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Ernst Koch's Gedichte / Aus dessen Nachlasse gesammelt und herausgegeben von einem Freunde des Verstorbenen cover

Ernst Koch's Gedichte / Aus dessen Nachlasse gesammelt und herausgegeben von einem Freunde des Verstorbenen

Chapter 57: Nach Durchlesung des vom Herrn Bischof zu Chersones und apostolischen Vikar, Johann Theodor Laurent, bei seinem Amtsantritte in Luxemburg erlassenen Hirtenbriefes.
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About This Book

The volume assembles poems from the poet's posthumous papers, accompanied by a friend’s editorial introduction and a biographical sketch outlining his upbringing in Hesse, university studies, legal and administrative service, turbulent years in foreign military service and conversion to Catholicism, and later career in Luxembourg as a civil servant and teacher. The poems reflect his lyrical voice shaped by personal hardship, travel, and religious and domestic concerns; the collection also includes shorter prose pieces and notes that illuminate the stages of his creative life and the circumstances of his late work.

Nach Durchlesung
des vom Herrn Bischof zu Chersones und apostolischen Vikar, Johann Theodor Laurent, bei seinem Amtsantritte in Luxemburg erlassenen Hirtenbriefes.

1842.

Was fühl’ ich leis’ in meiner Seele beben?

Ist’s Deines Briefes kräft’ger Redefluß?

Ist’s Deiner Worte prächt’ges Bilderleben?

Der Sprache, meiner liebsten, eh’rner Guß?

Ist’s die Bewund’rung, die ich Deinem Streben?

Die Deinem Herzen mein Herz zollen muß?

Das Alles sagen Dir wohl tausend Zungen,

Mit Höherm aber hast Du mich durchdrungen.

Hoch auf den Bergen steht, auf grünen Matten,

Dem Himmel nahe, und die Seele frei,

So steht der Hirt im Wetterwolkenschatten,

Und fernhin klingt die liebliche Schalmei.

Da kommen, die sich früh verloren hatten,

Verirrte Lämmer aus dem Thal herbei.

Das sind die Töne, jene freien, süßen,

Die mich aus Deinem Hirtenbriefe grüßen.

Als ich ihn las, da glaubt’ ich weh’n zu hören,

Den warmen Hauch, der von dem Himmel dringt,

Den ächten Geist, der wie mit Engelchören

Durch jedes Deiner frommen Worte klingt,

Den Silberquell, der aus den gold’nen Röhren

Melodisch in das ew’ge Leben springt[11], –

Des Hirten Töne, die zu heil’gen Stufen

Verirrte Kinder seiner Heerde rufen.

Du fragst, ob ich bekannt mit jenen Tönen?

Kann ich verleugnen, was in’s Herz mir tief

Die Ladung, meinem Herrn mich zu versöhnen,

Einst an dem heil’gen Ostertage rief?

Und was mit ew’gem Heile mich zu krönen,

Mich auferweckte, als mein Leben schlief?

Nun ich die Töne hab’ von Dir vernommen,

Ist Dir zu danken dieses Lied gekommen.