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Ernst Koch's Gedichte / Aus dessen Nachlasse gesammelt und herausgegeben von einem Freunde des Verstorbenen cover

Ernst Koch's Gedichte / Aus dessen Nachlasse gesammelt und herausgegeben von einem Freunde des Verstorbenen

Chapter 33: Veilchenstrauß.
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About This Book

The volume assembles poems from the poet's posthumous papers, accompanied by a friend’s editorial introduction and a biographical sketch outlining his upbringing in Hesse, university studies, legal and administrative service, turbulent years in foreign military service and conversion to Catholicism, and later career in Luxembourg as a civil servant and teacher. The poems reflect his lyrical voice shaped by personal hardship, travel, and religious and domestic concerns; the collection also includes shorter prose pieces and notes that illuminate the stages of his creative life and the circumstances of his late work.

Veilchenstrauß.

Kauft, schöner Herr, die Veilchen!

Zwei Kreuzer gebt ihr mir!

Ich steh’ ein langes Weilchen

Bereits vergebens hier.

Mein Vater liegt im Grabe,

Meine Mutter liegt im Grab.

Herr, für die kleine Gabe

Kauft mir die Veilchen ab!

Geh, kleine Dirne, raff’ Dich!

Die so viel Geld begehrt!

Das Sträußchen ist wahrhaftig

Kaum einen Kreuzer werth.

Aß heut’ noch keinen Krumen,

Und, Herr, mich hungert sehr.

D’rum nehmt sie, nehmt die Blumen!

Gebt mir den Kreuzer her.

Das Mädchen gab die Veilchen, –

Da fiel ’ne Thräne darauf –

Der Herr, der nahm die Veilchen,

Die Thräne mit in Kauf.

Und wie er kommt nach Hause –

’s ist kaum ’ne Stunde her –

Da blühet an dem Strauße

Kein einzig Veilchen mehr.

Die Farben, die sie trugen,

Sie sind verwelkt und blaß.

Er will den Duft versuchen, –

Da sind die Veilchen naß.

Da faßt’s ihn erst mit Leide,

Und d’rauf unheimlich an,

Er legt den Strauß bei Seite,

Sieht nie ihn wieder an. –