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Fechsung

Chapter 19: WACHSFIGUREN
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About This Book

Eine Sammlung kurzer Eindrücke, Aphorismen und Essays, die persönliche Beobachtungen über Stadtleben, Liebe, Kunst, Theater, Gesundheit und Alltag verbindet. Die Stücke wechseln zwischen lakonischen Bonmots, fragmentarischen Erinnerungen und kurzen Briefen und reflektieren über zwischenmenschliche Beziehungen, ästhetische Erfahrung, Körperpflege und Diätetik sowie Kriegserlebnisse und philosophische Gedanken. Häufig treten ironische Pointierung und sensible Beobachtung nebeneinander, wobei Alltagsszenen, Porträts bekannter Orte und polemische Bemerkungen ein dichtes Kaleidoskop entstehen lassen. Die Form ist impressionistisch und episodisch, ohne durchgehende Handlung; Stimmung und Stimme des Autors schaffen den inneren Zusammenhalt der Texte.

WACHSFIGUREN

Lotte Prizzl, du feines, zartes, liebes, außergewöhnliches Fräulein, sei allerherzlichst bedankt für deine kleinen großen, nichtigen wichtigen, spielerisch tiefernsten Püppchen, in Wachs, Tüll und Seide! Wie Liliputgebilde sind sie, hervorgezaubert aus den Seelen bei E. T. A. Hoffmann, Beardsley, Maeterlinck, Altenberg! Zur Welt gebracht jedoch in unbeschreiblicher Seelen- und Körperzartheit von Lotte Prizzl! Diese Wachspüppchen sind aus der ganzen Edelkultur der Dame hervorgegangen, die sie verfertigt hat, also ihre echten Kunstkinder. Sie enthalten Träume, Sehnsuchten, Kindlichkeiten, Vornehmheiten, Melancholien. Man gewinnt sie lieb, besonders den Engel rechts mit den geschlossenen Augen, das Fräulein im schwarzen Trauerbettchen, den Mahadö, und eigentlich die meisten. In eine Kristallvitrine gehören sie, um einem einfachen Zimmer die Marke zu geben: Hier haust ein Jemand!