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Fechsung

Chapter 121: GESELLIGKEIT
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About This Book

Eine Sammlung kurzer Eindrücke, Aphorismen und Essays, die persönliche Beobachtungen über Stadtleben, Liebe, Kunst, Theater, Gesundheit und Alltag verbindet. Die Stücke wechseln zwischen lakonischen Bonmots, fragmentarischen Erinnerungen und kurzen Briefen und reflektieren über zwischenmenschliche Beziehungen, ästhetische Erfahrung, Körperpflege und Diätetik sowie Kriegserlebnisse und philosophische Gedanken. Häufig treten ironische Pointierung und sensible Beobachtung nebeneinander, wobei Alltagsszenen, Porträts bekannter Orte und polemische Bemerkungen ein dichtes Kaleidoskop entstehen lassen. Die Form ist impressionistisch und episodisch, ohne durchgehende Handlung; Stimmung und Stimme des Autors schaffen den inneren Zusammenhalt der Texte.

GESELLIGKEIT

Wenn Leute „gesellig“ zusammenkommen, so muß irgend etwas vorgehen. Und zwar vor allem irgend etwas, was alle interessiert und niemanden direkt angeht! Also der Mord des Herzens! Oder man muß wichtigen Dingen ein Mäntelchen von Scherz und Ironie umhängen! Damit alle es vertragen. Wirkliche Leiden schont man zwar, Tod eines Nächsten, Verarmung, Krebserkrankung. Aber was sind wirkliche Leiden?! Sind nicht alle leidensvollen Leiden wirkliche?! Selbst wenn der Gerichtshof der Nebenmenschen sie nicht als solche anerkennt?! Einmal sagte mir jemand: „Mein Herr, es ist ein wenig langwierig, auf die endliche Anerkennung seiner unheilbaren Krankheit von Seiten seiner Freunde zu warten!“