am 18. Mai 1839.
An Deiner Wiege standen höh’re Boten,
Ein jeder mit Geschenken für Dein Leben.
Sie schürzten den geheimnißvollen Knoten;
Dich sanft berührend mit den Zauberstäben,
Befahlen sie dem Glanz, dem morgenrothen,
Mit Schönheit Deine Glieder zu umschweben,
Und jeder hat die Tiefen Deiner Seele
Geschmückt mit einem himmlischen Juwele.
Der Engel Gaben sind Dir treu geblieben,
Sie strahlen hell, gleich Sternen in den Nächten;
Doch einer weihte Dich mit zarten Trieben,
Und eine Vollmacht trug er in der Rechten,
D’rin war Dein künftiger Beruf geschrieben:
In eine Krone Blumen einzuflechten.
Die Vollmacht schloß er sammt dem heil’gen Worte
Still ein an Deines Herzens tiefstem Orte. –
Einst gab ein Fürst, umbraust von Sturm und Wetter,
Die Zügel seinem jugendlichen Sohne,
Und stolz, wie zum Olymp der Sohn der Götter,
Stieg er empor zum väterlichen Throne.
Er ward mit Weisheit seines Volkes Retter,
Lieb’ und Bewund’rung wurden ihm zum Lohne, –
Doch einsam, unter’m Fürstenstern verborgen,
Trug er sein Glück, sein Lieben und sein Sorgen.
Da kamen still in Deines Herzens Grunde
Die Engel, Deine Vollmacht zu entfalten,
Sie gaben Dir von Deinem Loose Kunde:
An uns’res Fürsten Seite mild zu walten,
Mit ihm vereinigt zu dem ew’gen Bunde,
In Liebe neu sein Leben zu gestalten.
Du folgtest muthig jenem heil’gen Rufe,
Trat’st gottvertrauend zu des Altars Stufe.
Nun, wenn das Wort vom Throne niederrauschet,
Schnell wie ein Wetterstahl aus Himmelsweiten,
Und still gewärtig jedes Ohr ihm lauschet,
Sind’s Deine Blicke, die es sanft begleiten;
Und wenn das Volk vom Fürsten Liebe lauschet,
Dann bist Du freudelächelnd nahe Beiden,
Dein Beruf, Dein Wirken und Dein Lieben,
Stand in den Sternen, als Du wardst, geschrieben.
Und heute wieder ist der Tag erschienen,
Wo einst zuerst Dich Lenz und Leben fanden.
Wie einst an Deiner Wiege, Dir zu dienen,
Die hehren Boten aus dem Himmel standen:
So grüßen jetzt Dich mit holdsel’gen Mienen
Geliebte Pfänder segensvoller Banden,
Und über dem erlauchten Haupte weben
Wie einst Gestirne Dein zukünft’ges Leben.
D’rin ist kein Schmerz, d’rin waltet keine Klage,
Ein Ton der Freude wird es hell durchklingen.
Wenn um des Fürsten Bild doch späte Tage
Die Lorber seines Ruhmes prächtig schlingen,
Wird in dem Vaterland der Enkel Sage
Das fromme Lied von Deinem Namen singen.
Denn was da lebt in eines Volks Gemüthe,
Das lebt unsterblich fort in seinem Liede.
Und wenn bei Deines Tages Freudenkerzen
Mein Lied es wagt, sich vor Dir hin zu gießen,
So wehr’ ihm nicht (es kam aus tiefem Herzen)
Das anspruchlose Spiel zu Deinen Füßen.
Doch frag’ die Töne nicht nach meinen Schmerzen,
Wenn sie Dich huldigend, bescheiden grüßen.
Mein Lied darf kühn um Deine Blicke werben, –
Des Dichters Leid muß mit dem Dichter sterben.