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Die letzten zwanzig Jahre deutscher Litteraturgeschichte 1880–1900 cover

Die letzten zwanzig Jahre deutscher Litteraturgeschichte 1880–1900

Chapter 19: Die Behaglichen.
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About This Book

Der Autor bietet eine komprimierte Darstellung der deutschen Literatur der Jahre 1880–1900 und erörtert zugleich die methodischen Schwierigkeiten, zeitgenössische Werke sachgerecht zu beurteilen. Er kritisiert bisherige Literaturgeschichten wegen der Vernachlässigung moderner Strömungen, plädiert für die Fokussierung auf geistige Tendenzen statt auf bloße Persönlichkeiten und warnt vor persönlicher Voreingenommenheit, Parteigeist sowie dem Einfluss von Mode und Reklame auf literarischen Ruhm. Der Text skizziert Kriterien zur Unterscheidung von bleibendem Verdienst und zeitgebundener Popularität, betont die Einbettung in Kulturgeschichte und macht deutlich, dass gegenwärtige Urteile späteren Korrekturen unterliegen können.

Die Behaglichen.

Julius Stinde, geb. am 28. Aug. 1841 in Kirch-Nüchel in Holstein, führte die »Frau Buchholz«, den Typus des Berliner Spießbürgertums, in die Litteratur ein und wurde durch zahlreiche Auflagen seiner Werke dafür belohnt. Von seinen weiteren Schriften fanden noch die »Waldnovellen« und »Pienchens Brautfahrt« größere Verbreitung.

Johannes Trojan, geb. am 14. August 1837 in Danzig, Redakteur des Kladderadatsch, schrieb hübsche, humorvolle Kinderlieder und eine Anzahl ansprechender Gedichte: »Scherzgedichte«, »Für gewöhnliche Leute«, »Das Wustrower Königsschießen u. a. Humoresken«.

Julius Lohmeyer, geb. am 6. Okt. 1835 in Neisse, machte sich als Jugendschriftsteller einen Namen, ohne jedoch auf diesem Gebiete viel mehr als guten Willen und einen bescheidenen liebenswürdigen Humor mitzubringen. (»Gedichte eines Optimisten«, »Die Bescheidenen«, »Humoresken« u. a.)

Edwin Bormann, geb. am 14. April 1851 in Leipzig, machte sich als sächsischer Humorist in seinem engeren Vaterlande einen Namen (»Mei Leipzig low' ich mir«, »Herr Engemann«, »Schelmenlieder« u. a.) So gut einige ältere Dialektdichtungen B.'s sind, so flach und schal ist die Mehrzahl seiner jüngsten fabrikmäßig hergestellten Poesien. Seinen humoristischen Werken nicht beizuzählen, nach Ansicht B.'s vielmehr durchaus ernsthaft zu nehmen, sind »Das Shakespeare-Geheimnis« und die im Anschlusse daran erschienenen Schriften, in denen der Nachweis geführt werden soll, daß Shakespeare nicht Shakespeare, sondern Francis Bacon ist.

Georg Bötticher, geb. am 20. Mai 1849 in Jena, ein feinsinnigerer und vielseitigerer Humorist als Bormann, schrieb in Gemeinschaft mit Victor Blüthgen »Schüler-Novellen«, und selbständig zahlreiche humoristische Schriften, von denen viele durch die »Fliegenden Blätter« und die »Reclam-Bibliothek« weiteren Kreisen bekannt geworden sind. (»Schnurrige Kerle«, »Schilda, Verse eines Kleinstädters«, »Allotria, humoristische Geschichte«, »Neue Allotria«, »Bunte Reihe« u. a.)

Hans Arnold (Pseudon. für Frau Babette von Bülow), geb. am 20. Sept. 1850 in Warmbrunn, schildert in ihren Novellen und Erzählungen mit Vorliebe in humoristischer Weise die kleinen Verdrießlichkeiten und Unannehmlichkeiten des Lebens. Ihre Werke besonders anzuführen, erübrigt sich: sie amüsieren und werden vergessen.