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Ernst Koch's Gedichte / Aus dessen Nachlasse gesammelt und herausgegeben von einem Freunde des Verstorbenen cover

Ernst Koch's Gedichte / Aus dessen Nachlasse gesammelt und herausgegeben von einem Freunde des Verstorbenen

Chapter 38: Vaterfreude.[7]
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About This Book

The volume assembles poems from the poet's posthumous papers, accompanied by a friend’s editorial introduction and a biographical sketch outlining his upbringing in Hesse, university studies, legal and administrative service, turbulent years in foreign military service and conversion to Catholicism, and later career in Luxembourg as a civil servant and teacher. The poems reflect his lyrical voice shaped by personal hardship, travel, and religious and domestic concerns; the collection also includes shorter prose pieces and notes that illuminate the stages of his creative life and the circumstances of his late work.

Vaterfreude.[7]

Juchheisa, mein Junge, komm, gieb mir die Händchen!

Juchheisa, mein Bübchen, nun hat’s keine Noth!

Auf’m Ohr die Haube mit rosigem Bändchen,

Vom Trinken die andere Wange roth.

Juchhe, nun tanzen wir, gelt? Du bist froh,

Wenn ich mit Dir tanze und singe so so,

Und erzähl’ Dir vom Wolf und vom Schaf’,

Und wiege mein Paul’chen in Schlaf.

Horch, ’s war ’mal ein Mann, und ein Lämmchen, ein kleines,

Und der Mann, der hatte das Lämmchen so lieb,

Es hatt’ ein weiß Kleidchen, so schneeig wie Deines,

Und es war auch ein Wolf, ein gar arger Dieb,

Der wollte das Lämmchen gern kaufen für Geld.

Nein, sprach der Mann, nicht für die ganze Welt!

Papa kennt das Lämmchen gar wohl,

Es ist ja sein lieblicher Paul.

Und wenn dann mein Jüngchen ist größer geworden,

Dann kriegt er ’nen Säbel, den hängt er sich um,

Und kriegt eine Mütze mit goldenen Borden,

Und auch eine Trommel, und trommelt trum trum!

Und auch eine Flinte und Pulver und Schrot,

Dann schießen wir beide den Wolf maustodt,

Und schlafen dann ruhig und wohl,

Nicht wahr Du, mein herziger Paul?

Und marschier’n, wie die Preußen, durch die Gassen,

Gehst aber nicht fort in den Krieg hinaus?

Willst aber nicht Vater und Mutter verlassen?

Sonst grämt sich Papa und Mama zu Haus.

Wollen lieber Schildwacht zu Hause steh’n,

Damit der Mama kein Leids mag gescheh’n,

Denn lieb hat Mama Dich, mein Paul,

Nun schlafe, mein Bübchen, schlaf wohl!

Dann reist auch Papa und Mama mit dem Kinde

In ’nem großen Wagen in’s deutsche Land,

Und Paul nimmt den Säbel mit und auch die Flinte,

Und schlägt seinem Großpapa derb in die Hand,

Und sagt: ich bin zwar von kleinem Schrot,

Doch schieß’ ich die Wölfe, wie Spatzen, todt.

Puff, puff! schießt der liebliche Paul,

Nun schlafe, mein Bübchen, schlaf wohl!

Nun schlafe und träume vom deutschen Lande,

Und träume vom Mann und vom Wolf und vom Schaf,

Und träume vom Säbel mit goldenem Bande,

Und reise und reise im süßesten Schlaf.

Wir schießen die Wölfe, ja ja, sei still!

Wir schießen so viel, als mein Junge nur will.

Nun schlafe, mein herziger Paul,

Schlaf, schlafe, mein Bübchen, schlaf wohl!