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Fechsung

Chapter 159: POETA
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About This Book

Eine Sammlung kurzer Eindrücke, Aphorismen und Essays, die persönliche Beobachtungen über Stadtleben, Liebe, Kunst, Theater, Gesundheit und Alltag verbindet. Die Stücke wechseln zwischen lakonischen Bonmots, fragmentarischen Erinnerungen und kurzen Briefen und reflektieren über zwischenmenschliche Beziehungen, ästhetische Erfahrung, Körperpflege und Diätetik sowie Kriegserlebnisse und philosophische Gedanken. Häufig treten ironische Pointierung und sensible Beobachtung nebeneinander, wobei Alltagsszenen, Porträts bekannter Orte und polemische Bemerkungen ein dichtes Kaleidoskop entstehen lassen. Die Form ist impressionistisch und episodisch, ohne durchgehende Handlung; Stimmung und Stimme des Autors schaffen den inneren Zusammenhalt der Texte.

POETA

Ein Dichter, der kein Sozialdemokrat ist, und sogar, mit Rücksicht auf Haß und Verachtung der durch Gewohnheit eingenisteten Vorurteile der Menschen, kein Anarchist ist, ist kein Dichter! Wer sich, seine Familie, seine Kinder, seinen Frieden mehr liebt als die fremde entfernte Menschheit, ist kein Dichter! Er dichtet, aber er ist kein Vertreter! Kein Fürsprecher, kein Vorsprecher aller! Er ist kein Standartenträger in der Schlacht der Welt! Er amüsiert, er rührt, aber er heilt nichts! Er ist kein Arzt der kranken Menschheit, also kein Dichter! Er dichtet für die Gesunden, Befriedigten, und die brauchen ihn nicht! Die können sich ohne ihn behelfen, sich durchfretten! Ein Dichter sagt das, nur das, woran alle anderen kranken, leiden, daß sie es nicht aussprechen können, dürfen! Sonst braucht man ihn ja nicht. Auf Reime, Verse, Phrasen wird verzichtet! Eine Dame der Gesellschaft sagte zu mir: „Wir wollen erhoben werden, erfreut von euch Dichtern!“ Ja, Schnecken, das möcht euch so passen, ihr Drohnen der arbeitsamen Weltentwicklung!