Fünftes Kapitel
Auf der Schelmenburg
Frau Besenmüller erlebt eine ganz schauerliche Gespenstergeschichte – Ihr Korb füllt sich geschwinde, und Webers Arne und Schwetzers Fritze bekommen Zwetschgenkuchen zu essen – Der neue Lehrer aber denkt an die alten Schelme von Steinach
»Besenmüllern«, wie die Kinder die Schuldienersfrau nannten, hatte viele vortreffliche Eigenschaften, aber auch zwei Fehler: sie war neugierig und sehr abergläubisch. Zwar sagten die Kinder, Frau Besenmüller scheure auch zuviel, das hielten sie für deren allergrößten Fehler, aber die Erwachsenen waren anderer Meinung. Vater Hiller nannte Frau Besenmüller eine tüchtige, saubere Frau, während besonders die Buben es höchst überflüssig fanden, wenn Frau Besenmüller sie immer ermahnte: »Putzt eure Schuhe ab, tragt mir nicht die ganze Dorfstraße ins Haus!«
Zimplichs Max knurrte immer: »Um so ’n bißchen Dreck!« Aber wie es halt ist, Frau Besenmüller hatte andere Ansichten. Sehr lustig dagegen fanden die Kinder es, wenn die Frau ihnen allerlei erzählte, was sie vorausgeahnt hatte, und was sonderbarerweise immer ganz anders in Erfüllung ging. Es sah Frau Besenmüller zum Beispiel aus allerlei Zeichen und Andeutungen, auch aus ihren Träumen, daß sie einen Unfall erleiden würde; dann fiel vielleicht Hinzpeters Malchen auf die Nase, und das war weder für Malchen noch für Frau Besenmüller ein großes Unglück.
Aber die Frau blieb dabei, dies und das als besonderes Zeichen zu deuten, und darum sagte sie auch nach Heinrich Fries’ erstem Schulvormittag zu ihrem Mann: »Paß auf, mit dem neuen Herrn Lehrer wird das nischt hier!«
»Warum denn niche, Frau?«
»Na, da ist das zerbrochene Fenster und dann – die Katze. Nä, das wird nischt!«
»Aber Frau!« Der Schuldiener lachte. »Scherben bedeuten Glück, und die Katze, die war doch weiß, und nur die schwarze Katze bringt Unglück, und stimmen tut das nicht emal. Mir hat noch nie ’ne Katze Verdruß gebracht. Nur einmal hat mir eine meine Wurst gestohlen, und die war grau, die Katze nämlich.«
»Hm!« Frau Besenmüller seufzte, sie hätte ihres Mannes Worten schon gern vertraut, aber sie konnte nicht. »Nä, nä, Scherben und ’ne Katze, was zuviel is, is zuviel!« murmelte sie.
Während Frau Besenmüller so geheimnisvoll allerlei Ungemach vorausahnte, ging Heinrich Fries sehr vergnügt in Steinach spazieren. Das Dorf gefiel ihm immer besser. Es war sauber und wohlhäbig. Die kleinen, weißen Häuser waren alle mit Schiefer gedeckt, und diese dunklen Dächer glänzten in der Sonne wie edles Gestein. Ein Gärtchen schmiegte sich an jedes Haus an, und hinter den Fenstern blühten noch Geranien und manche andere feine Blumen. Der junge Lehrer ging bis zur Kirche, die inmitten des Dorfes lag; sie war grau und alt, Efeu war an ihr emporgewachsen, und ein wenig hatte der auch den Grabstein des Schelmen umrankt, der hier begraben lag. Die Inschrift war schwer zu lesen, und der Ritter, der fromm die Hände gefaltet hatte, sah gar nicht so schelmisch drein, wie das doch eigentlich ein Held so vieler Schelmengeschichten tun müßte.
Von der Kirche aus führte ein schmaler Weg zum Pfarrhaus hinüber. Das lag weiß und still in einem großen Garten, die Fenster standen offen, und die weißen Vorhänge flatterten und wehten, als wollten sie winken: »Komm herein, komm herein!« Doch Samstag nachmittag war keine Besuchszeit für ein Pfarrhaus, und darum blieb der junge Lehrer auch nur draußen am Zaun stehen. Vater Hiller hatte ihm viel Liebes und Freundliches von den Pfarrersleuten erzählt. Sieben Kinder waren in dem weißen Haus groß geworden. Sechs waren draußen in der Welt, lernten und schafften dort, und nur die Jüngste war noch daheim.
Ob das wohl die Sängerin war, die mir gestern einen so guten Trost ins Herz gesungen hat? dachte Heinrich Fries. Er brauchte nicht lange auf eine Antwort zu warten, denn drinnen im Garten hub die gleiche Stimme ein lustiges Liedchen an. Kinderstimmen fielen ein, und als der junge Lehrer weiterging, da sah er auf zwei langen Bänken viele kleine Mädel sitzen, die strickten und nähten, und ein junges Mädchen saß vor ihnen, schön und anmutig anzuschauen: Pfarrers Regine. Eine allzu strenge Lehrerin mußte sie nicht sein, denn man konnte nicht leicht etwas Vergnüglicheres sehen als diese Nähstunde im herbstlich bunten Garten.
Die Mädel saßen alle dort, aber wo mochten die Buben sein? Heinrich Fries sann darüber nach, als er weiterging. Er sah nur die Allerkleinsten auf der Gasse spielen, jene, die noch nicht am ersten Schultag zu seufzen brauchten: »Wenn doch erst wieder Ferien wären!« Die großen Buben waren alle unsichtbar, sie mochten wohl wieder auf einer der Obststraßen sein, denn nicht einmal ihr Rufen ertönte. Da und dort grüßte man den jungen Lehrer freundlich, der redete mit dem und jenem, und dabei wunderte er sich, daß niemand die Frage tat, wie es ihm hier gefalle. Er wußte nicht, daß die Steinacher meinten, ihr Dorf müsse eben jedem gefallen, weil es gar so hübsch war.
Als Heinrich Fries es nach allen Seiten hin durchwandert hatte, beschloß er, da die Sonne noch hoch stand, gleich noch den Schafskopf zu besteigen, um von dort aus das Land zu überschauen. Eine halbe Stunde, länger währte der Weg wohl nicht. Ein Bauersmann gab ihm bereitwillig Auskunft, welcher Weg zu gehen sei, und versicherte dabei: »’s ist recht sehre scheene oben, nur niche, wenn’s dunkel ist.«
»Warum? Spukt es vielleicht?«
Der junge Lehrer lachte, und der Bauer lachte auch. Er sagte nicht ja, er sagte nicht nein, in seinen Augen aber war ein lustiges Blinken, und Heinrich Fries dachte: »Wirklich, die Schelme scheinen noch nicht ausgestorben zu sein.« Er schlug den Weg nach dem Schafskopf ein, und um die gleiche Zeit tat dies Frau Besenmüller auch. Oben am Berghang gab es viele wilde Rosen, und ihre kleinen roten Früchte wollte Frau Besenmüller pflücken. Ihr Mann liebte den Hagebuttentee, meinte, er sei gut für allerlei Gebreste im Winter, und darum sorgte die Frau immer beizeiten für einen rechten Wintervorrat. Es war ihr immer ein schwerer Weg; sie ging nicht gern auf den Schafskopf, selbst nicht am Tage, abends wäre sie um keine Königskrone gegangen. Sie graulte sich, sie meinte immer, von den Schelmen säße noch etwa ein halbes Dutzend in irgendeinem Mauerloch zu allerlei Untaten bereit.
Weil sie sich fürchtete, rannte Frau Besenmüller; je schneller sie oben war, desto schneller war sie wieder unten. Sie kam daher auch viel früher oben an als der neue Lehrer und begann eilfertig zu pflücken. Die wilden Rosen hatten das alte Gemäuer dicht umzogen. Wo nur ein freies, sonniges Plätzchen war, gleich hatte sich so ein Rosenbusch hingesetzt und gedacht: Da bin ich und bleib’ ich, das ist nun mein Reich. Weil die Sonne immer so warm auf dem Schafskopf ruhte und niemand den Frieden dieses stillen Fleckchens störte, blühten die Rosen meist in üppiger Fülle, und ebenso ungestört wurden kleine, rote Hagebutten daraus.
Frau Besenmüller brauchte nur zuzugreifen, ribsch, rabsch, da füllte sich ihr Korb. Um den Turm herum, von dem freilich nur noch ein kümmerliches Restlein stand, wuchsen die meisten Rosen, und die größten Hagebutten gab es da. Wie sich die Schuldienersfrau nun dem Turme näherte, graulte sie sich wie immer etwas. Sie blickte an dem grauen Gemäuer empor. Nur auf der einen Seite gab es noch eine Fensteröffnung, und aus diesem Loch heraus hing ein Strick.
Frau Besenmüller schrie laut auf, als sie das sah. Sie rannte gleich den Berg wieder ein Stück abwärts. Wo kam der Strick her in dem verfallenen Turm? Von unten herauf starrte die Frau zu dem Strick empor, – ganz ruhig, unbewegt hing er da. Von den alten Herren von Steinach konnte er nicht mehr übrig geblieben sein, denn sooft Frau Besenmüller auch schon hier gewesen war, den Strick hatte sie noch nie gesehen.
Also war jemand oben gewesen, jemand hatte den Strick dorthin getan. Wozu? Warum? und wer war es gewesen? Die Frau seufzte schwer. Sie graulte sich und war neugierig, die Furcht trieb sie zurück, die Neugier wieder vorwärts. Sie stand und überlegte, sah auf den Strick, der seltsam in der Sonne glänzte und dahing, als müßte es so sein. Und just über den allerschönsten Rosenbüschen hing er, an denen die roten Früchte schimmerten und lockten.
Und Frau Besenmüller ließ sich locken. Schritt um Schritt kam sie näher, bis sie vor den Büschen stand. Sie pflückte rasch und eilfertig, rupfte und rupfte, und dabei blinzelte sie immer wieder nach dem Strick. Was tat denn der? Er schwankte und zitterte doch hin und her!
»Was nur damit ist? Müßte mal dran ziehen!« Frau Besenmüller überlegte das eben, als sie Schritte hörte; trapp, trapp kamen sie den Berg herauf.
Sie erschrak sehr, aber da begann ein lustiges Singen, und da Gespenster am hellichten Tage nicht Wanderlieder zu singen pflegen, beruhigte sie sich gleich wieder. Ein Weilchen lauschte sie dann, da sah sie Heinrich Fries den Weg emporkommen, und sie brummelte zufrieden: »Das ist mal recht, der sieht sich gleich gut um.« Alle Furcht war wie weggeblasen, nur die Neugierde war geblieben, und die trieb sie noch näher zu dem Stricke hin. Sie mußte doch sehen, wie der hierher kam. Was hatte so ein Strick hier zu diesem Loch, das früher ein Fenster gewesen war, herauszuhängen?
»Überall Unordnung! Ärgern muß mer sich alleweil,« schalt die Frau, griff rasch nach dem Strick und zog fest daran und –
Heinrich Fries hörte auf einmal ein lautes Geschrei, ein Poltern und Rasseln. Er brach jäh sein Lied ab und war mit ein paar Sätzen im Burghof.
»Hilfe, Hiiiilfe, uuh, uuh!« kreischte Frau Besenmüller. Die hielt den Strick in der Hand, schwankte mit ihm wie eine Fahne im Winde, während unaufhörlich Mauergeröll purzelnd von oben herabrieselte.
»Lieber Himmel, was ist das?« Der junge Lehrer hatte die Frau erreicht, er hielt sie fest. »Was ist geschehen? Lassen Sie doch den Strick los!«
»Huuhhu,« heulte Frau Besenmüller, »er – er – is – ja verhext!«
»Was, der Strick?« Heinrich Fries wollte auch danach greifen, aber er zog rasch seine Hand zurück. »Der klebt ja, der ist mit Vogelleim eingeschmiert.«
»Huuhhuuh, drinne sitzt – huhuhuh – so ’n Graul!« Frau Besenmüller zog angstvoll am Stricke, der gab jäh nach, und plumps saß die Schuldienersfrau halb in den Rosenbüschen drin. Von dem alten Mauerwerk bröckelte wieder etwas ab, das rieselte zu Boden, und eine Staubwolke stieg empor.
»Holla, das Gespenst wollen wir mal fangen!« Der junge Lehrer hatte flinke Beine, er lief um den Turm herum, fand den Eingang und fand auch die bösen Neckgeister. Ein ganzes Nest voll war es. In dem von drei Seiten nur mit ganz niedrigem Gemäuer umschlossenen Turmviereck wimmelte es von Buben, und Arne Weber hatte Schwetzers Fritze auf den Schultern, und der trug wieder das Jackenknöpfle; so reichte es knapp bis zum Fensterloch. Jackenknöpfle wollte gerade herabklettern, als der neue Lehrer erschien. Da wackelte die lebendige Leiter, und Heinrich Fries konnte das Jackenknöpfle noch eben auffangen und es vor einem vielleicht schlimmen Fall bewahren.
Draußen jammerte und schrie Frau Besenmüller noch immer angstvoll um Hilfe, innen starrten die Buben den neuen Lehrer an, als wäre nun der das Gespenst, mit dem sie die Schuldienersfrau hatten schrecken wollen.
»Kommt mal mit!« Kurz und scharf klang der Befehl, und kein Bube wagte es, auszureißen. Wie eine Schafherde, die in einen Gewittersturm geraten ist, so folgten sie alle ihrem neuen Lehrer. Der führte sie um den Turm herum bis dahin, wo Frau Besenmüller noch immer einen wilden Kampf mit dem geleimten Strick ausfocht.
»Da sind die Gespenster, Frau Besenmüller.«
»I du meine Güte, nä, so was!«
Die Frau wäre weniger verdutzt gewesen, wenn Heinrich Fries ein in weiße Bettücher gewickeltes Gespenst oder einen alten, mit Ketten, Schwertern, Schlössern und sonst was für Eisenkram rasselnden Ritter angebracht hätte. »I du meine Güte, die verflixten Bengel!«
»So, jetzt helft einmal Frau Besenmüller vom Strick loskommen. Schnell, eins, zwei, drei!«
Zehn Bubenhände und mehr griffen nach dem ungeleimten Ende, sie zerrten und zogen. »Herrje,« schrie Frau Besenmüller, die vorwärtsgezogen wurde, »nicht so rasch, du meine Güte!« Plumps, saß sie noch einmal in den Rosenbüschen, aber sie war doch den unheimlichen Strick los.
»Und nun geschwind, Buben, alle heran und Hagebutten gepflückt! In einer halben Stunde muß der Korb voll sein.«
Wieder klang der Befehl kurz und scharf, und wieder folgten die Buben ohne Besinnen. Sie stürzten sich mit wildem Eifer auf die Büsche, rissen ab, was ihnen unter die Finger kam, und Heinrich Fries mahnte: »Nur die Früchte, keine Blätter, Äste oder gar die halben Büsche!«
Da blinzelten die Buben ein wenig nach dem neuen Lehrer hin. Das letzte Wort klang ihnen fast wie ein Spaß, aber zu lachen wagten sie doch nicht, und obgleich sie eine Hagebuttenernte wenig lustig fanden, pflückten sie doch wie die Heinzelmännchen. Frau Besenmüller vergaß darüber vor Staunen jegliche Strafrede, trotzdem sie sich von ihrem Schreck schon wieder völlig erholt hatte. Sie saß auf einem Mauerrest, rieb sich die Hände mit der Schürze sauber und sah zu. »Wie ’ne leibhaftige Prinzessin,« dachte sie, obgleich sie mit ihrem blauen Kopftuch und der großen Küchenschürze nicht gerade einer Prinzessin glich.
Von den Buben kam auch keiner auf den Gedanken, Frau Besenmüller mit einer Prinzessin zu vergleichen, sie waren sogar alle miteinander etwas böse auf die arme Frau. Warum hatte sie nur gleich so geschrieen? Wegen so ’nem bißchen Vogelleim? »Sie brauchte doch nicht dranzufassen!« brummelte Jackenknöpfle. Aber er pflückte trotzdem so geschwind wie die andern. Ritsch, ratsch, da! Die roten Früchte kollerten in den Korb, und sehr bald war der voll und die Rosenbüsche kahl.
»So ist’s recht!« lobte der Lehrer. »Und nun tragen zwei der Frau Besenmüller den Korb nach Hause. Wer hat den Plan gehabt, den Strick zu leimen?«
Einen Augenblick herrschte tiefe Stille, dann trat Arne vor. Er trug den blonden Kopf ganz hoch, und der junge Lehrer lächelte ein wenig, ein Heimlicher war der Bube nicht. Aber noch war Arne nicht am Korb, da faßte schon Schwetzers Fritze mit an.
»Also ihr beide seid die Anstifter? Na, gut –«
»Nä, Schwetzers Fritze nich, der niche!« Sechs Stimmen riefen es auf einmal, und Heinrich Fries sah etwas erstaunt auf Fritz. »Warum trittst du denn dann vor?«
Fritz hätte schon gern eine Antwort gegeben, aber so etwas mußte doch Zeit haben. Er blickte in die Luft, als käme eine Antwort vom Himmel herunter, und da sagte auch schon der neue Lehrer: »Vielleicht hast du’s gedacht?« Er nickte dabei den beiden ganz freundlich zu und mahnte nur noch: »Tragt den Korb aber vorsichtig, damit nichts verschüttet wird.«
Die beiden trabten los, Frau Besenmüller wanderte hinterher. Sie kam sich nun wirklich wie eine leibhaftige Prinzessin vor. Weil sie so schnell und sonder Plage ihre Hagebutten geerntet hatte, war ihr Herz mild und versöhnlich gestimmt, und vor dem Schulhaus sagte sie gnädig: »Wartet e’ bißchen, ihr sollt ’n Kuchen haben!«
Sie holte zwei mächtige Stücke herbei, von dem angeleimten Strick sagte sie nichts mehr, und Arne und Fritze fanden den Lohn auch nur gerecht. Sie zogen vergnügt von dannen, kauten mit vollen Backen und ahnten, sie würden bald ihre Gefährten treffen. So war es auch. Die kamen ihnen auf halbem Weg entgegen, und sie schrieen gleich: »Ihr eßt ja Quetschenkuchen!«
»Na ja, von Besenmüllern!« Urne stopfte schnell sein letztes Stück in den Mund, Fritze war schon fertig. Das war sicherer.
»Haste denn das wirklich gedacht mit ’m Strick?« forschte Jackenknöpfle eifrig, während die andern maulten: »Wir hab’n keinen Kuchen gekriegt!«
»Hm, na ja!« Schwetzers Fritze nickte strahlend. Ihm gefiel der neue Lehrer sehr gut. Bei dem brauchte er sich gewiß nicht mit Reden anzustrengen, der las einem ja die Gedanken an der Nasenspitze ab. »Hurra!« schrie er plötzlich und machte einen Luftsprung.
»Hurra!« schrieen die andern und taten es ihm nach. Und dann trabten sie alle vergnügt dem Walde zu. Es war ja Samstag, und die Sonne stand noch am Himmel, da konnten noch immer die allerschönsten Spiele gespielt werden.
»Hurra, hurra!«
Der junge Lehrer Heinrich Fries hörte das Freudenrufen oben auf dem Burgberg. Lächelnd schaute er ins Tal und dachte: »Wirklich, es scheint so, die Schelme von Steinach leben noch immer!«