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Die Kneippkur

Chapter 35: Zugabe zum Essen.
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About This Book

Eine poetisch-didaktische Darstellung der Wassertherapie nach Kneipp, die praktische Anleitungen zu Abhärtung und verschiedenen Wasseranwendungen vermittelt. In Versform und erläuternden Abschnitten werden Barfußgehen, kalte Fuß- und Armbäder, Kniegüsse, Wassertreten und ähnliche Maßnahmen zur Stärkung des Kreislaufs sowie zur Vorbeugung und Behandlung zahlreicher Beschwerden empfohlen. Der erste Teil erklärt Anwendungsformen und Grundprinzipien, der zweite Teil führt Beschwerden alphabetisch auf und schlägt jeweils passende Wasserbehandlungen vor. Insgesamt verbindet der Text Belehrung, Alltagstipps und gesundheitliche Begründungen für regelmäßige Wasseranwendung.

Zugabe zum Essen.

Fern im schönen Land der Hindus
In dem Stromgebiet des Indus,
An dem Strand des gelben Ganges
Gibt’s der Himmelswunder manches —
Schädelgroße Edelsteine
Kollern einem um die Beine,
Massenhaftes Gold und Perlen
Find’st du bei den ärmsten Kerlen —
Nur kein Rindfleisch ißt man freilich,
Denn das wäre unverzeihlich;
Aber dafür kocht man Reis,
Den man sehr zu schätzen weiß.
Kurz und gut, ich sag’s summarisch:
Dorten lebt man vegetarisch.
Zwar ein Münchener comme il faut
Würde dorten niemals froh;
Denn falls er sich dort erdreistete
Und sich einmal Kalbfleisch leistete,
Wie im kalbfleischfrohen München,
Würden ihn die Hindus lynchen;
Und falls er sich wollt’ entwöhnen
Und des Fleisches ganz entraten,
Würd’ er sich zu Tode sehnen
Nach den guten Nierenbraten,
Nach den mächtigen Kälberhaxen,
Wie sie nur in München wachsen.
Und nun möchten manche wissen,
Wie sie sich verhalten müssen,
Ob nicht Würste, Fleisch und Braten
Uns’rem lieben Körper schaden,
Oder ob man Obst und Kohl
Unablässig essen soll?
Laß die Kämpfer beider Seiten,
Gegenseitig weiter streiten,
Hör’ getrost den beiden zu,
Iß Gemüs’ — und Fleisch dazu!

Schluß des ersten Teiles.