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Die letzten zwanzig Jahre deutscher Litteraturgeschichte 1880–1900

Chapter 17: Die Goldschnittlyriker der 80er Jahre.
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About This Book

Der Autor bietet eine komprimierte Darstellung der deutschen Literatur der Jahre 1880–1900 und erörtert zugleich die methodischen Schwierigkeiten, zeitgenössische Werke sachgerecht zu beurteilen. Er kritisiert bisherige Literaturgeschichten wegen der Vernachlässigung moderner Strömungen, plädiert für die Fokussierung auf geistige Tendenzen statt auf bloße Persönlichkeiten und warnt vor persönlicher Voreingenommenheit, Parteigeist sowie dem Einfluss von Mode und Reklame auf literarischen Ruhm. Der Text skizziert Kriterien zur Unterscheidung von bleibendem Verdienst und zeitgebundener Popularität, betont die Einbettung in Kulturgeschichte und macht deutlich, dass gegenwärtige Urteile späteren Korrekturen unterliegen können.

Die Goldschnittlyriker der 80er Jahre.

Karl Gerok, geb. am 30. Januar 1815 in Vaihingen in Württemberg, starb als Prälat in Stuttgart 1890. Seine Liedersammlungen »Palmblätter«, »Neue Palmblätter«, »Pfingstrosen«, »Eichenblätter«, »Deutsche Ostern«, die ein liebenswürdiger Humor durchzieht, sind vorzugsweise geistlicher Natur und fanden große Verbreitung.

Julius Sturm, geb. am 21. Juli 1816 zu Köstritz, gest. 1896, war einer der fruchtbarsten Liederdichter. Die Natur seiner Dichtungen, die eine innige, aber nicht kopfhängerische Frömmigkeit auszeichnet, wird durch die Titel seiner Sammlungen: »Gott grüße Dich«, »Immergrün«, »Fromme Lieder«, »In Freud und Leid« charakterisiert.

Albert Traeger, geb. am 12. Juni 1830 in Augsburg, ist als Dichter in den Kreisen der Liebhaber von Gartenlaube-Poesie bekannt geworden, hat sich jedoch außer einigen Lustspielen und Novellen nur einen Gedichtband zu schulden kommen lassen.

Emil Rittershaus, geb. am 3. April 1834 in Barmen, gest. daselbst 1897, gab sich in seinen meist zuerst in der Gartenlaube veröffentlichten Gedichten als Sänger frischer, fröhlicher Lieder, die Wein und Liebe, Vaterland und Gartenlaube verherrlichen.