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Fechsung

Chapter 110: VARIATION ÜBER EIN BELIEBTES THEMA
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About This Book

Eine Sammlung kurzer Eindrücke, Aphorismen und Essays, die persönliche Beobachtungen über Stadtleben, Liebe, Kunst, Theater, Gesundheit und Alltag verbindet. Die Stücke wechseln zwischen lakonischen Bonmots, fragmentarischen Erinnerungen und kurzen Briefen und reflektieren über zwischenmenschliche Beziehungen, ästhetische Erfahrung, Körperpflege und Diätetik sowie Kriegserlebnisse und philosophische Gedanken. Häufig treten ironische Pointierung und sensible Beobachtung nebeneinander, wobei Alltagsszenen, Porträts bekannter Orte und polemische Bemerkungen ein dichtes Kaleidoskop entstehen lassen. Die Form ist impressionistisch und episodisch, ohne durchgehende Handlung; Stimmung und Stimme des Autors schaffen den inneren Zusammenhalt der Texte.

VARIATION ÜBER EIN BELIEBTES THEMA

Verwöhnt sein, ist das schreckliche Unglück der schönen Frauen. Infolgedessen haben sie nichts von ihrem Leben, sondern nur noch Neid, Eifersucht, Eitelkeit. „Ich bin es so gewöhnt“, ist der tückischste Mord an der Seele. Denn siehe, sie wünscht stets und stets überrascht zu werden!

Was ihr gewohnt wird, macht sie leblos, tot. Sie hört allmählich auf zu funktionieren, wird starr, hart, sogar bösartig. Ein gütiger Blick zu ungewohnter Gelegenheit! Und die Seele errötet dir vor Freude. Das was sie stets bekommt und stets, läßt sie bleich. Und dennoch wäre es tiefste Kultur, das Gute, das man hat, stets zu empfinden als eine Gnade Gottes! Dazu sollte man ein Kind erziehen, daß es in jeder Schachtel seine besonderen Schätze hat und daß ein Pfirsich ist wie Feiertag! Schöne Frauen haben nichts von ihrem Leben. Sie sind zu sehr daran gewöhnt, schön zu sein!

Wenn eine Häßliche acht Tage lang schön sein könnte! Eine Schöne viele Tage unscheinbar! Ein Bettler vierzehn Tage lang reich! Ein Reicher hie und da bettlerisch! Um aus Gewohntem Schätze auszulösen für die Seele, muß man schon fast der Weltgeist selber sein!