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Fechsung

Chapter 126: VERFOLGUNGSWAHN
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About This Book

Eine Sammlung kurzer Eindrücke, Aphorismen und Essays, die persönliche Beobachtungen über Stadtleben, Liebe, Kunst, Theater, Gesundheit und Alltag verbindet. Die Stücke wechseln zwischen lakonischen Bonmots, fragmentarischen Erinnerungen und kurzen Briefen und reflektieren über zwischenmenschliche Beziehungen, ästhetische Erfahrung, Körperpflege und Diätetik sowie Kriegserlebnisse und philosophische Gedanken. Häufig treten ironische Pointierung und sensible Beobachtung nebeneinander, wobei Alltagsszenen, Porträts bekannter Orte und polemische Bemerkungen ein dichtes Kaleidoskop entstehen lassen. Die Form ist impressionistisch und episodisch, ohne durchgehende Handlung; Stimmung und Stimme des Autors schaffen den inneren Zusammenhalt der Texte.

VERFOLGUNGSWAHN

Ein junger Offizier ließ sich, in privater Angelegenheit, ein Jahr vor einem Kriege beim General melden: „Exzellenz, ich lebe in einer krankhaften Unruhe. Böse Schreckgespenster verfolgen mich bei Tag und Nacht, was wohl für heimtückische Fallen eine feindliche Macht einem stellen könnte! Z. B. erwache ich heute aus dem Traum, und es fällt mir ein, daß Kinoaufnahmen in unseren Gegenden, unter dem Deckmantel von Schauerromanen, von feindlichen Offizieren ausgeführt werden könnten, um das Terrain ganz genau photographisch nach Haus zu bringen!“

„Mein lieber netter junger Freund, Sie haben infolge von Schularbeit überreizte Nerven! Eine leichte Wasserkur dürfte für Sie sehr angezeigt sein! Da könnte man ja überhaupt nicht mehr existieren, mit Halluzinationen! Immerhin ganz nett, daß Sie sich Sorgen machen!“

Ein Jahr später waren die Schreckgespenster des jungen Offiziers Fleisch und Bein geworden!

Da sagte der General zu ihm: „Ich glaube von nun an wirklich an die Gespenster der Realität!“

Später erzählte man ihm, seiner jungen schönen Frau werde von Herrn W. in gefährlicher Art der Hof gemacht — — —.

I wo?!“ sagte er und lächelte.