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Fechsung

Chapter 107: LIEBESGEDICHT
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About This Book

Eine Sammlung kurzer Eindrücke, Aphorismen und Essays, die persönliche Beobachtungen über Stadtleben, Liebe, Kunst, Theater, Gesundheit und Alltag verbindet. Die Stücke wechseln zwischen lakonischen Bonmots, fragmentarischen Erinnerungen und kurzen Briefen und reflektieren über zwischenmenschliche Beziehungen, ästhetische Erfahrung, Körperpflege und Diätetik sowie Kriegserlebnisse und philosophische Gedanken. Häufig treten ironische Pointierung und sensible Beobachtung nebeneinander, wobei Alltagsszenen, Porträts bekannter Orte und polemische Bemerkungen ein dichtes Kaleidoskop entstehen lassen. Die Form ist impressionistisch und episodisch, ohne durchgehende Handlung; Stimmung und Stimme des Autors schaffen den inneren Zusammenhalt der Texte.

LIEBESGEDICHT

Was du mir spendest,
zahl ich dir zurück, mit anständigen Zinsen,
mit dem Gelde meiner Seele, meines Geistes,
Anna!
Wuchergeschäfte wollen wir nicht machen — — —
dazu sind wir beide zu intelligent.
Zu bald würde der Übervorteilte es spüren! Und
traurig werden! Atonie der Seele!
Reinliche Geschäfte der Seele und des Leibes
geziemen dem Weisen des Daseins!
Und wir sind, wir sind nun einmal da in dieser Welt,
können uns nicht entziehen, auf die Dauer!
Was du mir spendest,
zahl ich dir gern und leicht zurück;
und meinem Geiste hast du deinen, wenn auch
von mir erworbenen, entgegenzubieten,
und noch dazu gratis die weißen Beine und die
goldenen Haare und die Kinderbrüste!
Siehe, ich muß mich also direkt anstrengen,
das durch Anmut meines Geistes und Kraft und
Weltenweisheit auszugleichen,
was du von selbst durch Schicksals Gnade spendest!
Drum sind wir, siehe, leider dennoch ewig in eurer Schuld, Anna!
Ein Blick von dir — — —
und im Schuldbuch steht: „Peter, du schuldest
ihr noch Milliarden!“