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Ernst Koch's Gedichte / Aus dessen Nachlasse gesammelt und herausgegeben von einem Freunde des Verstorbenen cover

Ernst Koch's Gedichte / Aus dessen Nachlasse gesammelt und herausgegeben von einem Freunde des Verstorbenen

Chapter 80: Testament.
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About This Book

The volume assembles poems from the poet's posthumous papers, accompanied by a friend’s editorial introduction and a biographical sketch outlining his upbringing in Hesse, university studies, legal and administrative service, turbulent years in foreign military service and conversion to Catholicism, and later career in Luxembourg as a civil servant and teacher. The poems reflect his lyrical voice shaped by personal hardship, travel, and religious and domestic concerns; the collection also includes shorter prose pieces and notes that illuminate the stages of his creative life and the circumstances of his late work.

Testament.

(November 1858.)

Wenn ich ausgelitten hab’

Und mich von euch wende,

Macht mir doch mit meinem Grab’

Nicht viel Complimente.

Setzt mir keinen Stein daher,

Der’s den Leuten sage:

Freut euch, daß ich keinen mehr

Auf dem Herzen trage.

Auch mit Rosen bleibt mir fort,

Kränzen oder Kronen,

Flechtet sie, wo hier und dort

Frohe Menschen wohnen.

Weder Schutt noch Blumenfeld,

Scherben oder Kräuter,

Machen mir die and’re Welt

Länger oder breiter.

Viel Poeten haben’s gern

Wenn sich Vöglein’s Flügel

Um die Zeit vom Abendstern

Senkt auf ihren Hügel,

Oder wenn vom nahen Baum

Nachtigallen pfeifen,

Während durch den stillen Raum

Laue Weste streifen.

Nichts begehr’ ich von dem All’n

Wollt’ auch eh’r erdolcht sein,

Als von Mond und Nachtigall’n

Bis in’s Grab verfolgt sein.

Im November jedes Jahr

Soll’t ihr mich besuchen,

Dort, wohin mich auf der Bahr

Fremde Schultern trugen.

Ob vielleicht schon Schnee und Frost

Mich bedeckt da draußen,

Ob die Stürm’ aus Nord und Ost

Durch die Felder brausen –

Grade wenn’s recht stürmisch ist,

Sollt ihr zu mir treten,

„Vater unser, der du bist“,

Herzhaft für mich beten.

So befohlen und gestift’t

Hier in dem Gedichte,

Auf daß Jeder, den’s betrifft,

Demgemäß sich richte.