Sechstes Kapitel
Die Mutter kommt
Die Steinacher Frauen haben Angst, Vater Hiller könnte Not leiden – Dem jungen Lehrer verderben die Novembertage die Laune, und Fritze Schwetzer erfährt, was alles bei einem Schweineschlachten herauskommen kann – Eine Maus zieht aus dem Schulhaus aus und wird eine Kirchenmaus und sieht gleich am ersten Sonntag etwas, das ihr und andern Leuten gut gefällt
Tal und Höhen lagen noch im grauen Morgennebel, als Vater Hiller Steinach verließ. Dem alten Mann war das Herz schwer, als er zum letzten Mal die Schwelle des lieben, schönen Schulhauses überschritt. Wie er aber so hinaustrat, grüßte ihn draußen ein lautes Singen: alle seine Schulkinder standen da, bereit, ihn zum Bahnhof zu begleiten. Die Brummer sangen auch diesmal mit, sie ließen sich nicht den Mund verbieten, und wunderlich, dem alten Lehrer klang es hold und lieblich in die Ohren. Er, der sonst so fein gehört hatte, vernahm diesmal kein einziges falsches Tönlein.
Es war ein langer Zug, der sich durch die Apfelstraße hin nach dem Bahnhof bewegte. Auch viele Erwachsene kamen mit. Jedes trug einen Korb oder ein Päckchen, denn auf einmal war es den Steinacher Bäuerinnen schwer auf das Herz gefallen, ihr lieber Vater Hiller könnte gar Hunger leiden in der Fremde, könnte nicht so gute Butter, so frische Eier, so goldgelben Honig und prächtigen Kuchen, so rundliche Würste und köstliche Äpfel haben wie in Steinach. Für alles hatten sie gesorgt. Als der Zug auf dem kleinen Bahnhof einlief und ein bitterschweres Abschiednehmen begann, da füllte sich das Abteil mit Schachteln, Körben und Paketen, und Vater Hiller wehrte erschrocken: »Das kann ich doch nicht alles mitnehmen!«
»Ich helf’ beim Umsteigen!« Der Schaffner lachte über das ganze Gesicht, er war doch ein Steinacher Kind, er war doch auch zu Vater Hiller in die Schule gegangen. Die Kinder jammerten laut, als die Tür geschlossen wurde und der Zug davonfuhr. Ein Weilchen konnten sie noch das freundliche Gesicht ihres alten Lehrers sehen, dann entschwand es ihren Blicken, und traurig zogen alle heimwärts. Die Großen redeten unterwegs von dem Abgereisten; nur Gutes wußten sie alle von ihm zu sagen.
Die Kinder aber tuschelten zusammen von dem neuen Lehrer. Wie würde er sein? Vor der Hagebuttenernte hatte Frau Besenmüller gesagt: »Böse wird’s!« Seit gestern sagte sie: »Gut wird’s!« Was war nun das Rechte?
»Simeliert nich so lange, geht nein!« riet Frau Hinzpeter, Malchens Mutter, den Kindern vor dem Schulhause. Und wie sie schien innen auch Frau Besenmüller zu denken; die klingelte laut, arg laut, dachten die Kinder. Ein wenig seufzend zogen sie in das Schulhaus hinein, sie meinten, Abreisetag könnte gut Ferientag sein, aber die Erwachsenen waren alle miteinander anders gesonnen. Am wenigsten dachte Heinrich Fries an Ferien, und schon an diesem ersten Tag spürten es die Kinder, bei ihm mußten sie aufpassen. Ob er bös werden würde oder gut, wußten sie diesen ersten Tag aber noch nicht, und noch viele weitere Tage vergingen, ehe sie es erkannten.
Dem jungen Lehrer Heinrich Fries erging es in den ersten Wochen in Steinach am Wald genau so wie seinen Kindern, er wußte auch nicht, ob er bös werden würde oder gut. Es gefiel ihm manchmal recht gut in der neuen Heimat und manchmal herzlich schlecht. Wenn er die Gegend durchwanderte, zum Walde emporstieg, oder wenn er durch die weiten schönen Räume seines Schulhauses ging und die Sonne zu den Fenstern hineinschien, oh, dann gefiel es ihm. Als aber der November mit Sturm, Regen und kurzen, grauen Tagen anrückte und man auf der Dorfstraße nur die Wahl hatte, in eine Pfütze oder in den Schlamm zu treten, da gefiel es ihm gar nicht. Es war ihm einsam und unbehaglich, er ärgerte sich über Frau Besenmüllers Schelten und fand doch auch, die Kinder brauchten nicht die halbe Dorfstraße mit ihren Schuhen ins Haus zu tragen. Nur an einem Ort im Dorf war es ihm immer gemütlich: im Pfarrhaus.
Das Fräulein Regine sah immer aus, als hätte ihr die liebe Sonne einen Kuß auf den Mund gegeben. Wenn sie lachte, dann war es wie Frühling, und wer ins Pfarrhaus kam, der vergaß schlechtes Wetter, schlechte Laune und alle andern bösen Dinge, dem wurde es warm ums Herz.
Doch Heinrich Fries wohnte im großen Schulhaus, und da war es einsam. Sein Zimmer war kahl und unwohnlich, und Frau Besenmüller ging nicht so sacht und leis einher wie seine Mutter. Sie hatte auch nicht eine so liebe, sanfte Stimme, sondern redete laut, es dröhnte immer durch das ganze Haus. »Wie ein alter Landsknecht schreit sie,« dachte der neue Hausbewohner wohl.
Und am allerwenigsten gefielen die Kinder an solchen Tagen dem jungen Lehrer. Die schienen ihm besonders ungezogen zu sein und gar nicht lernlustig. Er ärgerte sich und redete streng zu ihnen, verlangte, sie sollten allerlei wissen, was sie nicht konnten. Eins um das andere fehlte in dieser Zeit, und wenn er wissen wollte, warum, sagten sie, daheim sei Schlachttag. Da schalt er, dies sei nicht so wichtig, um die Schule zu versäumen. Da kränkten sich die Kinder, denn in Steinach wußte es jeder, ein Schlachtfest ist eine wichtige Sache, eine ungeheuer wichtige sogar.
Schwetzers Fritze dachte das auch, und seine Mutter dachte ebenso, und darum kam Fritze eines Tages nicht in die Schule. Und am nächsten Tage kam er und brachte, wie es Sitte war, dem Herrn Lehrer eine frische Wurst und einen Topf der schönsten Wurstsuppe mit. Seine Mutter schärfte ihm noch ein: »Sag’s ja recht höflich zum neuen Herrn Lehrer!« Sie schmückte ihm auch die Wurst noch mit einem dicken Petersilienbüschel, und darüber verging die Zeit, und da ein Topf mit Wurstsuppe vorsichtig getragen werden muß, kam Fritze am Schulhaus an, als Frau Besenmüller schon dreimal kräftig die Klingel geschwungen hatte.
Auf dem Wege hatte Fritze sich ein gutes Sprüchlein vorgesagt. Immer wieder hatte er sich die Worte überlegt, und er war sicher, diesmal würde er reden können. »Einen schönen Gruß von meiner Mutter, und der Herr Lehrer möchte entschuldigen, bei uns ist Schweineschlachten gewesen,« so wollte er sprechen. Dazu wollte er einen Diener machen, nicht so tief, damit die Suppe nicht überschweppte, und –
»Nä, Fritze, du schleichst ja, kommst nich heute, da kommste morgen. So was!« Frau Besenmüller rief es ihm böse entgegen, und verwirrt betrat er das Schulhaus. »Man schnell, man schnell!« Die Frau riß die Tür auf, und Fritze platzte in das Klassenzimmer, just als sie sich alle nach dem Morgengebet setzten. »So spät?«
Heinrich Fries runzelte die Stirn. Er sah Fritze drohend an. Jedesmal, wenn er den Buben sah, mußte er an den Empfang auf der Apfelstraße denken, und er hielt Fritze für einen besonders Unnützen und einen Heimlichen dazu. »Warum so spät?«
Schwetzers Fritze wurde puterrot, und wie immer in solchen Augenblicken versagte ihm die Stimme. Seine ganze schöne Rede hatte er vergessen, die Worte liefen ihm davon, er konnte sie nicht aufhalten. Nur eines fing er noch, das schrie er hinaus und verneigte sich dazu. »Schweineschlachten« hallte es durch das Zimmer, und klatsch fiel Wurstsuppe und die schön geschmückte Wurst dem Herrn Lehrer vor die Füße.
»Bengel du!« Der junge Lehrer hielt’s für Frechheit, was Ungeschicklichkeit war; er ärgerte sich, statt zu lachen, desto mehr lachten die Kinder, aber sie schwiegen rasch, als Heinrich Fries mit scharfer Stimme Ruhe bot. Er ging zur Türe und rief Frau Besenmüller, und als die Frau eine lange Rede halten wollte ob der vergeudeten guten Suppe, gebot er kurz Ruhe, und ebenso kurz sagte er zu Schwetzers Fritze: »Du bleibst heute und morgen da.«
Nachsitzen hielten die Steinacher Kinder für eine ungeheure Schande. Nur selten hatte Vater Hiller so gestraft, und daß einer zwei Tage nacheinander dableiben mußte, so etwas war noch gar nicht vorgekommen. Sie waren alle fast erstarrt vor Schreck, und weil sie gar so erschrocken waren, gaben sie an diesem Tage unglaublich dumme Antworten. Schwetzers Fritze gab überhaupt keine. Schnapp, war dem der Mund zugeklappt wie ein Schloß, und niemand hatte den Schlüssel, es wieder aufzuschließen.
Wenn er um Verzeihung bittet, erlaß ich ihm die Strafe, dachte der Lehrer, der sich überlegt hatte, Wurst und Suppe seien doch wohl eine gutgemeinte Gabe. Aber Fritze bat nicht. Wie himmelgern er es getan hätte, ahnte Heinrich Fries nicht, der nahm es für Trotz. Und der arme Fritze mußte dableiben und mußte doppelte Last tragen, denn auch daheim bekam er Schelte, aber auch hier tat sich das Schloß vor seinem Munde nicht auf.
Strafe erleiden ist nicht vergnüglich, aber strafen müssen auch nicht. Heinrich Fries war an diesem Tage geradeso niedergeschlagen wie die Buben und Mädel. Er stieg nach Schulschluß mit einem so finsteren Gesicht zu seiner Wohnung empor, daß Frau Besenmüller kein Wort wagte. Nachher sagte sie zu ihrem Manne: »Es wird doch nichts mit dem neuen Herrn Lehrer, nä, nä!«
Heinrich Fries hatte nicht gehört, was Frau Besenmüller sagte, aber als er durch seine kahlen Zimmer schritt und hinaussah, wie der Regen langsam herniederrann, da dachte er auch: »Es wird nichts, hier halte ich es nicht lange aus.« Und weil er Sehnsucht hatte nach eines lieben Menschen Trost, setzte er sich hin und schrieb an seine Mutter einen langen, langen Brief, wie es sei in Steinach am Wald, und daß es gut wäre, sie käme nicht her, lange würde er doch nicht bleiben.
Als Frau Fries den Brief bekam, dachte sie gleich: »Ich muß zu ihm, er braucht mich. Er ist zu einsam am fremden Ort, darum bleibt der ihm fremd.« Und feinhörig, wie Mütter sind, las sie auch aus dem Brief heraus, daß es dem Sohn eigentlich ganz gut in Steinach gefiel. Es ging ihm damit wie mit manchen Menschen, von denen man nicht weiß, daß man sie im Grunde seines Herzens eigentlich recht liebhat, weil man sich über allerlei kleine Fehler an ihnen zuviel ärgert.
Wenn die Mutter Fries einmal etwas für richtig hielt, dann tat sie es auch und wartete nicht lange. Sie schrieb also ihrem Sohn: »Ich komme zu dir, hab’ es mir überlegt. Der Winter ohne dich ist mir zu einsam.«
Oho, die Mutter hält es nicht aus, dachte der Sohn und ahnte nicht, daß die Mutter nur um seinetwillen kam. Er freute sich unbändig über seiner Mutter Sehnsucht; freilich, wenn sie es nicht aushielt, mußte sie kommen. Es war ein so ungemütlicher Tag, wie sie fast nur im November zu finden sind, Regen, Sturm, Schnee, Kälte, alles kam zusammen; gerade da erhielt Heinrich Fries den Brief seiner Mutter. Und an diesem Tage staunten die Kinder, als sie nachmittags in die Schule kamen. Ihr Lehrer schaute drein, als wäre Maientag draußen, oder als hätte er sich von Fräulein Regine im Pfarrhaus mit Gutwetterlaune versorgen lassen. Die Mutter kam, die Mutter kam! Wie ein Lied klang ihm das fort und fort im Herzen.
In Steinach am Wald wußten die Nachbarn schnell, was in des andern Haus vorging. Das war nun einmal so. In welchem Hause große Wäsche, Schweineschlachten oder Kuchenbacken war, wußte jeder im Dorf, und für wen Zimplichs Hulda, die Dorfschneiderin, gerade ein Kleid nähte, wußten auch alle. Und so redeten auch schon am andern Tag die Großen und Kleinen im Dorf: »Die Mutter vom neuen Herrn Lehrer kommt!«
Frau Besenmüller hatte diese Neuigkeit von Haus zu Haus getragen. Mit Sack und Pack wollte sie kommen. Und der Herr Lehrer hatte selbst die große Hinterstube bestimmt, in der sollte seine Mutter wohnen, weil man von da aus den Wald sehen konnte und in den Garten hinein.
»Kurios so was,« meinte Besenmüllern, »mir ist’s alleweil lustiger, auf die Straße zu gucken.« Aber sie scheuerte und putzte in der großen Stube herum, so sehr, als müßte sie noch sauberer als sauber werden. Kein Spinnchen wagte es darin zu bleiben, die holte Frau Besenmüllers Scheuerlappen aus jedem Winkel heraus, und ganz schlimm erging es einer kleinen Maus. Die hatte sich ein Loch genagt und hatte gemeint, die große Stube würde eine gute Winterwohnung werden. Doch hui, da kam Frau Besenmüller. Sie stopfte spitzige, scharfe Glasscherben in das Loch und verkittete und verklebte es, – nun mochte die Maus sehen, wo sie blieb. Vielleicht war es die, die am nächsten Tage in das Schulzimmer gelaufen kam. Sicher wollte sie Frau Besenmüller verklagen, aber weil die Kinder gleich lachend ihren Namen schrieen, erschrak sie und kletterte an Toni Hases Röckchen empor. Nun war Toni zwar kein Hase, wenn sie auch den Namen trug, aber eine Maus, die den Weg zu ihrer Nase nahm, war ihr doch greulich. Sie quietschte, schüttelte sich, schlug um sich, traf ihre Nachbarin, warf die Bücher vom Tisch, und heilloser Wirrwarr entstand.
Um eine Maus! Der junge Lehrer schalt an diesem Tage nicht, obgleich er den Lärm doch recht überflüssig fand. Er fing selbst die Maus und warf sie zum Hause hinaus; ein Tier zu töten tat ihm leid. Die arme hinausgeworfene Maus erlebte an diesem Tage noch allerlei seltsame Abenteuer, bis sie schließlich in die Kirche geriet. Sie wurde nun dort eine arme Kirchenmaus, aber ihr neues Leben gefiel ihr gut, und sie sah sich nie wieder nach einer andern Wohnung um.
Gleich am ersten Sonntag sah die kleine, graue Bewohnerin in der Kirche etwas, das ihr besonders gut gefiel. Da saß eine schlichte ältere Dame vorn auf der ersten Bank, und ein heiteres, frohes Scheinen lag in ihren Augen, als die Orgel erbrauste. Droben spielte ihr Sohn schöne, feierliche Weisen, und in der Kirche reckten und streckten alle die Hälse vor und schauten auf die Fremde. »Die alte Frau Lehrerin ist’s,« sagten sie. Es lag Neugier in den Blicken, aber auch viel herzliche Freude, und Frau Fries spürte mehr die Freude, und wie sie so still in der kleinen alten Kirche saß, dachte sie: »Hier gefällt es mir!«
Am Abend vorher war Frau Fries gekommen. Frau Besenmüller war sehr zufrieden gewesen, daß jemand am Samstag kam, da war doch alles blitzblank geputzt. Nur den Himmel hatte Frau Besenmüller nicht scheuern können, so gern sie dies auch getan hätte. Der hing voller grauer Wolken, und die Steinacher sagten: »Es gibt Schnee.« Es gab aber nur einen Mischmasch von Schnee und Regen, und um die Geschichte noch ungemütlicher zu machen, heulte der Wind wie ein ganzer Chor böser Buben. Wirklich, es war höchst ungemütlich, und als Frau Fries in der Dämmerung auf Bauer Hinzpeters Wagen in das Dorf einfuhr, schauerte sie leicht zusammen; nein, schön war es wohl in Steinach am Wald nicht. Aber schön war die große Freude ihres Sohnes, und die war es auch, die es der Mutter behaglich in dem alten Hause machte.
In der Nacht hatte sich dann das Wetter besonnen, es zeigte ein freundlicheres Gesicht. Der Sturm riß aus, und der Mond kam hervor. Der hielt um die erste Tagesstunde Zwiesprache mit der Sonne, und diese etwas launenhafte Dame erklärte sich bereit zu scheinen, weil doch erster Advent war, und weil doch die alte Frau Lehrerin Steinach im Sonnenglanz sehen wollte. Am nächsten Morgen lag eine zarte weiße Schneedecke über dem Land. Wie versilbert standen die Bäume da, und über alles breitete die Sonne goldenen Schein. Es schimmerte und glänzte schöner als im Juwelenkästlein einer Königin. Als Frau Fries hinaussah, erst hinüber nach den dunklen Waldbergen und dann hinweg über das Dorf, sagte sie heiter: »Hier gefällt es mir!«
Die Steinacher mußten es wohl spüren: »Der Frau gefällt es unter uns.« Sie grüßten sie, und viele reichten ihr die Hand. Sie taten das treuherzig und freundlich, und Frau Hinzpeter sagte: »Es ist eben nich Mode bei uns, fremde tun.«
Daß Fremdtun nicht Mode war, sah Frau Fries auch an den Kindern. Die standen freilich erst scheu zur Seite, aber als sie ein paar kleinen Mädeln die Hand gab, kamen geschwind andere herbei, und immer mehr kleine, braune Hände, auch derbe Jungenpatschen, streckten sich ihr zutraulich entgegen. Sie wollten alle gern der alten Frau Lehrerin guten Tag sagen. Die Sonne strahlte hell, aber noch heller schien ihr Glänzen zu werden, als Pfarrers Regine aus der Kirche trat. Gerade neben dem alten steinernen Schelm von Steinach stand sie, als Frau Fries sie erblickte. Die alte Frau und das junge Mädchen sahen sich an, und beide spürten es gleich: wir werden uns liebhaben. Sie schüttelten sich die Hände wie gute Bekannte, und dann gingen sie ein Stück die Dorfstraße entlang heimwärts, und Frau Fries versprach zum Nachmittagskaffee in das Pfarrhaus zu kommen. Regines Mutter war viel krank; die freue sich schon auf den Besuch, sagte das junge Mädchen, sehr sogar freue sie sich.
Da verging denn dieser erste Sonntag in Steinach am Wald für Frau Fries hell und heiter, und sie nahm es als ein gutes Zeichen für kommende Tage.