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Fechsung

Chapter 156: LIEBE ZU GEGENSTÄNDEN
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About This Book

Eine Sammlung kurzer Eindrücke, Aphorismen und Essays, die persönliche Beobachtungen über Stadtleben, Liebe, Kunst, Theater, Gesundheit und Alltag verbindet. Die Stücke wechseln zwischen lakonischen Bonmots, fragmentarischen Erinnerungen und kurzen Briefen und reflektieren über zwischenmenschliche Beziehungen, ästhetische Erfahrung, Körperpflege und Diätetik sowie Kriegserlebnisse und philosophische Gedanken. Häufig treten ironische Pointierung und sensible Beobachtung nebeneinander, wobei Alltagsszenen, Porträts bekannter Orte und polemische Bemerkungen ein dichtes Kaleidoskop entstehen lassen. Die Form ist impressionistisch und episodisch, ohne durchgehende Handlung; Stimmung und Stimme des Autors schaffen den inneren Zusammenhalt der Texte.

LIEBE ZU GEGENSTÄNDEN

Liebe zu Gegenständen, nicht „befriedigte Eitelkeit“ in bezug auf Schmuck und Wohnungseinrichtung, sondern Liebe, wirkliche Liebe zu einzelnen Gegenständen, die dem wirklichen Geschmack entsprechen, sollte man Kindern und Frauen, auch Kindern, beibringen! „Diesen Stock habe ich sehr lieb,“ sagte ich zu Fräulein Mizi, die zu Besuch bei mir war. „Er hat einen schönen Griff aus Rhinozeroshorn, braunrötlichgrau, und einen Stab aus hellgelbem Buchs. Ich putze ihn täglich mit einem Rehlederlappen. Niemand darf ihn mir anrühren.“

Mir geben Sie ihn auch nicht in die Hand, mir?!“

„Bitte, nehmen Sie ihn!“

Sie fuchtelte damit sogleich absichtlich herum, bis in die gefährliche Nähe der von der Plafondlampe herabhängenden zwei langen Fliegenleimbändchen.

„Bitte nicht, geben Sie acht, der Fliegenleim geht nicht so leicht wieder herunter.“

„Hat ihm schon!“ sagte sie triumphierend.

„Das war unnötig,“ sagte ich streng.

„Tun S’ Ihner nix an mit Ihrem dalkerten Stecken!“ Und schmiß ihn ins Zimmer hinein. Ich hob ihn auf, putzte ihn ab mit meinem Rehlederlappen. Da ging sie gekränkt und beleidigt stolz von dannen. „Wegen so an Stecken, hm! Da bin ich mir doch mehr wert!“