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Erinnerungen eines alten Leipzigers

Chapter 16: XI. D. L. M.
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About This Book

A series of humorous, nostalgic sketches recalls life in Leipzig during a period of rapid social and urban change, contrasting older civic customs and streetscapes with emerging industrial and institutional developments. Short, self-contained vignettes describe vanished architecture, market scenes, municipal routines, and the oddities of tax collection, combining affectionate reminiscence with light satire. The narrator mixes detailed local observation with reflections on commerce, education, and public order, and occasional illustrations accompany comic episodes and social commentary to create an episodic chronicle of the city’s recent past.

XI.
D. L. M.

In einem altrenommierten Leinenwaarengeschäft der Petersstraße, welches noch jetzt besteht, kam es vor vielen Jahren öfters vor, daß sich unter den vielen Käufern auch zeitweilig solche befanden, welche dem etwas mißtrauischen, originellen Chef des Geschäftes betreffs ihrer Absichten zweifelhafter Natur zu sein schienen. In solchen Fällen rief er durch das kleine Fenster aus seinem Contor, durch welches er den Laden und die Käufer überblicken konnte, stets laut »D. L. M.« seinen Verkäufern zu.

Einst — als eine sehr hohe Dame — allein und in unscheinbarer Kleidung im Laden erschien, um Einkäufe zu machen, rief der Alte wieder laut sein »D. L. M.« heraus.

Die Dame aber wandte sich lächelnd zu dem Rufenden und sagte: »Nein — Vater F. — ich mause nicht!«

Die drei Buchstaben sollten nämlich ein Warnungsruf für das Personal des Alten sein und bedeuteten, was der Dame bekannt war: »Das Luder maust!«