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Ernst Koch's Gedichte / Aus dessen Nachlasse gesammelt und herausgegeben von einem Freunde des Verstorbenen cover

Ernst Koch's Gedichte / Aus dessen Nachlasse gesammelt und herausgegeben von einem Freunde des Verstorbenen

Chapter 48: Von der Luxemburger Mosel.
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About This Book

The volume assembles poems from the poet's posthumous papers, accompanied by a friend’s editorial introduction and a biographical sketch outlining his upbringing in Hesse, university studies, legal and administrative service, turbulent years in foreign military service and conversion to Catholicism, and later career in Luxembourg as a civil servant and teacher. The poems reflect his lyrical voice shaped by personal hardship, travel, and religious and domestic concerns; the collection also includes shorter prose pieces and notes that illuminate the stages of his creative life and the circumstances of his late work.

Von der Luxemburger Mosel.

Eile durch die Blumenauen,

Holde Mosel, nach dem Rhein,

Laß mir meine deutschen Gauen

Tausendmal gegrüßet sein!

Trage mit dreifarb’ger Fahne

Meiner Sehnsucht Schifflein fort,

Sei behutsam mit dem Kahne,

Bring’ mir ihn zu sicherm Port!

Eilt, ja eilt, ihr grünen Wogen!

Seid noch nicht im deutschen Land,

Wenn man’s euch auch vorgelogen –

Längst zerrissen ist das Band.

Glaubt es nicht dem Klang der Zungen,

Der da rechts und links erklingt,

Nicht dem Lied des Fischerjungen,

Der am Ufer drüben singt!

Glaubt es nicht der deutschen Hütte,

Die im Dorfe drüben steht;

Glaubt es nicht der deutschen Sitte,

Die in ihren Mauern weht;

Dürft’s auch nicht den deutschen Trauben,

Nicht einmal dem Bettlerkind,

Noch dem Meilenzeiger glauben,

Daß wir hier in Deutschland sind.

Flieht, o flieht, ihr grünen Wogen,

Thut’s dem Vater Rheine kund,

Was sie hier euch vorgelogen:

Hat geträumt dem Deutschen Bund,

Und im Schlaf, – daß Gott erbarme! –

Stahlen sie ihm Land und Leut’,

Und Franzosen sind wir heut’.

Will es nicht gerad’ verdammen:

Wer sein Kind von Haus’ entfernt,

Gibt’s hinaus zu welschen Ammen,

Daß der Bub’ französisch lernt. –

Aber daß das Kind, das deutsche,

Man zu Schimpf und Spott verkehrt,

Daß man’s die Beamtenpeitsche

Auf französisch tragen lehrt! –

Das in wilden Wellenschlägen,

Das erzählt dem deutschen Land,

Macht’s von Vaterlandes wegen

An dem ganzen Rhein bekannt!

Und vergeßt mir nicht das eine:

Meiner wärmsten Liebe Kahn,

Legt mir ihn am schönen Rheine

Bei dem schönsten Ufer an.