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Die Jungfrau von Treiden

Chapter 38: XV.
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About This Book

Set among the ruins of a Livonian stronghold after a violent clash, the narrative follows Greif as he rescues and tends an infant and witnesses a noblewoman's fatal, martyr-like fate; that episode becomes emblematic amid the wreckage. Through prologues, ruin vignettes, battlefield tableaux and intimate domestic scenes, the text blends romantic feeling with historical detail to explore sacrifice, memory, female virtue, and the uneasy coexistence of communal grief and renewal.

Geschäftig war das holde Kind,
Vergissmeinnicht zu pflücken,
Um liebend, mit dem Kranzgewind',
Wie oft, die Braut zu schmücken.
Da hörte sie ein Wehgeschrei;
Und lief, den Stufen zu, herbei:
Um in der Grotte, auf den Höhen,
Zu sehen, was der Braut geschehen.
Doch, wie den Mörder sie erblickt,
Am Höhleneingang droben,
Den Mordstahl in der Hand gezückt,
Zum Morde schon erhoben;
Und wie der Schlag darniederfällt:
Da schwindet ihrem Blick' die Welt;
Und unter Wehruf, halb vernichtet,
Ist sie der Ferne zugeflüchtet.

Die Tochter irrte nach Cremon,
Das lieb sie aufgenommen;
Doch schien der Todesengel schon
Herab auf sie gekommen.
Mit starrem Blick und ohne Wort,
So blieb sie, fern dem Vaterort';
Bis endlich Boten sie erfragen,
Und heim, zu ihren Lieben tragen.

Sie fühlt, vom tiefen Schlaf' erwacht,
Sich traut in Vaterarmen;
Und neu das Leben, angefacht
An Mutterbrust, erwarmen.
Und da die Sprache wiederkam,
Genügend nun das Volk vernahm:
Wie Wahrheit, aus der Unschuld Munde,
Den Mörder wies, durch sichre Kunde.
Der Henker sucht und findet bald
An nachgewies'ner Stelle,
Den Mörder, todt im fernen Wald',
Den Mordstahl in der Quelle;
Um Beides, nach dem Richterspruch,
Beladen mit dem Zeitenfluch,
Und allem Volke zum Gedenken,
In tiefen Schlammes Pfuhl zu senken.

Bereitet wird ein Ehrengrab,
Der Jüngling frei gesprochen;
Und über Skudritz wird der Stab
Von Richterhand gebrochen.
Und ungesäumt und ungetheilt,
Die Menge nach dem Kerker eilt:
Mit Preis und Lob, die ihm gebühren,
Den Heil zum Heil herbeizuführen.

XIV.

Heil, im Garten von Segewold.

Garten, dem ich Leben gab:
Senke deinen Stolz danieder!
Deine Flora ging zu Grab',
Und kein Frühling weckt sie wieder!
Rosenblüthe, weiss und roth:
Neige deine Zauberfülle!
Meine Rosa brach der Tod:
Schmücke nun die Leichenhülle!
Veilchen, das der Hain verbarg,
Veilchen von der Alpenwiese:
Blühet nun an ihrem Sarg,
Wie ein Kranz vom Paradiese!
Ihr, Jasminen, reich an Duft:
Leer sind ohne sie die Räume!
Füllet nun die Todtengruft,
Mit dem Hauch der Blüthenträume!
Farbenpracht im Schwester-Chor,
Adelstolze Georginen!
Hüllet euch in Trauerflor,
Dort, auf meinen Weltruinen!
Reich an Balsam, voll der Pracht,
Labyrinthe süsser Nelken!
Schmücket ihre Todesnacht,
Eh', wie sie, die Blüthen welken!
Lilie der Blumenau,
Rein wie sie, vor allen Reinen:
Fülle dich mit Maienthau;
Lass' ihn sanft daniederweinen!
Kränze von Vergissmeinnicht,
Die das Blau vom Himmel saugen!
Nacht begrub der Sonne Licht:
Schliesset nun die Liebesaugen!

Myrthenstamm, den ich erzog,
Du, der holden Braut Verlangen,
Den ich ihr zur Laube bog:
Nur am Grabe wirst du prangen!
Loorber-Schmuck und Palmen-Zier!
Lohn dem Helden, Preis dem Ruhme,
Durch den Tod erkauft von ihr:
Grünet nun im Heiligthume!
Oelzweig, den nach müdem Flug,
Friedebringend, Noah's Taube,
Nach der Wunderarche trug: —
Meine Arche — fiel zu Staube!
Schatten du vom Lebensbaum,
Den mein Traum zu lang gemessen:
Edler schmücken deinen Raum
Trauerweiden und Cypressen.
Baum der Gräber, du allein,
Wirst hinfort, und nicht vergebens,
Zierde meiner Hütte sein;
Und allein mir Baum des Lebens!
Draussen, fern, im Neckarthal,
Wo im Grab' die Lieben wohnen:
Gründ' ich ihr ein Todtenmal,
Reich an Immortellen-Kronen.
Nah' bei meiner Clause blinkt,
Klar und rein der Quelle Spiegel;
Und der Holden Urne winkt,
Freundlich mir, am Rosenhügel.
Bis der Tage Ziel erscheint;
Gram und Kummer dann entschwinden;
Und wir droben, neu vereint,
Was wir lieben, wiederfinden.

XV.

Der Jungfrau Todtenfeier.

Es wallen edle Trauergäste,
Und Pilger strömen ohne Zahl,
Nach Treiden hin, zum Todtenfeste,
Zur Jungfrau, nach dem Rittersaal.

Im Schmuck' der Fürstengruft erscheinen
Die Wände, wie der Säule Rund;
Und gold'ne Todesengel weinen
Danieder, von dem schwarzen Grund'.
Kristall'ne Kronen, Kerzengarben,
Versenden wie ein Strahlenmeer,
Ein Sonnenlicht von allen Farben,
Im weiten Trauersaal umher.
Und mitten dort im Saal' vollendet
Ein Rosenhain den Zauberkreis;
Der ringsum reiche Düfte sendet,
Von tausend Blüthen, roth und weiss.
Und mitten, hoch im Rosenhaine:
Im Sarge von Cypressenholz,
Da thronet sie, die Makelreine,
Der Jungfrau Zier, der Frauen Stolz!
Ein Engel ruht auf Mund und Wangen,
Den Liebreiz noch gefangen hält:
Sie hat den grossen Tod empfangen,
Wie einen Kuss von jener Welt.

Im zarten Lilien-Gewande,
Den Myrthenkranz im blonden Haar;
Umgürtet mit dem Rosabande,
Das ihr Geleit' zum Tode war:
So schlummert sie, dem Tod' zum Hohne;
Der Traum ist lieblich, wundersam!
Ein Cherub zeigt die Palmenkrone;
Ein Seraph ist ihr Bräutigam.
Sie mag den Freier nicht betrüben,
Und spricht, dem Engel zugewandt:
Ich will in dir den Bruder lieben,
Mein Liebster wohnt im Erdenland.
So scheint im Traume sie zu sagen,
Nur sagt es ihre Lippe nicht;
Und so mag Liebe nie verzagen,
Wenn auch der Tod das Leben bricht.
Zu Häupten ihr, an Rosenzweigen,
Sich neigend auf ihr Todtenbild:
Darf sich das Tuch der Liebe zeigen,
Ihr Schlachtpanier und Ehrenschild.
Es zeugt von ihrem Heldenmuthe,
Der ihrem Kampfe Sieg verleiht;
Es ist geweiht von ihrem Blute,
Es ist von ihrem Tod' geweiht.

Zu ihren Füssen kniet der Arme:
Der alles Glück mit ihr verlor!
Sein Leben wohnt in seinem Harme;
Sein Reichthum ist — ein Trauerflor!

Wer wankt herbei an seinem Stabe,
Der Erde satt, dem Himmel reif? —
Der sie gerettet aus dem Grabe;
Das ist der alte Vater Greif!
Die Mutter weint auf ihrem Bette,
Von Schmerzen wund, zum Tode müd';
Sich sehnend nach der Schlummerstätte,
Zu der voran die Holde schied!
Und alles Volk, und alle stöhnen,
Die sie, die Liebende geliebt:
Bezeugen nun im Strom von Thränen,
Wie tief der Schlag ihr Herz betrübt.
Doch draussen weilt ein Trauerwagen;
Und horch, die Gräberstunde schlug!
Zur Kirche wird sie fortgetragen,
Bestrahlt von hellem Fackelzug. —
Choral, Gebet und Hymne wühlen,
Es wühlt der klagende Sermon:
In Seelentiefen und Gefühlen;
Und Alles wird nur Klageton.

Dann endet sich das Fest der Trauer;
Das Leben senkt den Tod hinab! —
Zur Linken an der Tempelmauer,
Da gähnt der Schlund von ihrem Grab'!
Das Amen folgt dem Priestersegen! —
Die Uhr, die Jeder schlagen hört:
Ist nur das Herz, mit seinen Schlägen;
Ist nur der Schmerz, der sich empört!
Es regnet Kränze! dann entrollen,
Wie Würfel aus verweg'ner Hand,
Hinab zu Grab', die Gräberschollen;
Bis Rosa mit dem Sarg — verschwand.

Dann bringt ihr Heil ein Kreuz von Eisen:
Das soll der Heldin Orden sein:
Dann bringt die Welt — den Stein der Weisen,
Den inhaltschweren Todtenstein.
Mit Felsen würfeln Erdvulkane,
Mit Steinen würfelt auch die Luft;
Und Steine wirft der Mensch im Wahne,
Auf Bruderglück und seine Gruft!

Zeitlose Du, nicht Zeitenlose!
Dein Wandel geht durch alle Zeit.
Von Dornen frei, Du, keusche Rose,
Bist Rosa nun, der Ewigkeit!
Der Maienrose Duft und Leben:
Sie locken Wurm und Tod herbei;
Indess nun Engel Dich umschweben,
Und treu Dich pflegen, Rosa Mai!

XVI.

Heil, noch einmal vor dem Richter.

Der Jüngling Heil, nun Mann geworden,
Durch Leiden, die er gross bestand:
Er sehnt sich aus dem Land des Norden,
Zur Heimath, in sein Wiegenland.
Doch eh' das Grabmal seiner Freuden
Von ihm empfing die letzte Pflicht:
Da trat er, sonder Groll zu scheiden,
Noch, also sprechend, vor Gericht:
»Es ward ein theures Blut vergossen,
Der Mörder fand verdientes Grab;
Nun — habet Ihr den Tod beschlossen,
Auf einen, der mir Leben gab.
Denn, wäre Skudritz Euch entflüchtet,
So wie es stand in seiner Macht:
So hätte Folter mich vernichtet,
Und Schande mir der Tod gebracht.
Dann auch bedenket Eure Lage,
Vor Thron, Gewissen und der Welt:
Wenn Gott die Wahrheit hier zu Tage,
Den Frevel an das Licht gestellt!
Der Skudritz war, an seiner Stelle,
Berückt, bethört, von blindem Wahn;
Nur Sklave blieb der Mordgeselle,
Und stets dem Mörder unterthan.
So lasset Huld ihm angedeihen! —
Den Schatz, der mir im Grabe ruht,
Soll nicht unreines Blut entweihen;
Nicht schänden mir das edle Blut.« —

Dem Richter wollte nicht behagen,
Was Heil gesprochen, allzukühn;
Doch will er Gnade nicht versagen,
Da Greif um gleiche Gunst erschien.
Dem Jüngling war zu weh' geschehen;
Vergeben wurde, wie er sprach;
Der Richter liess den Spruch ergehen,
Und Milde folgt dem Rechte nach.
»Der Skudritz mag im Thurm' noch büssen,
Für seine Schuld, die er bekannt;
Dann sei er aus dem Land' gewiesen,
Und ende fern, von hier verbannt!« —
So sprach der Richter, vor dem Scheiden
Von dem durch Mord entweihten Ort';
Erfreuend so das Herz der Beiden,
Mit seiner That, mit seinem Wort'.

XVII.

Die Nacht am Grabe.

Die Landschaft ruht in tiefem Schlummer,
Der Mond nur und ein Jüngling wacht;
In Frieden jener, der in Kummer,
Doch Beide wandeln durch die Nacht.
Und Heil, am Grabe, Mond-beschienen,
Verklagt in süsser Melodie,
Sein Glück, auf dessen Prachtruinen;
Und also klang die Elegie:
»Bist Du so früh emporgeschieden,
Nach kurzem Traum von Erdenglück?
Und führt, von Deinem Gottesfrieden;
Kein Weg in Freundes Arm zurück?
Kann Liebe Dir nicht wiedergeben,
Was Erdentod dem Leben nahm?
Kann keine Thräne mehr beleben
Den Leib, der von der Erde kam? —
Vergebens! — In die Nacht der Zeiten
Verliert sich meiner Klage Ruf!
Nur Einer kann mir Trost bereiten:
Wer Licht aus Nacht der Nächte schuf.
Nur Du, von Dem, seit Welten kreisen,
Die Phantasie kein Bild entwarf!
Nur Du, Den wir »Allvater« preisen,
Der Alles gab, und Nichts bedarf!

Nun weihet mich, ihr Todtenhügel!
Ein Erdsohn will sein Fest begeh'n;
Komm', Seraph, leih' mir deine Flügel,
Ich will die Braut im Lichte seh'n.
Die Erde soll wie Nebel schwinden;
Die Sonne lass' ich weit zurück!
Will sich der Geist zum Geiste finden,
Verlangt es nur den Augenblick. —

Geliebte Du, in fernen Räumen!
Wann sich die Geisterstunde neigt:
Umfangen wir Dein Bild in Träumen;
Dein Bild, das uns die Palme zeigt.
Dein treu bewährtes Tugendleben,
So lang es hier auf Erden ging:
War eine Landschaft, mild und eben,
Gefasst in einen Blumenring.
Da war kein Berg mit Silberminen,
Kein Alpenstrom, der Gold verhiess;
Kein Schloss der Vorzeit in Ruinen,
Kein Thurm mit seinem Burgverliess.
Es war die reichste Blumenwiese;
Durch die sich, wie ein Ordenband,
Ein Perlenquell vom Paradiese,
Vorbei an Frucht-Alleen wand.
Nur Unschuld, Ehre, Treue gingen
Einher, bei frohem Lerchensang;
Und Engel nur mit Rosaschwingen.
Umflogen sie auf jedem Gang.
Ein Hüttchen stand, im Sonnenglanze:
Da flocht, bei stillem Heitersinn,
Ein Gärtner an dem Bürgerkranze,
Für seines Glückes Königin.
Doch — neidisch brachten dunkle Mächte,
Dem Glück', des Todes Richterspruch!
Der Sonne folgten Schauernächte;
Da war die Flur ein Leichentuch!
Mein Himmel schwand! — Wie dort in Flammen
So mancher Weltenbau verging:
So fiel mein Paradies zusammen;
Und — Grab nur blieb, was ich umfing!
Du aber konntest nicht verlieren —
Den Schmuck, der auch den Engel ziert!
Das Schicksal wollte Dich verführen,
Du aber hast den Tod verführt.
Charakter — porenloser Wille,
Der gold'ne Saat für Welten trägt:
Hat Dir, in Deiner Sabbathstille,
Gedankengold zu That geprägt.
Nur so gelang es Deinem Muthe:
Bei frech bestürmender Gefahr,
Zu siegen noch in Deinem Blute;
Zu retten, was Dir heilig war. —

Dich nennt zwar keine Weltgeschichte,
Sie schreibt ja nur bei Dämmerlicht!
Es gingen Völker zum Gerichte,
Und die Geschichte kennt sie nicht!
Oft hat der Unschuld Gottvertrauen
Den Sieg der Feinde schnell besiegt;
Tyrannengrimm ein Blick der Frauen,
Am Thränenquell, in Schlaf gewiegt;
An unsichtbarem Spinngewebe
Hing oft der Staaten Weltgeschick:
Doch selten lebt, wer uns beschriebe
Der Webzeit Ersten Augenblick! —
Ein Saemann schrieb die Erste Rolle,
Die Segen auf die Völker trug;
Sein Jahrbuch war die Erdenscholle,
Sein Zaubergriffel war — sein Pflug.
Mit solchem Griffel schrieb er Thaten,
Kein Prahlwort, in der Zeiten Buch;
Mit solchem Schriftwerk hob er Staaten:
Und seine Saaten trifft kein Fluch!
Kann aber uns Geschichte melden:
Wer solch ein Götterwerk erdacht? —
Ihr Labsal ist nur Mark der Helden;
Ihr Nektar, Blut der Völkerschlacht!

So grabe denn der Helden Leben,
Geschichte, deinem Marmor ein!
Doch — Ihr auch wird ein Tag sich heben,
Und Rosa nicht vergessen sein!
Es kommen Söhne ferner Zeiten,
An die noch keine Zeit gedacht:
Die werden Dir ein Fest bereiten,
Zum Jahrtag Deiner Todesnacht. —
Die Hand der Liebe sä't in Grüfte
Den Keim zu manchem Wunderbaum;
Die Krone spielt im Reich' der Lüfte,
Die Wurzel fand im Grabe Raum':
Da grünt ein Stamm aus Deinem Staube;
Aus Thränen wird ein Wasserfall;
Und in der Linde Mai-Gelaube
Besingt Dein Lob die Nachtigall.

Der Vollmond hebt die Augenlieder;
Ein Pilger eilt dem Hügel zu;
Und neigt sich auf Dein Grabmal nieder,
Zu schlafen süssen Schlaf, wie Du!

O Du, verklärt, in lichten Sphären:
Gieb Segen meinem Pilgerlauf!
Und nimm hinab, des Dankes Zähren,
Und meinen Kuss, zu Dir hinauf!
Mein Glaube wohnt auf Deinem Hügel,
Die Hoffnung reicht den Wanderstab;
Bis mich zu Dir der Liebe Flügel,
Emporhebt, über Zeit und Grab.
Dein Rosatuch — sei mir Geleite,
Wohin auch mein Verhängniss ruft!
Es folge mir im Erdenstreite,
Und dann zum Frieden, meiner Gruft!
Du aber, Staub der Gräber-Auen:
Lass hier bei Mond- und Sonnenschein.
Das Leben sich am Tod erbauen,
Dann wird kein Tod im Leben sein!«

XVIII.

Das Ende.

Nachdem er so die Mitternacht,
Dann Morgenroth herbei gewacht:
Erhob sich Heil gen Treiden;
Und sprach dort, in der Lieben Haus,
Den letzten Wunsch und Willen aus,
Auf immerdar, zu scheiden.
Nicht dreifach hoher Ehrensold,
Erboten ihm von Segewold,
Kann seine Schritte bannen.
Er wirft den thränefeuchten Blick
Nach seinem Paradies zurück,
Und eilet nun von dannen.
Des Tiefgebeugten Brust bewegt:
Nicht Greif, der Rosa Mai gepflegt;
Nicht Bitte, noch Vertrauen.
Die Höhle, die sein Glück umfing,
In der sein Himmel unterging:
Erregt ihm Scheu und Grauen.
Vergebens klang, am trauten Ort',
Noch einmal Ruf und Freundeswort;
Der Alten Wunsch und Flehen!
Mit seinem Rosatuch entschwand
Der Jüngling, heim, zum Väterland;
Und — ward nicht mehr gesehen!
Druck von H. Schnakenburg's litho- & typogr. Anstalt in Riga.

FOOTNOTES:

[A] Unter dem Worte »Jener« ist, wie die Leser leicht einsehen werden, wohl nur der Mann zu verstehen: Dem diese Blätter, und zwar mit vollem Rechte, gewidmet werden.