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Fechsung

Chapter 151: HUMANITAS
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About This Book

Eine Sammlung kurzer Eindrücke, Aphorismen und Essays, die persönliche Beobachtungen über Stadtleben, Liebe, Kunst, Theater, Gesundheit und Alltag verbindet. Die Stücke wechseln zwischen lakonischen Bonmots, fragmentarischen Erinnerungen und kurzen Briefen und reflektieren über zwischenmenschliche Beziehungen, ästhetische Erfahrung, Körperpflege und Diätetik sowie Kriegserlebnisse und philosophische Gedanken. Häufig treten ironische Pointierung und sensible Beobachtung nebeneinander, wobei Alltagsszenen, Porträts bekannter Orte und polemische Bemerkungen ein dichtes Kaleidoskop entstehen lassen. Die Form ist impressionistisch und episodisch, ohne durchgehende Handlung; Stimmung und Stimme des Autors schaffen den inneren Zusammenhalt der Texte.

HUMANITAS

Mein Kind, mein Geliebter, meine Schwester, meine Tante, mein Hund! Aber nie: Meine Menschheit! Meine tausend Brüder und Schwestern, die unbekannten, und dennoch so gut bekannten wie die, deren Familiennamen man zufällig kennt!

„Gibt es ein Wesen, das sich so freut, wenn ich nach Hause komme, wie mein Hund?!“

Nein, denn er lebt Tag und Nacht von deiner übertriebenen lächerlichen Zärtlichkeit, erpreßt sie ununterbrochen durch Wedeln und ängstlich Schauen, macht dich, ein geschickter ungeheurer schäbiger Hunds-Egoist, zum Sklaven seiner teils sentimentalen, teils reellen Bedürfnisse! Ein geliebter und verwöhnter Hund ist stets das Sedan, das Waterloo einer Seele, die in dem ehrlichen Krieg, dem unerbittlichen Krieg des Lebens, zu schwächlich, zu minderwertig war, zu siegen! Habe die Kraft, nach Hause zu kommen, müde, erschöpft, enttäuscht vom Leben, ohne daß dich ein Köter, den du auffütterst mit Wurst und Zärtlichkeiten, befriedigt und tröstet durch sein feiges Schweifwedeln! Habe einfach die Kraft, zu leben, zu wirken, ohne auf die Anerkennung minderwertiger Organisationen zu reflektieren!