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Fechsung

Chapter 36: PLAUDEREI
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About This Book

Eine Sammlung kurzer Eindrücke, Aphorismen und Essays, die persönliche Beobachtungen über Stadtleben, Liebe, Kunst, Theater, Gesundheit und Alltag verbindet. Die Stücke wechseln zwischen lakonischen Bonmots, fragmentarischen Erinnerungen und kurzen Briefen und reflektieren über zwischenmenschliche Beziehungen, ästhetische Erfahrung, Körperpflege und Diätetik sowie Kriegserlebnisse und philosophische Gedanken. Häufig treten ironische Pointierung und sensible Beobachtung nebeneinander, wobei Alltagsszenen, Porträts bekannter Orte und polemische Bemerkungen ein dichtes Kaleidoskop entstehen lassen. Die Form ist impressionistisch und episodisch, ohne durchgehende Handlung; Stimmung und Stimme des Autors schaffen den inneren Zusammenhalt der Texte.

PLAUDEREI

Ich verstehe es nicht, weshalb die Frauen so anspruchsvoll sind, in allem?! Ich finde schon eine Doppeltüre, wobei die innere noch dick mit Werg ausgepolstert ist, einen Messing-Türverschluß und Ohropax, Wachs-Watte-Kugel als Ohr-Verschlußtüre, für ein außergewöhnliches Glück! Man hätte doch malheureuserweise in einer Zeit leben, vegetieren können, wo das noch nicht erfunden war! Und man hat, man hat! Aber Frauen wollen verehrt, verehrt werden, und begehrt, begehrt werden! Was haben sie von vollständiger garantierter Zimmerruhe mit Doppelpolsterung?! Beweist es ihnen, daß sie doch zu irgend etwas von Nutzen sind?! Nein. Es beweist ihnen gar nichts. Aber sie wollen bewiesen haben! Freude an Gegenständen!? Wenn man ihnen wenigstens diese „Kultur“ beibringen könnte! Aber welcher Gegenstand erfreut sie?! Der, den die andere nicht hat! Einen bestimmten Schirmgriff lieb haben können! Dazu eine geliebte Frau emporerziehen! Die Mode ist für die vorhanden, die nichts wirklich lieb haben können von Gegenständen! Man gibt diesen humpelnden Hexen deshalb diese Krücke „Mode“! Aber der freie bewegliche Mensch ist schwebend, mit eigenem Geschmack, über diesem Kerker „Mode“! Ich sprach früher von gepolsterten Doppeltüren — — — ja, auch das kann bereits glücklich machen, und es ist unabhängig davon, daß einen eine gern hat! Oder einer eine! Glück ist Unabhängigkeit von dem, der einen scheinbar glücklich macht!