Nettelbeck ist 1824, sechsundachtzigjährig, gestorben, seine jüngste, Seite 454 erwähnte Tochter hat bis 1897 gelebt.
Als erster Band der neuen Sammlung »Schicksal und Abenteuer« sind unter dem Titel »Eine preußische Königstochter« im März 1910 die »Denkwürdigkeiten der Markgräfin von Bayreuth«, der klugen und sehr temperamentvollen Lieblingsschwester Friedrichs des Großen, ausgegeben worden. Vor genau hundert Jahren ist bei Cotta in Tübingen die erste deutsche, bei Vieweg in Braunschweig die erste französische Ausgabe dieses höchst merkwürdigen Buches erschienen. Was so kurz nach dem Zusammenbruch des preußischen Staates sensationell wirkte, wird nach einem Jahrhundert aufsteigender staatlicher Entwickelung und geschichtlicher Forschung einem ruhigen, aber tiefgehenden menschlichen Interesse begegnen. Entrüstet oder ergriffen oder amüsiert, niemals aber gelangweilt, begleitet der Leser diese preußische Königstochter auf ihrem Lebenswege, die einen wundervollen Frauentyp des achtzehnten Jahrhunderts darstellt und deren künstlerische Gestaltungskraft stark genug ist, um die Personen und Zustände am Berliner Hofe wie in der kleinen fränkischen Residenz vollkommen lebendig werden zu lassen.
Memoiren sind keine Geschichte. Später Geborene überblicken mehr. Der Markgräfin ist Friedrich Wilhelm I. der gefürchtete Vater, dessen Härte ihr Kindheit und Jugend zerstörte. Wir kennen den Polterer als einen der größten Erzieher zum Staate, der, den Künsten und Wissenschaften, aber auch allem Schein und Prunk gründlich abhold, im Willen zur Einfachheit den Weg zur Macht erkannte und beschritt. Wir wissen, daß der über alles geliebte Bruder der Markgräfin, Friedrich der Große, sein siegreiches Schwert diesem Vater verdankte, daß er ohne gerade dieses Vaters Schule und Erbe nicht der erste Diener seines Staates, der Philosoph auf dem Throne und der menschlichste der Könige geworden wäre, als den ihn nicht nur die deutsche Welt bis auf diesen Tag bewundert. Immer wieder begegnen wir auf den Blättern dieses Buches, das vor nord- und süddeutschem Hintergrunde eine bedeutende, der nationalen Kultur vorarbeitende Epoche unserer Vergangenheit veranschaulicht, der werdenden Größe des alten Fritz, die zu allen Zeiten auch nicht preußisch Gesinnte mit Goethe »gut fritzisch« gesinnt sein ließ.
Eine preussische Königstochter
Denkwürdigkeiten der Markgräfin von Bayreuth Schwester Friedrichs des
Großen
Herausgegeben von Johannes Armbruster
1,80 Mark in Pappband, mit Lederrücken Mark 3,00
Die Bücher der Rose
Erster bis sechster Band
In biegsamem Pappband je M. 1.80, in Ganzleinenband je M. 3.–
Die Ernte
aus acht Jahrhunderten deutscher Lyrik
Gesammelt von Will Vesper
1. bis 85. Tausend 1906 bis 1909
Alles um Liebe
Goethes Briefe aus der ersten Hälfte seines Lebens
Mit biographischen Verbindungen und sachlichen Erläuterungen von Ernst
Hartung
1. bis 100. Tausend 1906 bis 1909
Kügelgen
Jugenderinnerungen eines alten Mannes
Ausgabe mit großer Schrift und vielen Bildern, z. T. nach Gemälden des
Verfassers
1. bis 85. Tausend 1907 bis 1910
Vom tätigen Leben
Goethes Briefe aus der zweiten Hälfte seines Lebens
Mit biographischen Verbindungen und sachlichen Erläuterungen von Ernst
Hartung
1. bis 65. Tausend 1907 bis 1909
Der heilige Krieg
Friedrich Hebbel in seinen Briefen, Tagebüchern, Gedichten
Herausgegeben von Hans Brandenburg
1. bis 32. Tausend 1907 bis 1910
Menschen und Mächte
Ausgewählte Erzählungen von E. T. A. Hoffmann
1. bis 30. Tausend 1908 bis 1910
Die Bücher der Rose
Siebenter bis zwölfter Band
In biegsamem Pappband je M. 1.80, in Ganzleinenband je M. 3.–
Über allen Gipfeln
Goethes Gedichte im Rahmen seines Lebens
Mit 30 Bildnissen
Auswahl und Anmerkungen von Ernst Hartung
1. bis 50. Tausend 1908 bis 1909
Pitt und Fox
Die Liebeswege der Brüder Sintrup
Ein Roman von Friedrich Huch
1. bis 40. Tausend 1908 bis 1910
Die Droste
Annette v. Droste-Hülshoff: Briefe, Gedichte, Erzählungen
Biographisch verbunden und sachlich erläutert von H. Amelungk
1. bis 30. Tausend 1909 bis 1910
Von Wald und Welt
Eichendorffs Gedichte und Erzählungen mit Bildern von Moritz Schwind
Herausgegeben von Wilhelm von Scholz
1. bis 40. Tausend 1909 bis 1910
Feuertrunken
Eine Dichterjugend. Schillers Briefe bis zur Verlobung
Mit biographischen Verbindungen von Hans Brandenburg
1. bis 40. Tausend 1909 bis 1910
Das zweite Buch
der Ernte aus acht Jahrhunderten deutscher Lyrik
Gesammelt von Will Vesper
1. bis 30. Tausend 1910
Der Drache, das Zeichen der Sammlung »Schicksal und Abenteuer«, ist die Wiedergabe des 1414 vom Kaiser Sigismund gestifteten Drachenordens, nach dem Original im Bayerischen Nationalmuseum zu München von Dora Polster in München-Schwabing gezeichnet. Derselben Künstlerin verdankt das Buch die Initialen und seinen sonstigen Schmuck, ausschließlich des Bildnisses Nettelbecks, für das eine alte Vorlage benutzt werden konnte.
Das erste bis vierunddreißigste Tausend ist im August 1910 von der Spamerschen Buchdruckerei in Leipzig gedruckt worden. Das Papier hat die Neue Papiermanufaktur zu Straßburg eigens angefertigt. Einbände von H. Fikentscher in Leipzig.