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Fechsung

Chapter 193: KAFFEEKÜCHE
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About This Book

Eine Sammlung kurzer Eindrücke, Aphorismen und Essays, die persönliche Beobachtungen über Stadtleben, Liebe, Kunst, Theater, Gesundheit und Alltag verbindet. Die Stücke wechseln zwischen lakonischen Bonmots, fragmentarischen Erinnerungen und kurzen Briefen und reflektieren über zwischenmenschliche Beziehungen, ästhetische Erfahrung, Körperpflege und Diätetik sowie Kriegserlebnisse und philosophische Gedanken. Häufig treten ironische Pointierung und sensible Beobachtung nebeneinander, wobei Alltagsszenen, Porträts bekannter Orte und polemische Bemerkungen ein dichtes Kaleidoskop entstehen lassen. Die Form ist impressionistisch und episodisch, ohne durchgehende Handlung; Stimmung und Stimme des Autors schaffen den inneren Zusammenhalt der Texte.

KAFFEEKÜCHE

Das braune süße junge Küchenmädchen ging rasch an meinem Zimmer vorüber. Ich sagte: „Sie sind heute blaß, Katharina!“

„Ja, soll man vielleicht rosig sein bei diesen Zeiten?!“

„Was haben Sie?!“

„Ich habe in der Zeitung heute gelesen, daß mein Geliebter verwundet ist!“

„Wohin gehen Sie jetzt?!“

„Jetzt gehe ich Kaffee kochen, bis zehn abends. Da muß man doch wenigstens die ganze Zeit aufpassen, daß er nicht zu schwach und besonders nicht zu stark wird!“

„Katharina, mit Ihnen zugleich trauern Tausende!“

„Wenn ich nur wüßt, wohin sie ihn angeschossen haben!? Daß er nicht zuviel leidet. Ich wär schon damit zufrieden, wenn’s in die Arme oder in die Beine gegangen wäre!“

Sie beginnt zu weinen und sagt: „Fremde Menschen belästigen mit seinen Sachen! Das auch noch! Adieu, Herr Peter! Wie kommen Sie dazu?! Bitte um Entschuldigung!“