B. Bäder.
1.
Des Fußbad’s doppelte Gestalt
Ist einmal warm und einmal kalt.
a) Man steht in kalten Wasserfluten,
So etwa 1–3 Minuten,
Und zwar ist dringend anzuraten:
Teils an, teils über deine Waden!
Dies Mittel dient in kranken Zeiten,
Das Blut vom Kopf hinabzuleiten.
Derweil es dem Gesunden Kraft
Und Munterkeit und Schlaf verschafft.
b) Ein warmes Fußbad ist nur gut
Für Leute, welche arm an Blut,
Nervöse, oder Frau’nspersonen;
Es wirket bei Congestionen,
Und wenn das Blut im Umlauf stockt,
Wird’s in das Bein hinabgelockt.
Hiezu bereit’ ein Wasser dir,
Bis 26 Reaumür,
Holzasche drein zwei Handvoll thu’,
Und eine Hand voll Salz dazu.
Dies wende 12 Minuten an,
Auch 15, wer es leisten kann.
Heublumenfußbad ist zu raten
Bei Fußschweiß oder Quetschungsschaden,
Kurz, wenn am Fuß sich eine Art
Von Säftefäulnis offenbart;
Nichts wirkt bei Fußverknorpelung so,
Als warmes Bad von Haberstroh;
Auch Podagra und Eiterwunde
Braucht solches Bad ’ne halbe Stunde.
NB. Ein warmes Sitzbad ist von Blei,
Wenn keine Mischung sonst dabei.
Dies Fußbad gab dem Goethe wohl
Die schönen Worte ein:
»Das Wasser rauscht’, das Wasser schwoll,
Netzt’ ihm das nackte Bein.«