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Ernst Koch's Gedichte / Aus dessen Nachlasse gesammelt und herausgegeben von einem Freunde des Verstorbenen cover

Ernst Koch's Gedichte / Aus dessen Nachlasse gesammelt und herausgegeben von einem Freunde des Verstorbenen

Chapter 34: Tag der Vereinigung.
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About This Book

The volume assembles poems from the poet's posthumous papers, accompanied by a friend’s editorial introduction and a biographical sketch outlining his upbringing in Hesse, university studies, legal and administrative service, turbulent years in foreign military service and conversion to Catholicism, and later career in Luxembourg as a civil servant and teacher. The poems reflect his lyrical voice shaped by personal hardship, travel, and religious and domestic concerns; the collection also includes shorter prose pieces and notes that illuminate the stages of his creative life and the circumstances of his late work.

Tag der Vereinigung.

Wann kommst Du Tag mit Deinem heitern Glanze,

Der mir das Kleinod meines Lebens bringt?

Wann kommst Du Tag, der mit dem Myrthenkranze

Das theure Haupt der Einzigen umschlingt?

Wann wirst Du mir, Du sel’ger Tag gewähren,

Was meine heiße Liebe lang’ ersehnt?

Tag meiner Tage, der mit Freudenzähren,

Gleich Demantkronen, meine Sehnsucht krönt?

Ziel meiner Wünsche, meines ganzen Strebens!

Du Sohn des Himmels, wann begrüß’ ich Dich?

Tag meiner Liebe Du, Tag meines Lebens,

Wann schüttest Du das Füllhorn über mich?

Ach, wann mit Deiner leuchtenden Aurore

Flammst Du herab auf meinen dunkeln Pfad?

Wann öffnest Du mir jene gold’nen Thore,

Durch die dem Göttlichen der Mensch sich naht?

Wann wird der Seelenbund geheiligt werden?

Wann werd’ ich, Vater in den ew’gen Höh’n,

Mit Allem, was mir theuer ist auf Erden,

Vor Deinem heiligen Altare steh’n?

Dich bittend: segne Deine frohen Kinder,

Laß über ihrem Glück Dein Auge sein!

Wann wird, Allmächt’ger, Deines Worts Verkünder

Das ird’sche Bündniß durch den Himmel weih’n?

Ja, Gott, in Deinem Haus, in Deinen Hallen,

Wo die Gebete mit dem frommen Lied

In großen Tönen zu dem Himmel wallen,

Wo Glück und Schmerz, und Lieb’ und Buße kniet, –

An heil’ger Stufe, wo in sanftem Weinen,

Der Knab’ einst seinen Glauben aufgebaut,

Wann wirst Du dort auf ewig uns vereinen,

Wann giebst Du, Herr, dem Jüngling seine Braut?

Komm schöner Tag, nach dem die Wünsche ringen!

Denk’ ich an Dich, bin ich ein sel’ges Kind.

O zögre nicht, weil Deine bunten Schwingen

Mit Himmeln ach, so reich! beladen sind.

Du wirst den Muth dem heißen Streben lohnen,

Der fernen Sehnsucht den geduld’gen Schmerz.

Komm, sel’ger Tag, mit Deinen gold’nen Kronen,

Schütt’ Deine Himmel in mein glücklich Herz. –