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Die Schelme von Steinach: Erzählung für die Jugend cover

Die Schelme von Steinach: Erzählung für die Jugend

Chapter 15: Dreizehntes Kapitel Advent in Sorgen
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About This Book

Eine Reihe heiterer, episodischer Erzählungen für junge Leser schildert, wie das Andenken an ehemalige Raubritter im Dorf lebendig bleibt: Burgruinen, scherzhafte Überfälle, verfehlte Schatzsuchen und die Gespräche der Dorfbewohner werden in volkstümlichen Anekdoten dargestellt. Reisebeobachtungen und Begegnungen führen zu humorvollen, oft milde moralisierenden Szenen, die Gemeinschaft, Einfallsreichtum und menschliche Schwächen zeigen. Der Ton ist warmherzig und verschmitzt, die Sprache lebendig, sodass Tradition, Fröhlichkeit und einfache Lebensfreude im Vordergrund stehen.


Dreizehntes Kapitel
Advent in Sorgen

Jemand kommt auf der Apfelstraße daher, und der alte Briefträger Klöppel sagt: »Morgen, morgen!« – Weihnachtspakete werden gepackt, und diesmal erzählt Vater Hiller eine Geschichte, und die Mütter denken an ihre Söhne, Malchen aber stimmt die Wacht am Rhein an

Ein paar Tage nach Arnes und Jackenknöpfles Heimkehr war es, da kam vom Bahnhof her ein alter Mann die Apfelstraße entlang. Er ging ganz langsam, blieb auch einmal stehen und sah sich um, und obgleich es ein trüber Tag war und der Nebel die Ferne verhüllte, schien dem alten Mann doch alles sonderlich gut zu gefallen. Kurz vor dem Dorfe bogen von einem Feldweg etliche Kinder auf die Apfelstraße ein. Sie hatten Kartoffeln gegraben und sahen wie richtige Erdmännlein aus. Der Fremde blieb stehen und ließ die Kinder herankommen; die musterten ihn neugierig, aber nur wenige Augenblicke stutzten sie, dann schrieen sie plötzlich alle wie aus einem Munde: »Herr Hiller, unser Herr Hiller!«

Es war wirklich Vater Hiller und kein anderer, der da auf der Apfelstraße von Steinach stand und all die kleinen schmutzigen Hände herzlich in die seinen nahm. Die Kinder meinten, er sei zu Besuch gekommen, aber bald erfuhren sie es, Vater Hiller wollte wieder ihr Lehrer sein. Er wollte seinen jungen Nachfolger vertreten, bis der heimkam.

»Vater Hiller ist wieder da!« Der Ruf lief durch Steinach wie eine Siegesnachricht, und wie bei einer solchen strömten die Leute aus den Häusern. Vater Hiller war da, ihr alter, guter Vater Hiller, den mußten sie doch sehen. Dem alten Mann streckten sich so viele Hände entgegen, so viele Leute kamen, ihm guten Tag zu sagen, daß er nur ganz langsam vorwärts kam. Frau Besenmüller im Schulhaus verging fast vor Ungeduld. »Keinen Empfang, nischte nich hat er gewollt, un nu is ’n Lärm im Dorfe wie beim Vogelschießen,« schalt sie. Die große Schulglocke hatte sie im Arm, denn damit wollte sie den alten Lehrer begrüßen. Tüchtig klingeln wollte sie, die Glocke sollte rufen: »Hurra, hurra!« Endlich näherte sich der Zug langsam dem Schulhaus, und nun hielt es Frau Besenmüller nicht mehr aus, sie wollte ihr Freudenklingeln beginnen, aber ihre Hände zitterten vor Aufregung, die Klingel entrutschte ihr und kollerte Vater Hiller vor die Füße.

Der hob sie lächelnd auf. »Ei, die kann es wohl nicht erwarten?« sagte er heiter und schwenkte sacht die Klingel. Die tönte ein wenig, nur als wollte sie fein bescheiden »Willkommen!« sagen.

So zog Vater Hiller ohne stürmisches Klingelgeläut in seinem lieben Schulhaus wieder ein, und am nächsten Morgen stand Frau Besenmüller wieder vor der Türe, wie schon viele Jahre, und die Glocke schrie: »Es ist Zeit, Zeit, die Schule fängt an! Fleißige und Faule herbei, herbei!«

Die Kinder kamen gern, und als die so lange verschlossene Schulstube sich wieder auftat, da wurde es ihnen ganz heimatlich zumute. Auf einmal behaupteten sie alle miteinander, sie hätten die Ferien schon recht satt gehabt; aber auf die Weihnachtsferien freuten sie sich doch alle.

Den Erwachsenen war es nicht weihnachtlich ums Herz in diesem Jahr. Die horchten alle hinaus, hin nach des Reiches Grenzen. Immer weiter tobte dort der Kampf. Der November kam mit grauen, trüben Tagen, da kehrte Trauer ins Pfarrhaus ein: der älteste Sohn war gefallen. Der alte Briefträger sagte, als er die Nachricht überbrachte: »Es ist eine schwere Zeit für unsereinen, man trägt so viele Sorgen aus.« Dabei sah er trüb nach dem Schulhaus hinüber. Da drinnen wartete Frau Fries seit zehn Tagen auf einen Brief des Sohnes. »Morgen kommt der Brief,« versicherte der alte Briefträger, »morgen sicher.«

Am nächsten Tage – gegen Mittag kam die Post erst ins Dorf – rannte Fritze Schwetzer weit hinaus auf die Birnenstraße; von dorther kam der Bote, vielleicht brachte er heute den ersehnten Brief.

Der Alte winkte schon von weitem abwehrend mit der Hand. »Gibt nichts, morgen, morgen – vielleicht.«

Schwetzers Fritze raste zurück. Vor dem Schulhaus stand schon Frau Fries, da tat es der Bube dem alten Briefträger nach, schüttelte auch mit dem Kopf: »Morgen, morgen sicher!« Aber er sagte »sicher« dazu.

Und wieder wurde es Mittag, und wieder wartete Schwetzers Fritze weit draußen auf der Straße, und der alte Bote schüttelte wieder den Kopf. »Heute nicht, aber morgen – vielleicht.«

So ging es fort Tag um Tag. Einmal stand Fritze nicht mehr allein weit draußen, Pfarrers Regine stand neben ihm, die wollte auch wissen, ob Heinrich Fries nicht geschrieben hatte. Aber wieder schüttelte der Briefträger den Kopf. »Morgen – vielleicht,« sagte er, wie schon so viele Tage, und dann seufzte er: »Eine schwere Zeit, schlimm, schlimm!«

Tag um Tag verging so. Immer wieder lief Schwetzers Fritze hinaus, und Fräulein Regine ging mit ihm, und immer kehrten sie beide enttäuscht heim und sahen die alte Frau aus dem Schulhaus schon den Weg entlang kommen. »Kein Brief, keine Nachricht!«

Dann endlich eine Karte von einem Kameraden. Heinrich Fries wurde vermißt. War er tot, war er gefangen? Man wußte es nicht.

»Vermißt!« Es sah niemand in Steinach die alte Frau Lehrerin weinen, still tat sie ihre Arbeit, still half sie andern, aber wenn die Leute diese stille Frau durch die Gasse schreiten sahen, dann sagten sie zueinander: »Der bricht das Herz.«

Im Pfarrhaus trauerten sie um den einen Sohn, aber die Pfarrersleute waren noch reich, und die junge Regine tat den Eltern alle Liebe an. Sie hatte aber auch immer noch Zeit, in das Schulhaus hinüber zu laufen, gerade wie Schwetzers Fritze, der halb im Schulhaus wohnte. Er machte seine Arbeiten an Frau Fries’ Tisch, er half Frau Besenmüller, und wenn seine alte Freundin durch das Dorf ging, da ging er mit, immer drei Schritte hinterher. Redselig war Fritze noch immer nicht, aber mit Frau Fries unterhielt er sich doch gut, da brauchte er nur drei statt zehn Worte zu sagen, gleich verstand sie ihn. Und wenn er einmal später kam, dann sah sie schon nach ihm aus, atmete tief und sagte wohl: »Gut, daß du da bist, Fritz!«

Der erste Schnee sank auf Steinach nieder, und er blieb liegen und schmolz nicht gleich wie wohl in den großen Städten. Die Adventszeit brach an, und wenn die Kinder untereinander waren, dann redeten sie doch von Weihnachten, aber je näher das Fest kam, desto weniger wollten die Erwachsenen davon wissen. Und doch lud auch dieses Jahr Frau Fries die Kinder wieder zur Adventsfeier ein. Zu einem Arbeitsfest, sagte sie, alle sollten ihr helfen, Weihnachtsgrüße zu packen. Nach Ostpreußen sollten noch Pakete gehen, ins Elsaß und zu den Feldgrauen in die Schützengräben, in denen sie in Regen, Schnee, Sturm und Kälte hausten.

Diesmal kamen die Kinder nicht allein, auch die Mütter kamen mit, und das große Schulzimmer war fast zu klein für alle Gäste. Besenmüller saß wieder im Winkel und strickte, jetzt aber einen grauen Strumpf, und die Bäuerinnen strickten auch. Die Kinder dachten alle, Besenmüller würde vielleicht eine Geschichte erzählen. Erst warteten sie still, dann fragten sie laut, doch Besenmüller schüttelte traurig den Kopf: »Nä, nä, ich weiß nur was von den alten Schelmen, und das paßt nicht für heute.«

»Keine Geschichte?« klagten die Kinder.

Frau Fries seufzte. Eine Geschichte erzählen, ja, das gehörte zu einer Adventsfeier, aber ihr Herz war ihr so schwer, es tropfte und rann unablässig darin, es weinte. Vater Hiller saß auch im Schulzimmer, und als die Kinder so um ihre Geschichte klagten, da nickte er Frau Fries zu und sagte: »Ich will euch heute eine Geschichte erzählen, eine selbsterlebte dazu. Besenmüller sagt, eine Schelmengeschichte paßt nicht in diese Zeit, aber eine aus dem Krieg von 1870/71, die kann es wohl sein.«

»Vater Hiller war nämlich dabei,« flüsterten sich die Bäuerinnen zu, und die Kinder spitzten die Ohren; hoho, ihr alter Lehrer war auch im Krieg gewesen.

Der begann: »Die großen Schlachten des Krieges waren schon geschlagen, ihr wißt: Gravelotte, Sedan, all die herrlichen Siege. Wir lagen vor Paris. Ein kalter Winter war’s, wir haben weidlich gefroren, und wir hatten viel auszustehen. In Frankreich kämpften auch jene gegen uns, die nicht Soldaten waren, Männer und Frauen. Heimlich, hinterlistig suchten sie uns zu verderben; es sind ihnen viele von uns zum Opfer gefallen.

Im Quartier lag ich mit einem blutjungen Burschen zusammen. Heinrich will ich ihn nennen. Ein feiner, hübscher Junge war es, mit einem freien, hellen Blick. Dazu stimmte gar nicht sein stilles, verschlossenes Wesen. Es war leicht zu merken, er trug einen Kummer, der hatte ihn so ernst, fast finster gemacht. Durch einen Zufall erfuhr ich, was ihn quälte. Er war einer Witwe einziger Sohn, und er hatte sich das Hinausgehen ertrotzt. Von der Schule weg war er mitgegangen, nur kämpfen für das Vaterland, das war sein einziger Gedanke. Keine Mutterbitte hatte ihn gehalten.

Seine Mutter war eine zarte Frau, die Sorge um ihr einziges Kind hatte sie aufgerieben. Sie war erkrankt, hatte es lange dem Sohn verborgen, bis der es durch Verwandte erfuhr. Da quälte ihn die Sorge so, daß er stumm und verschlossen darüber wurde. Immer wieder fragte er sich, ob er unrecht getan, daß er ging. Aber dem Vaterland zu dienen, war doch Pflicht und Ehre. Einen bitterschweren Kampf kämpfte der arme Junge in aller Stille durch.

Es war um die Weihnachtszeit. Wir dachten viel an die Heimat, und manchmal, wenn wir so hinübersahen nach Paris, da sangen wir wohl halblaut die lieben deutschen Weihnachtslieder. Am dritten Adventssonntag war es, da mußte Heinrich Wache stehen. Er hatte vorher noch nachgefragt, ob ein Brief für ihn gekommen sei. Nein, es war keiner da. Ich sah es ihm an, wie groß seine Enttäuschung war, und als er fort war, fiel es mir ein, heute war sein Geburtstag. Einmal hatte er halb scherzend, halb traurig gesagt, er sei ein Adventskind.

Am Geburtstag keinen Brief von der Mutter zu erhalten, von der Mutter, die krank war, ihm vielleicht zürnte, das mochte hart sein. An diesem Tag erhielten wir dann zufällig noch eine Postsendung, eine Anzahl Briefe, einer für Heinrich war auch dabei. Ich nahm ihn an mich und wollte ihn später abliefern, aber wunderlich, der Brief in meiner Tasche machte mich unruhig. Ich war frei, und so überlegte ich nicht lange, ich ging dahin, wo Heinrich die Wache hatte. Lesen konnte er den Brief dort nicht, so hell war der Abend nicht, aber er wußte doch, die Mutter hatte geschrieben, schon das mochte ihn freuen.

Ich ging also den Weg, ging ganz allein und dachte an die Heimat. Würde ich nächstes Jahr Weihnachten wieder daheim sein? Ein leises Geräusch, wie ein huschen von Schritten, ließ mich aufsehen. Ich sah vor mir zwei dunkle Gestalten auftauchen und verschwinden – Freischärler.

Ich spannte mein Gewehr, schlich langsam vorsichtig weiter, leise, ganz leise, und dann plötzlich sah ich seitwärts jemand knien, eine Büchse zielend gespannt in der Richtung, wo Heinrich auf Wache stand. Ich habe nicht lange überlegen können, laut rief ich: »Wer da?«

Ein Schuß von mir, einer von dort, noch einer, der Mann überschlug sich, aber er mußte noch nicht schwer verletzt sein, ich sah zwei fliehende Gestalten.

Rasch vorwärts! Heinrich, war mein Gedanke. Er war unverletzt. Mein Ruf hatte ihn aufmerksam gemacht, er hatte noch Deckung suchen können, er hatte auch geschossen, wußte aber nicht, ob er jemand getroffen hatte.

Die Schüsse waren von unsern Leuten gehört worden, Hilfe kam herbei. Wir durchsuchten die Gegend, fanden aber niemand. Die Wache wurde verstärkt, und die Nacht ging ruhig vorüber.

Den Brief habe ich Heinrich gegeben, den Brief der Mutter, der ihm eigentlich das Leben gerettet hatte. Nur um des Briefes willen hatte ich ihn aufgesucht, und ohne mein Dazwischenkommen wäre der Anschlag sicher geglückt. Am nächsten Tage hat mir Heinrich den Brief gegeben, es war ein lieber, mutiger Brief, ein rechter, herzwarmer Mutterbrief. Die einsame Frau klagte nicht, mutig, tapfer schrieb sie dem Sohn. An seinem Geburtstag dankte sie ihm, daß er hinausgezogen war in den Kampf für das Vaterland. »Ich bin stolz auf dich, mein Junge,« schrieb sie ihm. »Und das ist so wundervoll, wenn eine Mutter dies an ihr Kind schreiben kann, schreiben darf: Ich bin stolz auf dich. Ich war schwach und kleinmütig, aber der Gedanke an meinen tapferen, pflichttreuen Sohn hat mich stark gemacht.«

Heinrich ist heimgekehrt, seine Mutter hat auch sonst stolz auf ihn sein dürfen. Er lebt noch heute, das Vaterland nennt ihn einen seiner größten Gelehrten. Seine Mutter hat sich noch lange an ihm freuen können.«

Der alte Lehrer schwieg. Die beiden Adventslichtchen auf dem dicken Kranz, der an roten Bändern von der Decke herabhing, flackerten, und ein Tannenzweiglein knisterte schwelend. Es war ganz still im Zimmer, feiertagsstill.

Hinzpeters Malchen, die nicht singen konnte und doch so singlustig war, dachte, nun müsse man singen. Aber ein Weihnachtslied wollte ihr nicht aus der Kehle dringen, sie war viel zu kriegerisch gesinnt, und plötzlich tat sie ihren Mund auf und sang so falsch als möglich: Es braust ein Ruf wie Donnerhall …

»Falsch,« riefen ein paar. Aber die andern redeten nicht, sondern fielen richtig ein, übertönten Malchens falsche Töne, und der Gesang schallte hinaus in die Winterstille. Ein paar Mütter saßen mit gesenkten Häuptern, und jede dachte, vielleicht behütet auch meinen Sohn mein Denken und Gebet.

Die Adventsfeier dehnte sich lange aus. So lustig war sie nicht wie vor einem Jahre, aber zuletzt gingen doch alle zufrieden heim. Sehr viele Pakete und Kisten waren gepackt worden, so viele fleißige Arbeit ruhte darin. Und doch sagte die alte Frau Lehrerin zu Pfarrers Regine: »Man muß noch mehr tun. Die Not ist groß!«

Frau Weber, Arnes Mutter, war eine kluge, tätige Frau, die es auch verstand, über Steinachs Grenzen zu schauen. Sie hatte zudem Verwandte drinnen im Elsaß, und sie erzählte allerlei, wie es dort zuging. Befreien wollten die Franzosen das Land, so sagten sie, und hausten darin, daß es zum Erbarmen war.

Pfarrers Regine hatte einen Brief mitgebracht, den eine Freundin der Mutter geschrieben hatte. Aus Ostpreußen kam er, darin wurde erzählt, wie die Russen gekommen waren über Nacht, und wie alles in Flammen aufgegangen war. Und von der Russennot kam das Gespräch wieder auf Held Hindenburg und auf andere Helden. Die Erwachsenen redeten, die Kinder hörten zu, die Weihnachtslieder wurden vergessen, und erst als spät alle auseinander gingen, rauschte noch einmal das alte, schöne Lied auf: »Wie soll ich dich empfangen und wie begegnen dir?«

Und dann tat Frau Besenmüller die Haustür auf, und alle gingen heim. Am nächsten Tag erhielt Frau Fries die Nachricht, ihr Sohn sei schwerverwundet in französische Gefangenschaft geraten. Wo er sei, ob er noch lebe, wußte man nicht. Verwundet und gefangen!

Die Frau preßte die Hände an ihr Herz, festhalten mußte sie es, stark und tapfer sein. Noch lebte vielleicht der Sohn, vielleicht kehrte er ihr doch zurück. Am gleichen Tage seufzte der alte Briefträger wieder: »So lange trag’ ich nun schon die Post herum, aber so schwer war’s noch nie, nä, noch nie.« Er hatte in ein Haus in Steinach die Nachricht gebracht, daß der Mann gefallen sei. Der Schmiede-Franz war es, eine junge Frau weinte sich fast die Augen aus, und Frau Fries ging zu ihr und stand ihr bei in ihrer Not.

Und so kam Weihnachten heran, und es war still und feierlich. Es war kein Freudenfest, aber die Herzen taten sich viel, viel weiter als sonst auf, den Heiland zu empfangen.