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Fechsung

Chapter 184: SPAZIERGANG IM HERBST
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About This Book

Eine Sammlung kurzer Eindrücke, Aphorismen und Essays, die persönliche Beobachtungen über Stadtleben, Liebe, Kunst, Theater, Gesundheit und Alltag verbindet. Die Stücke wechseln zwischen lakonischen Bonmots, fragmentarischen Erinnerungen und kurzen Briefen und reflektieren über zwischenmenschliche Beziehungen, ästhetische Erfahrung, Körperpflege und Diätetik sowie Kriegserlebnisse und philosophische Gedanken. Häufig treten ironische Pointierung und sensible Beobachtung nebeneinander, wobei Alltagsszenen, Porträts bekannter Orte und polemische Bemerkungen ein dichtes Kaleidoskop entstehen lassen. Die Form ist impressionistisch und episodisch, ohne durchgehende Handlung; Stimmung und Stimme des Autors schaffen den inneren Zusammenhalt der Texte.

SPAZIERGANG IM HERBST

Ja, meine Herrschaften, er, der Fünfundfünfzigjährige, geht mit einer Fünfzehnjährigen, Arm in Arm, über den Graben, in hellem Herbstlichte! Sie hat braune natürliche Locken und kurzes Kleid, schaut aus wie dreizehn, und als sie ihn zum ersten Male in J., Dorfstraße, aus der Schule kommend ohne Schuh und ohne Strumpf, erblickte und zu ihm sagte: „Sie, Herr, bei Ihnen bleibe ich!“, war sie erst zwölf! Neigung, Verständnis, Anmut richten sich nicht nach dem Kalender! Sie hat die getreueste intelligenteste Pudelseele: Sie ist wie von Barbédienne in Bronze gegossen. Eine lebendig gewordene Bronzestatuette. Daß die sich ärgern, die vorzeitig „aus dem Leim“ gegangen sind, und die Feiglinge, die sich genieren, mit geliebten Mädchen über den Graben zu gehen eingehängt, im Herbstsonnenlichte, das ist selbstverständlich!