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Fechsung

Chapter 183: DER ALTE HAUSIERER
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About This Book

Eine Sammlung kurzer Eindrücke, Aphorismen und Essays, die persönliche Beobachtungen über Stadtleben, Liebe, Kunst, Theater, Gesundheit und Alltag verbindet. Die Stücke wechseln zwischen lakonischen Bonmots, fragmentarischen Erinnerungen und kurzen Briefen und reflektieren über zwischenmenschliche Beziehungen, ästhetische Erfahrung, Körperpflege und Diätetik sowie Kriegserlebnisse und philosophische Gedanken. Häufig treten ironische Pointierung und sensible Beobachtung nebeneinander, wobei Alltagsszenen, Porträts bekannter Orte und polemische Bemerkungen ein dichtes Kaleidoskop entstehen lassen. Die Form ist impressionistisch und episodisch, ohne durchgehende Handlung; Stimmung und Stimme des Autors schaffen den inneren Zusammenhalt der Texte.

DER ALTE HAUSIERER

Heute am Graben, in der Septembersonne, sah ich einen alten Hausierer mit Patentkleiderhaken, die riesig praktisch und billig waren und die viele Leute gekauft hätten, wenn sie nicht das Mißtrauen gehabt hätten, betakelt zu werden. Neben ihm saß seine herrliche braune Enkelin von vierzehn Jahren. Infolgedessen kaufte ich fünf Kleiderhaken à 70 Heller. Die Kleine war glückstrahlend über das Riesengeschäft. „Soll meine Enkelin sie irgendwohin zu Ihnen bringen, was brauchen Sie selbst zu gehn und zu schleppen?!“

Ich zögerte einen Augenblick, dann sagte ich: „Nein, danke!“

Auf dem Wege betete ich: „Du braune süße Herrlichste, mögest du nie es glauben, daß mit einem alten Hausierer-Großvater öffentlich zu stehen eine Schande sei! Mögest du stets es glauben, daß fünf Kleiderhaken zu 70 Heller ein glänzendes Geschäft sind; und mögest du nie einem Manne Waren ins Zimmer bringen, der dich so lieb hat wie ich!“