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Fechsung

Chapter 177: ÜBER DAS „DRAHN“
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About This Book

Eine Sammlung kurzer Eindrücke, Aphorismen und Essays, die persönliche Beobachtungen über Stadtleben, Liebe, Kunst, Theater, Gesundheit und Alltag verbindet. Die Stücke wechseln zwischen lakonischen Bonmots, fragmentarischen Erinnerungen und kurzen Briefen und reflektieren über zwischenmenschliche Beziehungen, ästhetische Erfahrung, Körperpflege und Diätetik sowie Kriegserlebnisse und philosophische Gedanken. Häufig treten ironische Pointierung und sensible Beobachtung nebeneinander, wobei Alltagsszenen, Porträts bekannter Orte und polemische Bemerkungen ein dichtes Kaleidoskop entstehen lassen. Die Form ist impressionistisch und episodisch, ohne durchgehende Handlung; Stimmung und Stimme des Autors schaffen den inneren Zusammenhalt der Texte.

ÜBER DAS „DRAHN“

Sein Wesen und seine wirkliche Bedeutung im Lichte — — — der Drahrer!

Die meisten verstehen den Sinn dessen, was sie aus Ungezogenheit und Stupidität tun, nicht. Der Drahrer draht stupid. Das heißt, er opfert die Nachtruhe, Zeit, Geld, und noch etwas anderes, um zu drahn, d. h. um in einem marmorgetäfelten gut erleuchteten Raume mit Klavierbegleitung Barmädeln den Hof zu machen und gesehen zu werden von denen, die nicht genug Geld haben, um den Mädeln den Hof zu machen. Denn Hof kostet eine Unmenge „Drinks“, Zigaretten, Trinkgeld für die gestohlene, geraubte Zeit, für Langweile der unglücklichen Schönen, die zu allem nett lächeln müssen oder jedenfalls nicht allzu beleidigt sein dürfen, wenn er doch zu witzig und „fesch“ werden sollte infolge des Alkohols!

Nein, drahn ist eine Regenerationskur, ein momentanes, wenn auch stundenlanges Ausspannen aus allem, was dich den Tag über bedrängt, gekränkt, geknebelt, gedemütigt hatte! Siehe, du wirst ein freier Mann! Kein Vorgesetzter, keine Verpflichtung, keine Familie, keine Frau, kein Kind, kein Gläubiger! Du bist dein eigener Herr, und, falls du generös bist, sogar beliebt und gern gesehen! Draußen freilich auf der dunklen Gasse, überfällt dich wieder deine eigene Nichtigkeit! Aber willst du ihr denn endgültig entrinnen?! Sei froh und dankbar, daß du auf sie vergessen durftest, konntest, von 1–4!