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Ernst Koch's Gedichte / Aus dessen Nachlasse gesammelt und herausgegeben von einem Freunde des Verstorbenen cover

Ernst Koch's Gedichte / Aus dessen Nachlasse gesammelt und herausgegeben von einem Freunde des Verstorbenen

Chapter 68: Lied für den Jünglingsverein.
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About This Book

The volume assembles poems from the poet's posthumous papers, accompanied by a friend’s editorial introduction and a biographical sketch outlining his upbringing in Hesse, university studies, legal and administrative service, turbulent years in foreign military service and conversion to Catholicism, and later career in Luxembourg as a civil servant and teacher. The poems reflect his lyrical voice shaped by personal hardship, travel, and religious and domestic concerns; the collection also includes shorter prose pieces and notes that illuminate the stages of his creative life and the circumstances of his late work.

Lied für den Jünglingsverein.

1854.

Im Waffenkleid, in blankem Stahl

Vom Kopf bis zu den Waden,

Umsteh’n den tapfern General

Die muthigen Soldaten.

Im Auge blitzt der Heldenmuth,

Verachtung für die Schande.

Sie rufen laut – und schwenken den Hut –

Ein Hoch! dem Vaterlande.

Und Hoch! dem General, der sie

So oft ins Feld geführet,

Und gegen manche Schlachtbatt’rie

Die Truppen commandiret.

Der sitzt mit seinem Ordensband

Auf seinem stolzen Pferde,

Und dankt, an seinem Hut die Hand,

Mit freudiger Geberde.

Auch wir sind eine stärk’re Armee,

Als manche Contingente.

Es hängt uns zwar kein Portepee,

Kein Schwert um uns’re Lende;

Doch unser Schwert und uns’re Wehr,

Das ist der gute Glaube,

Der heil’ge Schutz von Oben her

Ist uns’re Pickelhaube.

Auch unser Herz durchglüht der Muth,

Auch wir verachten die Schande,

Und rufen auch – und schwenken den Hut –

Ein Hoch! dem Vaterlande.

Das ist noch größer als Oesterreich,

Als Preußenland und Polen,

Man mißt’s nicht aus, und lief man gleich

Auf Siebenmeilen-Sohlen.

Und alle Menschen wohnen d’rin,

Die Großen und die Kleinen,

Das Land umschließt als Hüterin

Eine Mauer von Edelsteinen.

Und unser Herrgott hat gesagt:

Mit Stürmen und Gewittern

Soll nicht die Hölle, wenn sie’s wagt,

Dies Vaterland erschüttern.

Es leb’ auch hoch der General,

Der uns zu Felde führet,

Und der uns nicht zum ersten Mal

Zum Kampfe commandiret.

Der sitzt nicht mit dem Ordensband

Auf einem stolzen Pferde:

Er trägt ein einfach schwarz Gewand

Und geht auf rauher Erde.

Nicht streng ist sein Commandowort,

Es dringt aus sanfter Kehle,

Und dennoch reißt’s wie Sturmwind fort,

Und dringt uns durch die Seele.

Er droht uns nicht mit Haft und Strang,

Der Feind nur kriegt die Hiebe,

Und unser ganzes Reglement

Ist guter Will’ und Liebe.

Sein Hauptquartier und Marschallzelt

Ist eine stille Klause,

Dort stünd’ ein jeder, wenn es gält’,

Als Schildwach vor dem Hause.

Wir halten bei ihm allzumal,

Im Frieden wie im Streite.

Es lebe unser Feldmarschall

In seinem Ordenskleide.