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Fechsung

Chapter 145: DIE „TAUBE“
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About This Book

Eine Sammlung kurzer Eindrücke, Aphorismen und Essays, die persönliche Beobachtungen über Stadtleben, Liebe, Kunst, Theater, Gesundheit und Alltag verbindet. Die Stücke wechseln zwischen lakonischen Bonmots, fragmentarischen Erinnerungen und kurzen Briefen und reflektieren über zwischenmenschliche Beziehungen, ästhetische Erfahrung, Körperpflege und Diätetik sowie Kriegserlebnisse und philosophische Gedanken. Häufig treten ironische Pointierung und sensible Beobachtung nebeneinander, wobei Alltagsszenen, Porträts bekannter Orte und polemische Bemerkungen ein dichtes Kaleidoskop entstehen lassen. Die Form ist impressionistisch und episodisch, ohne durchgehende Handlung; Stimmung und Stimme des Autors schaffen den inneren Zusammenhalt der Texte.

DIE „TAUBE“

22. September 1914.

Plötzlich knallt ein Gewehrschuß, dann ein zweiter, dann zehn, dann hundert und hundert. Das Feuer eines Gefechtes erhob sich über Paris. Woher kam es? Wer weiß, von den Dächern vielleicht. Man sah aber niemanden. Vielleicht waren oben in den Mansarden Soldaten versteckt. In der Nähe und in der Ferne vermehrten sich die Gewehrschüsse; auch schien man ein entlegenes Maschinengewehrgeräusch wahrzunehmen. Dies alles war großartig und merkwürdig zugleich. Die „Taube“, viel zu hoch, um getroffen zu werden, verfolgte weiter ihren Kurs, flog nach den Tuilerien, verschwand hinter den Dächern, kam wieder über die Rue de la Paix, verschwand wieder. Als das Fahrzeug zurückflog, hörte man auf einmal das tiefe Geräusch einer Explosion; dann wieder und wieder eine: der Flieger warf Bomben. Ein anmutiges junges Mädchen, „Mannequin“ eines Pariser Modehauses, dreht sich um und wendet sich an eine Kollegin: „Cochon d’alboche, il fait kaka sur nous!“