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Fechsung

Chapter 166: ALTERN
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About This Book

Eine Sammlung kurzer Eindrücke, Aphorismen und Essays, die persönliche Beobachtungen über Stadtleben, Liebe, Kunst, Theater, Gesundheit und Alltag verbindet. Die Stücke wechseln zwischen lakonischen Bonmots, fragmentarischen Erinnerungen und kurzen Briefen und reflektieren über zwischenmenschliche Beziehungen, ästhetische Erfahrung, Körperpflege und Diätetik sowie Kriegserlebnisse und philosophische Gedanken. Häufig treten ironische Pointierung und sensible Beobachtung nebeneinander, wobei Alltagsszenen, Porträts bekannter Orte und polemische Bemerkungen ein dichtes Kaleidoskop entstehen lassen. Die Form ist impressionistisch und episodisch, ohne durchgehende Handlung; Stimmung und Stimme des Autors schaffen den inneren Zusammenhalt der Texte.

ALTERN

Bei 22° Kälte auf dem Semmering, vor drei Jahren, war mir warm. Jetzt ist mir kalt bei 14° über Null.

Man altert.

Sie erzählte mir, ein Herr habe sie in der Tramway angesprochen.

„War er wenigstens elegant?!“ fragte ich gleichgültig.

Man altert.

Geld blieb aus, und ich tobte nicht Tag und Nacht über die Ungerechtigkeit der Welt!

Man altert.

Ich hatte ein Bläschen auf der Zunge und dachte an Krebs!

Man altert.

Ich dachte an die Jugendzeit: Gott sei Dank, daß diese Periode von schamloser Stupidität und frecher Lebensunweisheit vorüber ist!

Man bleibt jung.