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Die Kneippkur

Chapter 20: Anmerkung.
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About This Book

Eine poetisch-didaktische Darstellung der Wassertherapie nach Kneipp, die praktische Anleitungen zu Abhärtung und verschiedenen Wasseranwendungen vermittelt. In Versform und erläuternden Abschnitten werden Barfußgehen, kalte Fuß- und Armbäder, Kniegüsse, Wassertreten und ähnliche Maßnahmen zur Stärkung des Kreislaufs sowie zur Vorbeugung und Behandlung zahlreicher Beschwerden empfohlen. Der erste Teil erklärt Anwendungsformen und Grundprinzipien, der zweite Teil führt Beschwerden alphabetisch auf und schlägt jeweils passende Wasserbehandlungen vor. Insgesamt verbindet der Text Belehrung, Alltagstipps und gesundheitliche Begründungen für regelmäßige Wasseranwendung.

Anmerkung.

Sehr häufig pflegt man mich zu fragen:
»Was hältst du von den Eisauflagen?
Und ist nicht auch gewissermaßen
Empfehlenswert das Aderlassen?«
Drauf sag’ ich ein- für allemal:
Die Eisauflagen sind brutal.
Bedenke: Drin ist’s glühend heiß,
Und außen drauf ein Berg von Eis,
Und mitten zwischen Eis und Glut
Der zarte Stoff von Fleisch und Blut
In Leidensqual ganz eingekeilt —
Wird so ein krankes Glied geheilt?
Ist’s gut — statt Hilfe mild zu bringen —
Gewaltsam die Natur zu zwingen?
Zwar wirkt es scheinbar oft ersprießlich —
Sehr schlimm sind doch die Folgen schließlich.
Es kann in allen Körperteilen
Das Wasser jede Hitze heilen.
Damit ist aber nicht gesagt,
Wenn dich im Kopf die Hitze plagt,
Du müßtest nur auf deine Glatzen
Beständig kalte Aufschläg’ batzen —
Die Hitze läßt sich so nicht heilen,
Versuch’, das Blut erst zu verteilen,
Greif’ erst ’mal bei den Füßen an
Und rück’ allmählich weiter dann!
Als and’res Mittel in der Regel
Empfiehlt man Aderlaß und Egel.
Auch dieses Mittel ist nicht gut:
Der Mensch hat nie zu viel an Blut.
Natur hat ihm fürs ganze Leben
Ein Quantum Blutsaft mitgegeben,
Das als Essenz, als Grundstock gilt,
Aus dem die Blutbereitung quillt,
Weshalb du jeden Blutverlust,
Als Lebenskürzung, meiden mußt.
Blutbildung, die man künstlich schafft,
Hat keine wahre Lebenskraft.
Der Enkel Schwächlichkeit und Blässe
Verdammt des Ahnherrn Aderlässe.
Hat je, wenn ’s Öl versiegt, ein Docht
Noch länger fortzuglüh’n vermocht?
Selbst wenn dich Schlaganfall bedroht,
Folgt gern dem Aderlaß der Tod.