;
Und einer Zukunft Weltenlast
War seinem Traum geschwunden.
Doch draussen ging sein Wunderstern,
Von Trauerflor umhangen!
Und dräuend war, im Osten fern,
Sein Schicksal aufgegangen.
Von Trauerflor umhangen!
Und dräuend war, im Osten fern,
Sein Schicksal aufgegangen.
VIII.
Die Felsengrotte des Victor Heil.
Dort, im Schattenkühl der Guttmann'shöhle,
Deren Felsendach die Eiche ziert;
Wo, seit Rosen's Heimgang, Philomele
Tief, wie Schwermuth, Dir die Seele rührt;
Deren Felsendach die Eiche ziert;
Wo, seit Rosen's Heimgang, Philomele
Tief, wie Schwermuth, Dir die Seele rührt;
Wo der Live seinem Freudengotte,
Gern und einsam in der Sommernacht,
Gaben senkend in den Quell der Grotte,
Seine Dankesopfer dargebracht:
Gern und einsam in der Sommernacht,
Gaben senkend in den Quell der Grotte,
Seine Dankesopfer dargebracht:
Dort auch fanden, nach der Tage Sorgen,
Unter Blüthenduft im Abendschein,
Sich vertrauend und der Welt verborgen,
Victor Heil und Rosa Mai sich ein.
Unter Blüthenduft im Abendschein,
Sich vertrauend und der Welt verborgen,
Victor Heil und Rosa Mai sich ein.
Amor lieh sein Flügelpaar den Beiden,
Wann der Sonnengott zu Bette ging;
Ihm von Segewold und Ihr von Treiden,
Bis die Grotte dann ihr Glück umfing.
Wann der Sonnengott zu Bette ging;
Ihm von Segewold und Ihr von Treiden,
Bis die Grotte dann ihr Glück umfing.
Aus der Ferne schon die Maid zu schauen,
War der Jüngling bald bei Nacht bemüht:
Noch ein zweites Höhlenwerk zu bauen,
Das der Fremdling noch zur Stunde sieht.
War der Jüngling bald bei Nacht bemüht:
Noch ein zweites Höhlenwerk zu bauen,
Das der Fremdling noch zur Stunde sieht.
Droben, dem Naturgebäu zur Linken,
Das sich unten wölbt, in Thalesgrund:
Seh'n wir heute Victors Höhle winken,
Denn sein Name schmückt ihr Felsenrund.
Das sich unten wölbt, in Thalesgrund:
Seh'n wir heute Victors Höhle winken,
Denn sein Name schmückt ihr Felsenrund.
Fleiss der Liebe, Fleiss der Hände schufen:
Was gen Segewold den Blick gewährt;
Doch so manche, sonst bequeme Stufen
Haben Zeiten und ihr Sohn zerstört!
Was gen Segewold den Blick gewährt;
Doch so manche, sonst bequeme Stufen
Haben Zeiten und ihr Sohn zerstört!
Welche Freude kam auf ihre Seele:
Da die Holde nun dem Ziele nah',
Droben aus dem Bauwerk seiner Höhle,
Den Geliebten in der Ferne sah!
Da die Holde nun dem Ziele nah',
Droben aus dem Bauwerk seiner Höhle,
Den Geliebten in der Ferne sah!
Und so weilte sie, bei Tagesneige,
Mit der Schwester, an der Grotte Rand':
Bis sie, schauend durch das Grün der Zweige,
Ihren Freund auf seinem Wege fand.
Mit der Schwester, an der Grotte Rand':
Bis sie, schauend durch das Grün der Zweige,
Ihren Freund auf seinem Wege fand.
Wie das ew'ge Licht der Kathedrale,
Hing der Abendstern am Himmelsdom;
Widerstrahlend, längs dem Zauberthale,
Sah der Vollmond aus dem Silberstrom.
Hing der Abendstern am Himmelsdom;
Widerstrahlend, längs dem Zauberthale,
Sah der Vollmond aus dem Silberstrom.
Unten sang ihr Lied die Grottenquelle;
Ferne sprach der Mühle Wasserfall;
Und im Laubdach auf der Felsenzelle
Schlug die Flötenuhr der Nachtigall.
Ferne sprach der Mühle Wasserfall;
Und im Laubdach auf der Felsenzelle
Schlug die Flötenuhr der Nachtigall.
Und die Lieben sassen, wonnetrunken,
Hand in Hand, auf moosig weichem Pfühl,
In der Liebe Seligkeit versunken,
Voll der Andacht, voll von Dankgefühl!
Hand in Hand, auf moosig weichem Pfühl,
In der Liebe Seligkeit versunken,
Voll der Andacht, voll von Dankgefühl!
Gleich dem Blüthenthal vor ihrem Blicke,
Gleich des Stromes ungetrübtem Lauf':
Fern dem Unheil, fern dem Missgeschicke,
Ging die Zukunft ihren Träumen auf.
Gleich des Stromes ungetrübtem Lauf':
Fern dem Unheil, fern dem Missgeschicke,
Ging die Zukunft ihren Träumen auf.
Keine Ahnung jener Schicksalmächte,
Die dem Glücke liefern blut'ge Schlacht:
Weckte noch den süssen Schlaf der Nächte;
Trübte noch der Tage Rosenpracht!
Die dem Glücke liefern blut'ge Schlacht:
Weckte noch den süssen Schlaf der Nächte;
Trübte noch der Tage Rosenpracht!
Ach, — und morgen, eh' dem Sonnenwagen
Folgt der Abendröthe letzte Gluht:
Hat Dich, Rosa, schon der Mord erschlagen!
Trank die Erde schon Dein Heldenblut!
Folgt der Abendröthe letzte Gluht:
Hat Dich, Rosa, schon der Mord erschlagen!
Trank die Erde schon Dein Heldenblut!
IX.
Der 6. August.
»Junker Victor lässt Euch grüssen,
Mit dem Wunsch' an Euer Herz:
Ihm noch, tröstlich, zu versüssen
Bald'ger Trennung-Stunde Schmerz!
Mit dem Wunsch' an Euer Herz:
Ihm noch, tröstlich, zu versüssen
Bald'ger Trennung-Stunde Schmerz!
Hat am Abend noch zu sorgen,
Im Geschäfte für den Herrn:
Aber schon der nächste Morgen
Findet ihn — dem Hause fern.
Im Geschäfte für den Herrn:
Aber schon der nächste Morgen
Findet ihn — dem Hause fern.
Fräulein möge sich bequemen:
Von dem Treuen noch ein Wort,
Vor der Reise zu vernehmen,
Dort, am ihr bewussten Ort'!
Von dem Treuen noch ein Wort,
Vor der Reise zu vernehmen,
Dort, am ihr bewussten Ort'!
Heute, nach vollbrachtem Mahle,
Bei der Mittagsonne Strahl',
Harret Victor Heil im Thale;
Und — vielleicht — zum letzten Mal!«
Bei der Mittagsonne Strahl',
Harret Victor Heil im Thale;
Und — vielleicht — zum letzten Mal!«
Sinnend ob des Wort's Bedeuten,
Sprach sie dennoch schnell gefasst:
»Wenn sie heut' zu Mittag läuten,
Bin ich meines Trauten Gast.« —
Sprach sie dennoch schnell gefasst:
»Wenn sie heut' zu Mittag läuten,
Bin ich meines Trauten Gast.« —
Und der Bote zieht von dannen,
Eilig wie Verhängnissflug:
Seinem Orte zu, von wannen
Ihn der Hölle Dämon trug.
Eilig wie Verhängnissflug:
Seinem Orte zu, von wannen
Ihn der Hölle Dämon trug.
Todeskälte, Fieberbeben,
Namenloses Weh' und Leid:
Ueberzog Dein Rosenleben,
Rosa, wundersüsse Maid!
Namenloses Weh' und Leid:
Ueberzog Dein Rosenleben,
Rosa, wundersüsse Maid!
»Heute, nach vollbrachtem Mahle.
Bei der Mittagsonne Strahl,
Harret Victor Heil im Thale;
Und — vielleicht — zum letzten Mal?«
Bei der Mittagsonne Strahl,
Harret Victor Heil im Thale;
Und — vielleicht — zum letzten Mal?«
»Welch Gebot ist dir geworden?
Welche Sendung trägt dich fort? —
Wer, um unser Glück zu morden,
Sprach dir solches Unheilwort? —
Welche Sendung trägt dich fort? —
Wer, um unser Glück zu morden,
Sprach dir solches Unheilwort? —
Dich, mein Leben, soll ich meiden,
Noch im Frühling deiner Bahn?
Von dem Himmel soll ich scheiden,
Der sich kaum mir aufgethan? —
Noch im Frühling deiner Bahn?
Von dem Himmel soll ich scheiden,
Der sich kaum mir aufgethan? —
Träger Morgen, nimm dir Schwingen!
Mittagstunde, komm herbei!
Sich're Kunde mir zu bringen,
Ob mein Traum zu Ende sei. —
Mittagstunde, komm herbei!
Sich're Kunde mir zu bringen,
Ob mein Traum zu Ende sei. —
Kommen will ich, zu dir eilen:
Einer flücht'gen Stunde Frist,
Glücklich noch, bei Dem zu weilen,
Dessen Glück mein Himmel ist.« —
Einer flücht'gen Stunde Frist,
Glücklich noch, bei Dem zu weilen,
Dessen Glück mein Himmel ist.« —
Also tönt der Jungfrau Klage;
Und sie eilt im Flügelschritt';
Und den Pflegern ihrer Tage
Theilt sie schnell die Kunde mit.
Und sie eilt im Flügelschritt';
Und den Pflegern ihrer Tage
Theilt sie schnell die Kunde mit.
Bergend in der Brust die Wunde,
Ruhig scheinend, ohne Ruh',
Sprach sie; — und der bösen Kunde
Hören bang die Lieben zu.
Ruhig scheinend, ohne Ruh',
Sprach sie; — und der bösen Kunde
Hören bang die Lieben zu.
Inn're Warnerstimmen sprechen,
Zweifel stürmt die alte Brust:
Rosa weiss den Sturm zu brechen,
Sich nur frommer That bewusst.
Zweifel stürmt die alte Brust:
Rosa weiss den Sturm zu brechen,
Sich nur frommer That bewusst.
Weich, wie Flötenklänge wehen,
Zärtlich, wie das Auge sprach,
Sendet sie der Blicke Flehen
Noch einmal die Worte nach:
Zärtlich, wie das Auge sprach,
Sendet sie der Blicke Flehen
Noch einmal die Worte nach:
»Möge Vaterhuld gestatten,
Was die Mutter nie versagt!
Jener Gang im Abendschatten,
Sei zu Mittag heut' gewagt!« —
Was die Mutter nie versagt!
Jener Gang im Abendschatten,
Sei zu Mittag heut' gewagt!« —
Und die Lieben? — Sie gewähren
Ihr, zu Tages heller Zeit,
Neu, den alten Gang in Ehren,
Und die Schwester zum Geleit'.
Ihr, zu Tages heller Zeit,
Neu, den alten Gang in Ehren,
Und die Schwester zum Geleit'.
Dann enteilt sie; wählt zum Kleide,
Aus dem hellgebohnten Schrein,
Ihren Festtagschmuck von Seide,
Perlen auch und Edelstein.
Aus dem hellgebohnten Schrein,
Ihren Festtagschmuck von Seide,
Perlen auch und Edelstein.
Alles muss den Reiz erheben,
Was die schöne Welt entzückt;
Was da ziert der Liebe Leben,
Und — die Braut im Sarge schmückt.
Was die schöne Welt entzückt;
Was da ziert der Liebe Leben,
Und — die Braut im Sarge schmückt.
Dann der Liebe zu genügen,
Wählt sie noch ein Busentuch,
Dessen Rand, in gold'nen Zügen,
Darbot diesen Römerspruch:
Wählt sie noch ein Busentuch,
Dessen Rand, in gold'nen Zügen,
Darbot diesen Römerspruch:
»Lass' des Muthes Fahne wehen.
Wenn den Stab dein Schicksal bricht!
Lass' dein Leben untergehen,
Aber deine Ehre nicht!«
Wenn den Stab dein Schicksal bricht!
Lass' dein Leben untergehen,
Aber deine Ehre nicht!«
»Ja,« so sprach sie, »diese Gabe,
Seiner Liebe Brautgeschenk:
Soll mich finden bis zum Grabe,
Treu, des Treuen eingedenk!« —
Seiner Liebe Brautgeschenk:
Soll mich finden bis zum Grabe,
Treu, des Treuen eingedenk!« —
Rosenroth, wie Rosen's Wangen,
Malet sich des Tuches Grund;
Zarte, gold'ne Sterne prangen,
Mitten d'rauf, im Zirkelrund.
Malet sich des Tuches Grund;
Zarte, gold'ne Sterne prangen,
Mitten d'rauf, im Zirkelrund.
Also, wie zum Hochzeittage,
Schmuckreich, glänzend angethan:
Eilt sie, mit dem Glockenschlage;
Und die Schwester geht voran.
Schmuckreich, glänzend angethan:
Eilt sie, mit dem Glockenschlage;
Und die Schwester geht voran.
Leutha hüpft im Jubelreigen,
Durch den Hain, ihr Königreich;
Rosa folgt, in düst'rem Schweigen,
Ihrem Todesengel gleich!
Durch den Hain, ihr Königreich;
Rosa folgt, in düst'rem Schweigen,
Ihrem Todesengel gleich!
Oft noch, wie von Ahnung bange,
Wendet sie den feuchten Blick,
Auf des Lebens letztem Gange,
Nach dem Vaterhaus zurück!
Wendet sie den feuchten Blick,
Auf des Lebens letztem Gange,
Nach dem Vaterhaus zurück!
Und mit Augen, deren Milde
Nur von Glück und Segen sprach:
Schauen ihrem Engelbilde,
Lange noch, die Lieben nach.
Nur von Glück und Segen sprach:
Schauen ihrem Engelbilde,
Lange noch, die Lieben nach.
Sinnend geht sie weit und weiter,
Näher doch dem frühen Grab'!
Engel, auf der Himmelsleiter,
Steigen ihrem Traum' herab.
Näher doch dem frühen Grab'!
Engel, auf der Himmelsleiter,
Steigen ihrem Traum' herab.
Doch, die guten Engel weinen!
Schmerz umflort ihr Angesicht!
Und — die Zeichen, die erscheinen,
Melden Glück der Liebe nicht.
Schmerz umflort ihr Angesicht!
Und — die Zeichen, die erscheinen,
Melden Glück der Liebe nicht.
Raben, Krähen, Dohlen kreisen,
Wie zu wehren diesem Gang';
Und es tönt, in Schauerweisen,
Um sie her wie Grabgesang!
Wie zu wehren diesem Gang';
Und es tönt, in Schauerweisen,
Um sie her wie Grabgesang!
Durch des Thales grüne Matten,
Sucht und wählt sie neue Bahn;
Sieh, da starrt ein bleicher Schatten
Sie mit Todes-Augen an!
Sucht und wählt sie neue Bahn;
Sieh, da starrt ein bleicher Schatten
Sie mit Todes-Augen an!
Doch, von Schrecken ungeblendet,
Muthbewehrt am Schauerort,
Ruft, dem Schatten zugewendet,
Rosa Mai — des Bannes Wort:
Muthbewehrt am Schauerort,
Ruft, dem Schatten zugewendet,
Rosa Mai — des Bannes Wort:
»Bist du Gottes: lass' mich wandern!
Hab' in deinem Grabe Ruh'!
Aber dienest du dem Andern,
Weiche — deiner Hölle zu!«
Hab' in deinem Grabe Ruh'!
Aber dienest du dem Andern,
Weiche — deiner Hölle zu!«
Und sie sah das Bild entschwinden,
Wesenlos, in blauer Luft;
Doch, von seiner Heimath künden
Schwefeldampf und Moderduft.
Wesenlos, in blauer Luft;
Doch, von seiner Heimath künden
Schwefeldampf und Moderduft.
Rosa weilt nun, an den Stufen,
Deren Weg zur Grotte führt;
Aber — and're Stimmen rufen,
Deren »Ach« die Felsen rührt:
Deren Weg zur Grotte führt;
Aber — and're Stimmen rufen,
Deren »Ach« die Felsen rührt:
»Nah' ist, Jungfrau, dein Verderben!
Nah' der Rose Blüthenfall!« —
Doch die Geistertöne sterben,
Ohne Frucht, im Widerhall.
Nah' der Rose Blüthenfall!« —
Doch die Geistertöne sterben,
Ohne Frucht, im Widerhall.
Muth und Kraft der Liebe siegen;
Das Phantom der Schrecken weicht;
Und sie hat den Fels erstiegen,
Und der Grotte Ziel erreicht.
Das Phantom der Schrecken weicht;
Und sie hat den Fels erstiegen,
Und der Grotte Ziel erreicht.
Ringsum, nach dem Stern des Lebens,
Wendet sie den Blick umher:
Doch ihr Auge sucht vergebens!
Rosa fand — die Grotte leer.
Wendet sie den Blick umher:
Doch ihr Auge sucht vergebens!
Rosa fand — die Grotte leer.
Bleich und kalt, in Weh' begraben.
Schaut sie nach dem Thalgefild;
Einsam, schweigend und erhaben,
Wie am Grab' ein Marmorbild!
Schaut sie nach dem Thalgefild;
Einsam, schweigend und erhaben,
Wie am Grab' ein Marmorbild!
So ermass, am Felsenhügel,
Ariadne den Betrug:
Der ihr Glück, mit Windesflügel,
Flüchtig, in die Ferne trug. —
Ariadne den Betrug:
Der ihr Glück, mit Windesflügel,
Flüchtig, in die Ferne trug. —
Endlich naht es, — auf den Zehen!
Doch der Ton der Tritte gleicht —
Wolfesgang', der ungesehen,
Leise nach dem Raube schleicht.
Doch der Ton der Tritte gleicht —
Wolfesgang', der ungesehen,
Leise nach dem Raube schleicht.
Wie ein Tiger gräbt die Zähne
Tief dem Opfer in die Brust;
Wie bei Nacht die Grabhyäne
Nährt an Leichen Würgerlust:
Tief dem Opfer in die Brust;
Wie bei Nacht die Grabhyäne
Nährt an Leichen Würgerlust:
Fremdling! soll ich Mehr Dir sagen?
Heute, Fremdling, frage nicht!
Aber, wird ein Morgen tagen:
Folge mir — zum Weltgericht!
Heute, Fremdling, frage nicht!
Aber, wird ein Morgen tagen:
Folge mir — zum Weltgericht!
X.
Desselben Tages, noch spät am Abend.
Bericht und Klage, aus der Burg von Treiden: an den Landrichter, zu Neuhof.
Versammelt war das Landgericht,
Zu Neuenhof, bei Treiden:
Um über Klage von Gewicht
So eben zu entscheiden.
Da kam, entsandt von diesem Schloss,
Wie Sturm, ein Reiter, hoch zu Ross;
Und brachte, spät am Tage,
Noch diese Schauerklage:
Zu Neuenhof, bei Treiden:
Um über Klage von Gewicht
So eben zu entscheiden.
Da kam, entsandt von diesem Schloss,
Wie Sturm, ein Reiter, hoch zu Ross;
Und brachte, spät am Tage,
Noch diese Schauerklage:
»Erschlagen hat, in blinder Wuth,
Ein wildes Ungeheuer:
Ein Mägdlein, fromm und engelgut,
Uns Allen werth und theuer!
Sie war die Braut vom Gärtner Heil;
Im Blute lag das kurze Beil,
Das er, in diesen Tagen,
Im Gürtel stets getragen.
Ein wildes Ungeheuer:
Ein Mägdlein, fromm und engelgut,
Uns Allen werth und theuer!
Sie war die Braut vom Gärtner Heil;
Im Blute lag das kurze Beil,
Das er, in diesen Tagen,
Im Gürtel stets getragen.
Ihr Blut bedeckt den Bodenstaub
Der ihr geweihten Höhle;
Nicht aber sann auf schnöden Raub
Die freche Mörderseele.
Der Mörder will nicht Räuber sein;
Nicht Perle fehlt, noch Edelstein;
Wir fanden ihr Geschmeide,
Und ihr Gewand von Seide.
Der ihr geweihten Höhle;
Nicht aber sann auf schnöden Raub
Die freche Mörderseele.
Der Mörder will nicht Räuber sein;
Nicht Perle fehlt, noch Edelstein;
Wir fanden ihr Geschmeide,
Und ihr Gewand von Seide.
Doch zeugen Spuren, am Gewand',
Von Kämpfen um ihr Leben;
Und Beilschlag, von verruchter Hand,
Hat ihr den Tod gegeben.
Ein Rosatuch, von Blut befleckt,
Das, faltenreich, den Hals bedeckt:
Kann, von demselben Eisen,
Des Schlages Kraft beweisen.
Von Kämpfen um ihr Leben;
Und Beilschlag, von verruchter Hand,
Hat ihr den Tod gegeben.
Ein Rosatuch, von Blut befleckt,
Das, faltenreich, den Hals bedeckt:
Kann, von demselben Eisen,
Des Schlages Kraft beweisen.
Will aber diese Waffe zwar
Den jungen Heil verrathen:
So zeugt dagegen, offenbar,
Ein Heer von Edelthaten.
Sein Leben leuchtet makelrein!
Und reiner mag kein Engel sein:
Wie er, von uns gepriesen,
In Wort und That bewiesen.
Den jungen Heil verrathen:
So zeugt dagegen, offenbar,
Ein Heer von Edelthaten.
Sein Leben leuchtet makelrein!
Und reiner mag kein Engel sein:
Wie er, von uns gepriesen,
In Wort und That bewiesen.
Er übte magische Gewalt,
Und flocht nur Liebesbande;
Den Edlen ehrte Jung und Alt,
Und Herr und Knecht im Lande.
Die Töchter blickten, nah' und fern,
Nach ihm, wie nach dem Morgenstern;
Und er gewann Vertrauen,
Bei Männervolk und Frauen.
Und flocht nur Liebesbande;
Den Edlen ehrte Jung und Alt,
Und Herr und Knecht im Lande.
Die Töchter blickten, nah' und fern,
Nach ihm, wie nach dem Morgenstern;
Und er gewann Vertrauen,
Bei Männervolk und Frauen.
Er eilte, wie sein Herz gebot:
Dem Armen, wie dem Reichen,
Bei Sturmesnacht, bei Todesnoth,
Die Bruderhand zu reichen.
Er half, mit jedem Tage neu,
Geschäftig, ohne Mühenscheu;
Und ohne Dankes-Ehren,
Noch Lohnes zu begehren.
Dem Armen, wie dem Reichen,
Bei Sturmesnacht, bei Todesnoth,
Die Bruderhand zu reichen.
Er half, mit jedem Tage neu,
Geschäftig, ohne Mühenscheu;
Und ohne Dankes-Ehren,
Noch Lohnes zu begehren.
Kein Wunder, wenn die schönste Maid,
Für die sein Herz entbrannte,
Ihr liebes Weh' und süsses Leid,
Auch ihm, wie er, bekannte!
Der blasse Neid, bei stillem Groll,
War selber doch des Lobes voll:
Es sei, sich zu verbinden,
Kein schön'res Paar zu finden.
Für die sein Herz entbrannte,
Ihr liebes Weh' und süsses Leid,
Auch ihm, wie er, bekannte!
Der blasse Neid, bei stillem Groll,
War selber doch des Lobes voll:
Es sei, sich zu verbinden,
Kein schön'res Paar zu finden.
Der Gartenkünste Meister liess,
Bei nimmermüdem Streben,
Für Segewold ein Paradies
Auf Oeden sich erheben.
Und noch ein neues Werk erstand,
Von seiner Kunst und Meisterhand:
Die Grotte sein, auf Höhen,
Soll ferne Zeit noch sehen.
Bei nimmermüdem Streben,
Für Segewold ein Paradies
Auf Oeden sich erheben.
Und noch ein neues Werk erstand,
Von seiner Kunst und Meisterhand:
Die Grotte sein, auf Höhen,
Soll ferne Zeit noch sehen.
Die Liven-Grotte schuf Natur;
Die seine, hoch daneben:
Sieht unter sich, in Thalesflur,
Der Landschaft Reiz und Leben.
Da mass die Jungfrau Segewold;
Und sah, bestrahlt von Abendgold,
Den Liebling täglich eilen,
Sein Glück mit ihr zu theilen.
Die seine, hoch daneben:
Sieht unter sich, in Thalesflur,
Der Landschaft Reiz und Leben.
Da mass die Jungfrau Segewold;
Und sah, bestrahlt von Abendgold,
Den Liebling täglich eilen,
Sein Glück mit ihr zu theilen.
Hier mochte sie, auf grüner Bank,
Den Bräutigam erwarten:
Der, wenn sein Tag hinuntersank,
Verliess den Blüthengarten.
Mit Blumen war, von ihm gepflückt,
Die Grotte täglich neu geschmückt;
Bis ihr von Rosenstunden
Die letzte heut' geschwunden!
Den Bräutigam erwarten:
Der, wenn sein Tag hinuntersank,
Verliess den Blüthengarten.
Mit Blumen war, von ihm gepflückt,
Die Grotte täglich neu geschmückt;
Bis ihr von Rosenstunden
Die letzte heut' geschwunden!
Denn heut', in früher Morgenstund',
(Was nie bisher geschehen!)
Liess Heil an sie, durch Boten-Mund,
Den lauten Wunsch ergehen:
Sie möge nach dem Mittagmahl',
Zum Gange nach dem Höhlenthal',
In Liebe sich bequemen,
Und — »Scheidegruss« vernehmen!
(Was nie bisher geschehen!)
Liess Heil an sie, durch Boten-Mund,
Den lauten Wunsch ergehen:
Sie möge nach dem Mittagmahl',
Zum Gange nach dem Höhlenthal',
In Liebe sich bequemen,
Und — »Scheidegruss« vernehmen!
Er habe noch der Arbeit Viel
Am Abend, zu besorgen;
Und — Fahrt ins Weite sei das Ziel,
Schon für den nächsten Morgen.
Er wolle, wenn sein Glück entweicht,
Die Braut, zum letzten Mal vielleicht,
In seiner Grotte schauen;
Und And'res — Gott vertrauen.
Am Abend, zu besorgen;
Und — Fahrt ins Weite sei das Ziel,
Schon für den nächsten Morgen.
Er wolle, wenn sein Glück entweicht,
Die Braut, zum letzten Mal vielleicht,
In seiner Grotte schauen;
Und And'res — Gott vertrauen.
Die Eltern, um ihr Wort befragt,
Den Gang ihr zu gewähren:
Sie mögen, was sie nie versagt,
Auch heute nicht verwehren. —
Ob Ahnung, ob es Laune war:
Geschmückt, wie vor dem Traualtar,
Erscheint, im Festgewande,
Die schönste Braut im Lande.
Den Gang ihr zu gewähren:
Sie mögen, was sie nie versagt,
Auch heute nicht verwehren. —
Ob Ahnung, ob es Laune war:
Geschmückt, wie vor dem Traualtar,
Erscheint, im Festgewande,
Die schönste Braut im Lande.
Und sieh, der letzte Gang beginnt!
Er nimmt sie fort von Treiden!
Sie aber wandelt still und sinnt,
Und weilet noch im Scheiden! —
Dann, wie der Sonne Majestät
In Wolken freundlich untergeht,
Und stirbt, im Abendrothe:
Geht Rosa-Mai — zum Tode!...
Er nimmt sie fort von Treiden!
Sie aber wandelt still und sinnt,
Und weilet noch im Scheiden! —
Dann, wie der Sonne Majestät
In Wolken freundlich untergeht,
Und stirbt, im Abendrothe:
Geht Rosa-Mai — zum Tode!...
Die Freude sieht die Stunde nur
Wie Augenblick entschwunden;
Der Sehnsucht — dehnt die Zeitenuhr
Zu Tagen oft Sekunden!
Vergebens fleht der Alten Blick
Die Tochter ihrem Haus zurück!
Sie wandelt hoch — und ferne —
Auf unbekanntem Sterne!
Wie Augenblick entschwunden;
Der Sehnsucht — dehnt die Zeitenuhr
Zu Tagen oft Sekunden!
Vergebens fleht der Alten Blick
Die Tochter ihrem Haus zurück!
Sie wandelt hoch — und ferne —
Auf unbekanntem Sterne!
Nun wird es laut am Eisenthor!
Und sieh, empört, voll Grauen:
Tritt Heil von Segewold, hervor,
Gespenstern gleich zu schauen!
Wie Donner, trifft sein Wuthgeschrei:
»Herbei, du Vater Greif, herbei!
Im Blute liegt, erschlagen,
Die du zur Welt getragen!« —
Und sieh, empört, voll Grauen:
Tritt Heil von Segewold, hervor,
Gespenstern gleich zu schauen!
Wie Donner, trifft sein Wuthgeschrei:
»Herbei, du Vater Greif, herbei!
Im Blute liegt, erschlagen,
Die du zur Welt getragen!« —
Die Hölle flammt in seinem Wort!
Ihr Hohn ertönt im Schalle!
Dann eilig stürmt der Wilde fort;
Und hinter ihm — wir Alle.
Wir folgen seiner Tritte Spur,
Den Berg hinab, in Thales Flur;
Empor dann, am Gelände,
Zum Werke seiner Hände.
Ihr Hohn ertönt im Schalle!
Dann eilig stürmt der Wilde fort;
Und hinter ihm — wir Alle.
Wir folgen seiner Tritte Spur,
Den Berg hinab, in Thales Flur;
Empor dann, am Gelände,
Zum Werke seiner Hände.
Und dort — in seiner Grotte lag:
Die weiland Segenreiche!
Die Jungfrau, todt durch Mörderschlag,
Nun Marmor-starre Leiche!
Sie lag in Blut, von Blut bedeckt;
Und — von demselben Blut befleckt
Lag jenes Beil daneben,
Das ihr den Tod gegeben!
Die weiland Segenreiche!
Die Jungfrau, todt durch Mörderschlag,
Nun Marmor-starre Leiche!
Sie lag in Blut, von Blut bedeckt;
Und — von demselben Blut befleckt
Lag jenes Beil daneben,
Das ihr den Tod gegeben!
Wer solches Beil sein eigen nennt:
Kann Mehr vom Morde sagen;
Wer aber, der den Jüngling kennt,
Darf hier ein Urtheil wagen? —
Es ist, was ihm Verdammniss droht,
Sein Werkzeug hier, von Blute roth:
Wenn volle Thatenreihen
Ihn dort zum Helden weihen. —
Kann Mehr vom Morde sagen;
Wer aber, der den Jüngling kennt,
Darf hier ein Urtheil wagen? —
Es ist, was ihm Verdammniss droht,
Sein Werkzeug hier, von Blute roth:
Wenn volle Thatenreihen
Ihn dort zum Helden weihen. —
Und so verlangt die erste Pflicht:
Uns, Herr! an Euch zu wenden;
Euch — werden seine Thaten nicht,
Noch hier sein Eisen, blenden.
Wir leben sorgvoll, ohne Ruh'!
Und senden Euch den Wagen zu;
Bei Bitte, nicht zu weilen,
Nach Treidens Burg zu eilen!«
Uns, Herr! an Euch zu wenden;
Euch — werden seine Thaten nicht,
Noch hier sein Eisen, blenden.
Wir leben sorgvoll, ohne Ruh'!
Und senden Euch den Wagen zu;
Bei Bitte, nicht zu weilen,
Nach Treidens Burg zu eilen!«
XI.
Am nächsten Tage.
(Zu Treiden.)
Auf, Gericht, bei Morgenroth!
Oeffne deine Schranken!
Und es sei der Jungfrau Tod
Seele der Gedanken!
Oeffne deine Schranken!
Und es sei der Jungfrau Tod
Seele der Gedanken!
Fern dem Wahne, fern der Scheu,
Wirf den Schein danieder;
Und vernimm, der Wahrheit treu,
Zeugen für und wider!
Wirf den Schein danieder;
Und vernimm, der Wahrheit treu,
Zeugen für und wider!
Dort die Leiche, dort das Beil,
Dort das Blut im Staube!
Hier die Klage, hier der Heil,
Hier gesunk'ner Glaube! —
Dort das Blut im Staube!
Hier die Klage, hier der Heil,
Hier gesunk'ner Glaube! —
Und sofort zu Kampfe zog,
Wider Heil, die Klage;
Und des Landes Richter wog
Mit der Themis Waage.
Wider Heil, die Klage;
Und des Landes Richter wog
Mit der Themis Waage.
Heil, der Jüngling, trat hervor,
Todesbleich die Wangen;
Wie der Mond den Schein verlor,
Von Gewölk umfangen.
Todesbleich die Wangen;
Wie der Mond den Schein verlor,
Von Gewölk umfangen.
Tief gesunken und zerstört,
Heldenthum's Ruine;
Schmerz-gebrochen, Gram-verzehrt,
Stand er auf der Bühne.
Heldenthum's Ruine;
Schmerz-gebrochen, Gram-verzehrt,
Stand er auf der Bühne.
Und der hohe Richter spricht:
»Lass' dich, Jüngling, fragen!
Kennst du diese Waffe nicht,
Und, wer sie getragen?
»Lass' dich, Jüngling, fragen!
Kennst du diese Waffe nicht,
Und, wer sie getragen?
Dich erkennt an solcher Spur,
Wer sie aufgefunden;
Und mit solcher Waffe nur
Schlägt man solche Wunden. —
Wer sie aufgefunden;
Und mit solcher Waffe nur
Schlägt man solche Wunden. —
War es nicht der Bote dein:
Der, von Dir verblendet,
Deine Braut, durch leeren Schein,
In den Tod gesendet?
Der, von Dir verblendet,
Deine Braut, durch leeren Schein,
In den Tod gesendet?
Gieb das zarte Kind zurück:
Das, durch dich entschwunden;
Dessen Spur auch Vater-Blick
Nirgend noch gefunden!« —
Das, durch dich entschwunden;
Dessen Spur auch Vater-Blick
Nirgend noch gefunden!« —
Heil, im Auge seine Braut,
Die der Mord erschlagen:
Schien mit allem Tod' vertraut,
Nicht mit solchen Klagen.
Die der Mord erschlagen:
Schien mit allem Tod' vertraut,
Nicht mit solchen Klagen.
Nun, bekannt mit seinem Loos,
Rings um sich Verderben,
Sprach der Jüngling, ruhig gross,
Wie der Held im Sterben:
Rings um sich Verderben,
Sprach der Jüngling, ruhig gross,
Wie der Held im Sterben:
»Jenes Beil, mein Kläger hier,
Meine Lieblingshabe:
Wie es frommte mir und Ihr,
Folg' es mir zu Grabe!
Meine Lieblingshabe:
Wie es frommte mir und Ihr,
Folg' es mir zu Grabe!
Solch ein Werkzeug nur allein
Sollte mich begleiten:
Ihr, im weichen Sandgestein,
Obdach zu bereiten.
Sollte mich begleiten:
Ihr, im weichen Sandgestein,
Obdach zu bereiten.
Zürne nicht, verklärte Braut!
Wenn ich nicht verhehle:
Dass ich nur für Dich gebaut
Jene zweite Höhle.
Wenn ich nicht verhehle:
Dass ich nur für Dich gebaut
Jene zweite Höhle.
Was dem Blicke dort erstand,
Stufen und Gelände:
Schuf das Beil in meiner Hand;
Schufen diese Hände.
Stufen und Gelände:
Schuf das Beil in meiner Hand;
Schufen diese Hände.
Sank denn Heil so tief herab:
Sich ein Werk voll Grauen, —
Seiner Braut ein frühes Grab —
Schmachvoll zu erbauen? —
Sich ein Werk voll Grauen, —
Seiner Braut ein frühes Grab —
Schmachvoll zu erbauen? —
Doch, wir stehen vor Gericht;
Und die Richter sagen:
Jenes Beil im Blute spricht,
Er hat sie erschlagen!...
Und die Richter sagen:
Jenes Beil im Blute spricht,
Er hat sie erschlagen!...
Höret nun von mir Bescheid,
Auf die zweite Klage!
Neues Weh' und neues Leid
Weckt die Boten-Frage.
Auf die zweite Klage!
Neues Weh' und neues Leid
Weckt die Boten-Frage.
Glaubet! meine Seele weiss
Noch von keinem Boten:
Der die Braut, auf mein Geheiss,
Sandte zu den Todten.
Noch von keinem Boten:
Der die Braut, auf mein Geheiss,
Sandte zu den Todten.
Nur bei Tages Untergeh'n
War es uns beschieden:
Dort zu feiern Wiederseh'n,
In der Höhle Frieden.
War es uns beschieden:
Dort zu feiern Wiederseh'n,
In der Höhle Frieden.
Also war es Fug und Brauch
Für die Zwei geblieben;
So betrat ich, gestern auch.
Meine Bahn zur Lieben:
Für die Zwei geblieben;
So betrat ich, gestern auch.
Meine Bahn zur Lieben:
Noch zu enden war ein Theil,
Hoch am Grottenrande;
Und ich zog mein liebes Beil
Aus dem Gürtelbande.
Hoch am Grottenrande;
Und ich zog mein liebes Beil
Aus dem Gürtelbande.
Aber, als ich wohlgemuth
Mein Asyl erreiche:
Weh', da lag, in ihrem Blut',
Meiner Jungfrau Leiche!
Mein Asyl erreiche:
Weh', da lag, in ihrem Blut',
Meiner Jungfrau Leiche!
Da entsank das Beil der Hand;
Kraftlos sank ich nieder;
Und — am Eis der Todten fand
Mein Gefühl sich wieder!...
Kraftlos sank ich nieder;
Und — am Eis der Todten fand
Mein Gefühl sich wieder!...
Von dem Kinde weiss ich nur
Dieses zu gestehen:
Dass von Leutha keine Spur.
Gestern war zu sehen.« —
Dieses zu gestehen:
Dass von Leutha keine Spur.
Gestern war zu sehen.« —