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Fechsung

Chapter 102: CHRISTENTUM 1
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About This Book

Eine Sammlung kurzer Eindrücke, Aphorismen und Essays, die persönliche Beobachtungen über Stadtleben, Liebe, Kunst, Theater, Gesundheit und Alltag verbindet. Die Stücke wechseln zwischen lakonischen Bonmots, fragmentarischen Erinnerungen und kurzen Briefen und reflektieren über zwischenmenschliche Beziehungen, ästhetische Erfahrung, Körperpflege und Diätetik sowie Kriegserlebnisse und philosophische Gedanken. Häufig treten ironische Pointierung und sensible Beobachtung nebeneinander, wobei Alltagsszenen, Porträts bekannter Orte und polemische Bemerkungen ein dichtes Kaleidoskop entstehen lassen. Die Form ist impressionistisch und episodisch, ohne durchgehende Handlung; Stimmung und Stimme des Autors schaffen den inneren Zusammenhalt der Texte.

CHRISTENTUM 1

Der grauhaarige fünfzigjährige Kellner meines Hotels sagte zu mir: „Helfen Sie mir! Ich war einst Provisor in einer Apotheke. Ich möchte wieder so eine Stelle haben. Zum Kellner tauge ich leider nicht!“

Ich ging von einer Apotheke zur anderen, ihm eine Provisorstelle zu verschaffen. Vergeblich.

Acht Tage später sagte mir meine wunderschöne fünfzehnjährige Freundin: „Du, der Oberkellner ist ein eigentümlicher Mensch! Gestern hat er mir drei Visitkarten von Studenten an den Tisch gebracht, ich solle meine Adresse darauf schreiben!“

Am nächsten Tage sagte der Kellner: „Wie ich Ihnen dankbar bin, daß Sie sich so um mich bemühen, wegen der Provisorstelle! Ich weiß wirklich gar nicht, wie ich mich da revanchieren soll!?“