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Ernst Koch's Gedichte / Aus dessen Nachlasse gesammelt und herausgegeben von einem Freunde des Verstorbenen cover

Ernst Koch's Gedichte / Aus dessen Nachlasse gesammelt und herausgegeben von einem Freunde des Verstorbenen

Chapter 65: Das Marienbild zu Rimini.
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About This Book

The volume assembles poems from the poet's posthumous papers, accompanied by a friend’s editorial introduction and a biographical sketch outlining his upbringing in Hesse, university studies, legal and administrative service, turbulent years in foreign military service and conversion to Catholicism, and later career in Luxembourg as a civil servant and teacher. The poems reflect his lyrical voice shaped by personal hardship, travel, and religious and domestic concerns; the collection also includes shorter prose pieces and notes that illuminate the stages of his creative life and the circumstances of his late work.

Das Marienbild zu Rimini.

1850.

Wunder! Leben gießt sich in das Todte.

Durch des Menschen Machwerk zuckt der Geist,

Zuckt der Strahl, der als ein Himmelsbote

Die Gesetze der Natur zerreißt.

Seht, das Auge öffnet sich und milde

Strahlt es den unmittelbaren Gruß,

Und das Volk fällt nieder vor dem Bilde –

Signa dantur infidelibus.

Nun vom Volk zu des Allmächt’gen Throne

Hebt der Blick der Heiligen sich empor.

„Gott allein die Ehr’ und seinem Sohne,

Der zur Himmelskön’gin mich erkor!“

Sursum corda! und zum Herrn und Meister,

Mit des Auges seligstem Erguß,

Reißt sie aufwärts die erschrock’nen Geister –

Signa dantur infidelibus.

D’rauf der Heil’gen Auge senkt sich nieder,

Und zurück zu Staube sinkt das Erz,

Und das Volk wird seiner Sünde wieder,

Seines Fluchs bewußt das Menschenherz.

Laßt uns beten, beten tief im Staube:

„Herr zertritt mich nicht mit Deinem Fuß.“

Laßt uns einig sein in Lieb’ und Glaube –

Signa dantur infidelibus.