Kauft, schöner Herr, die Veilchen!
Zwei Kreuzer gebt ihr mir!
Ich steh’ ein langes Weilchen
Bereits vergebens hier.
Mein Vater liegt im Grabe,
Meine Mutter liegt im Grab.
Herr, für die kleine Gabe
Kauft mir die Veilchen ab!
Geh, kleine Dirne, raff’ Dich!
Die so viel Geld begehrt!
Das Sträußchen ist wahrhaftig
Kaum einen Kreuzer werth.
Aß heut’ noch keinen Krumen,
Und, Herr, mich hungert sehr.
D’rum nehmt sie, nehmt die Blumen!
Gebt mir den Kreuzer her.
Das Mädchen gab die Veilchen, –
Da fiel ’ne Thräne darauf –
Der Herr, der nahm die Veilchen,
Die Thräne mit in Kauf.
Und wie er kommt nach Hause –
’s ist kaum ’ne Stunde her –
Da blühet an dem Strauße
Kein einzig Veilchen mehr.
Die Farben, die sie trugen,
Sie sind verwelkt und blaß.
Er will den Duft versuchen, –
Da sind die Veilchen naß.
Da faßt’s ihn erst mit Leide,
Und d’rauf unheimlich an,
Er legt den Strauß bei Seite,
Sieht nie ihn wieder an. –