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Die Radierung: Ein Leitfaden und Ratgeber cover

Die Radierung: Ein Leitfaden und Ratgeber

Chapter 41: 11. Das fertige Blatt.
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About This Book

Der Leitfaden erläutert die physikalisch-chemischen Grundlagen und die handwerklichen Schritte der Radierung, von der Wahl und Vorbereitung der Kupferplatte über das Auftragen des Ätzgrundes und das Einritzen der Konturen bis zum abgestuften Ätzen. Er behandelt Werkzeuge, Grundierung, Anrauchen, Nadeltechnik, Ätzwasser und Ätzwachs, beschreibt Einfärben, Hand- und Maschinenabdruck sowie Retouche- und Abschleifarbeiten. Kapitel zu Strich, Ton und zur Vermeidung typischer Misserfolge verbinden praktische Anleitungen mit Beispielen, und reproduzierte Plattenmuster dienen als Anschauungsmaterial für Lernende, die systematisch in Technik und künstlerische Anwendung eingeführt werden möchten.

11. Das fertige Blatt.

Endzweck einer geätzten Platte ist und bleibt: den für die Öffentlichkeit bestimmten Abdruck zu liefern. Angesichts dessen ist es auch von hohem Interesse, über die Aufmachung der Blätter im Klaren zu sein, denn ein geschmackvolles Äußeres hebt das Ansehen einer Radierung ganz beträchtlich. Weit entfernt, hier Regeln aufzustellen oder dem Leser gar Formeln an die Hand zu geben, nach denen Blattgröße, Bildgröße und Plattengröße mathematisch festzulegen sind, möchte ich in solchen Fragen mit Vertrauen an den guten Geschmack meiner lieben Leser appellieren, und ich fürchte nicht, fehlzugehen. Ob man nun das Bild klein in die Mitte der Platte setzt, oder die ganze Platte für das Bild benutzt, das hängt vom Geschmack des Radierers ab, auf alle Fälle macht ein bis knapp an die Facette radiertes Bild einen sehr gediegenen Eindruck, da ja das Druckpapier mit seinem eingepreßten Plattenrand eine vornehme Umrahmung dazu abgibt. Ist das Papier selbst ziemlich stark, so wählen wir sein Format recht groß, denn breite Ränder um die Radierung tragen zur edlen Wirkung viel bei. Zartes Druckpapier kann klein gehalten werden, das Bild wird dann auf weißen Karton mit den zwei oberen Ecken aufkaschiert. Japanpapier ist so dünn, daß es einer festen Unterlage bedarf. Aus weißem, starkem Papier oder Karton werden große Blätter geschnitten, damit ein recht breiter Rand um den Druck erhalten werde. Das Papier wird mit Stärkekleister ganz bestrichen (doch nicht allzunaß); dann wird der Japandruck daraufgelegt und mit Filtrierpapier oder einem reinen Handtuch bedeckt. Obendrauf kommt irgend ein starkes Papier; sodann wird mit einem Leinwandballen kräftig gerieben; das Bild haftet dann sehr fest auf der Unterlage. Dieser Vorgang entfällt bei Anwendung der Walzenpresse; dort erfolgt Drucken und Aufkaschieren gleichzeitig. Name oder Zeichen des Radierers kann am unteren Bildrand, natürlich in Spiegelschrift, radiert und geätzt werden. Schließlich kann man einen breiten Rahmen aus Karton schneiden, dessen Öffnung so groß ist, daß der gepreßte Platten-Rand des Abzuges sichtbar bleibt, wenn man das Bild mit Klebestoff hinter diesen Karton mit zwei Ecken befestigt. Eine solche Aufmachung hebt das Ansehen einer Radierung außerordentlich.

»Im Sturm«, Original-Radierung von Alois L. Seibold

Zum Aufmachen an der Wand eignen sich am besten zarte Rähmchen, welche entweder ein sehr flaches oder noch besser gar kein Relief haben. Rähmchen aus halbrunden oder ganz flachen, schmalen Leisten wirken sehr vornehm.

Die zum Verlag bestimmten Blätter erhalten dann noch einen Aufdruck unterhalb des Bildes, welcher den Titel desselben sowie die Bemerkung »Originalradierung von N. N.« enthält.