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Ernst Koch's Gedichte / Aus dessen Nachlasse gesammelt und herausgegeben von einem Freunde des Verstorbenen cover

Ernst Koch's Gedichte / Aus dessen Nachlasse gesammelt und herausgegeben von einem Freunde des Verstorbenen

Chapter 67: Dem hochwürdigen Herrn Pater Zobel, Direktor des Jünglingsvereines, zu seinem Namenstage, den 7. December 1854, vom Vereine gewidmet.
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About This Book

The volume assembles poems from the poet's posthumous papers, accompanied by a friend’s editorial introduction and a biographical sketch outlining his upbringing in Hesse, university studies, legal and administrative service, turbulent years in foreign military service and conversion to Catholicism, and later career in Luxembourg as a civil servant and teacher. The poems reflect his lyrical voice shaped by personal hardship, travel, and religious and domestic concerns; the collection also includes shorter prose pieces and notes that illuminate the stages of his creative life and the circumstances of his late work.

Dem hochwürdigen Herrn Pater Zobel,
Direktor des Jünglingsvereines, zu seinem Namenstage, den 7. December 1854, vom Vereine gewidmet.

Wenn ringsumher die Bösen uns umschleichen,

Dem Löwen gleich, der seine Beute sucht;

Wenn der Gesellschaft Fundamente weichen;

Wenn schlecht, was fromm, und gut ist, was verrucht;

Wenn Brüder, statt die Hände sich zu reichen,

Im Hasse einer wild dem andern flucht –

Wohin mit deinem süßen Himmelstriebe,

Wohin willst du dich flüchten, heil’ge Liebe?

Wenn ringsumher die Völker sich befehden,

Von West nach Ost die Kriegsdrommete klingt;

Wenn seinen Schlachtgesang auf fernen Rheden

Der Tod aus tausend Feuerschlünden singt,

Und, wo noch jüngst des Friedens Palmen wehten,

Der Haß die Fackel der Vernichtung schwingt –

O Liebe dann, zu welchen Freiheitsstätten

Willst du, der flücht’gen Taube gleich, dich retten?

Da öffnen sich die großen Geisterhallen,

Die ein Granit auf seinem Haupte trägt,

Wo ewig neu die Wogen niederprallen

Der Brandung, die an ihre Mauern schlägt.

Dort ist die Stätte, dorthin magst du wallen,

Dort, wo kein Streit des Menschen Herz bewegt,

Wo keine Ketten dich der Erde binden,

O süße Liebe, deine Ruhe finden.

Und hat dies heil’ge Dach zur rechten Stunde

Auch uns vereinigt, eine junge Schaar,

Zu Lieb’ und Treu’, zu brüderlichem Bunde,

Ein Obdach gegen Sturm und Tod’sgefahr:

So drängt es sich vom Herzen nach dem Munde,

Zu danken dem, der unser Leitstern war,

Der uns’rer Seelen träges Feuer schürte,

Und uns zum Tempel heil’ger Liebe führte.

Und alle Gnaden, die wir uns erwerben,

Und jeder Blick vom lieben Jesuskind;

Und jede Huld, im Leben und im Sterben,

Die aus den Händen der Maria rinnt,

Und jede Rettung, die aus dem Verderben

Der heil’ge Joseph unserm Bund gewinnt,

Ja, alles Gute, was uns Gott gesendet,

Sei dankbar unserm Führer zugewendet.