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Fechsung

Chapter 13: ALBERT
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About This Book

Eine Sammlung kurzer Eindrücke, Aphorismen und Essays, die persönliche Beobachtungen über Stadtleben, Liebe, Kunst, Theater, Gesundheit und Alltag verbindet. Die Stücke wechseln zwischen lakonischen Bonmots, fragmentarischen Erinnerungen und kurzen Briefen und reflektieren über zwischenmenschliche Beziehungen, ästhetische Erfahrung, Körperpflege und Diätetik sowie Kriegserlebnisse und philosophische Gedanken. Häufig treten ironische Pointierung und sensible Beobachtung nebeneinander, wobei Alltagsszenen, Porträts bekannter Orte und polemische Bemerkungen ein dichtes Kaleidoskop entstehen lassen. Die Form ist impressionistisch und episodisch, ohne durchgehende Handlung; Stimmung und Stimme des Autors schaffen den inneren Zusammenhalt der Texte.

ALBERT

Ich erhielt eine Krone, 1893, deren Kopfseite poliert war und den Namen „Albert“ eingraviert hatte. Ich fühlte es sogleich, daß Dichter die Verpflichtung hätten, in einem solchen aparten Fall ihre Phantasie „schweifen“ zu lassen. Jedenfalls hatte eine „Sie“ die durch irgendeine uns unbekannte Begebenheit geweihte Krone, vielleicht die erste gespendete oder die letzte, so transformieren lassen, und in einem Augenblick materieller Not oder aus Haß, Eifersucht, Verzweiflung, Verachtung oder dergleichen sie eines Tages wieder ins Rollen gebracht, ins Leben hinein, bis endlich, 1914, zu mir.

Ich hielt sie lange in Ehren, und Maeterlinck hätte daraus längst einen Einakter gemacht: Krone 1893. Aber als der Lohndiener Anton die Bezahlung der Zigaretten verlangte und ich sagte, ich hätte momentan nichts flüssig, wies er auf diese auf dem Schreibtisch liegende Krone 1893 und sagte: „Da haben wir ja noch eine!“ — „Sie ist ungültig!“ sagte ich, „schauen Sie!“ — „Dös wer’n mer schon machen, da verlassen’s Ihnen auf meine Geschicklichkeit, dös blöde Wort ‚Albert‘ wird kaner sehn!“ Und so verschwand die Krone 1893 aus meinem Besitze und begann wieder ihren Kurs in die Welt hinein, den ich in einer Anwandlung von „falscher Romantik“ eine Zeitlang aufgehalten hatte — — —.