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Die Krankheit: Eine Erzählung cover

Die Krankheit: Eine Erzählung

Chapter 16: XV.
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About This Book

The narrative follows life in a mountain sanatorium where a cast of patients and physicians—among them a luminous young woman, an admiring young man, a cultured but ailing poet, and an austere chief physician—interact amid treatments, promenades, and café gossip. Scenes alternate between intimate sickroom moments and broader sketches of kur life, capturing rituals of diagnosis, flashes of memory, and theatrical self-display. Illness shapes relationships and identity, producing both compassion and performative eccentricity, while the author blends keen observation, irony, and melancholic atmosphere to examine how convalescence becomes a stage for longing, vanity, and small consolations.

XV.

Beifall überfiel die offene Szene.

„Fabelhaft!“ sagte der dicke jüdische Herr mit der Hornbrille. Seine Eulenaugen schillerten.

Der Thorax, der in der ersten Reihe saß, zitterte.

„Sie sterben beide auf offener Szene“, bebte er.

Die Pneumo hatte Tränen in den Augen.

„Brava!“ rief ein Italiener wie wahnsinnig zu Sybil herauf. „Brava, brava! ...“

Der Bulgare wischte sich mit einem kleinen seidenen Tuch, einem Geschenk Sybils, den Schweiß von der Stirn.

Er mußte sich zusammenreißen, um in keinen Wutanfall auszubrechen. Um nicht Schaum vor die Lippen zu kriegen.

„Das ist Krieg!“ dachte er entsetzt, „da fließt Blut ...“

Der kleine Japaner lächelte, freundlich interessiert.

Europäer ... dachte er. Sie haben alle Hitze aus dem Äther in sich hineingesogen und verbrennen nun an- und ineinander unter einem kalten Himmel. In Japan trippeln unter einem heißen Himmel kalte Menschen auf Holzschuhen im klappernden Stakkato. Und ihre Liebe duftet weiß, kühl und weiß wie die Schneeblüte des Fushijama.