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Fechsung

Chapter 40: DAS GLASGESCHENK
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About This Book

Eine Sammlung kurzer Eindrücke, Aphorismen und Essays, die persönliche Beobachtungen über Stadtleben, Liebe, Kunst, Theater, Gesundheit und Alltag verbindet. Die Stücke wechseln zwischen lakonischen Bonmots, fragmentarischen Erinnerungen und kurzen Briefen und reflektieren über zwischenmenschliche Beziehungen, ästhetische Erfahrung, Körperpflege und Diätetik sowie Kriegserlebnisse und philosophische Gedanken. Häufig treten ironische Pointierung und sensible Beobachtung nebeneinander, wobei Alltagsszenen, Porträts bekannter Orte und polemische Bemerkungen ein dichtes Kaleidoskop entstehen lassen. Die Form ist impressionistisch und episodisch, ohne durchgehende Handlung; Stimmung und Stimme des Autors schaffen den inneren Zusammenhalt der Texte.

DAS GLASGESCHENK

Weshalb ein Glas, dickes Kristall, geschliffen nach
Altwiener Muster, mit deinem Namen in meiner
Schrift graviert?!
Leblose Dinge sollen dir auch lebendig werden,
wo’s keinen Gram gibt und keine Enttäuschung!
Nicht, daß du daraus trinkest, weil ich’s spendete!
Du sollst am Glas dich freuen, an der Form,
und daß es dein ist, zu eigenstem Gebrauche,
von allen anderen merkwürdig unterschieden!
Und solltest du dabei meiner gedenken,
so kann’s dem schönen Glase auch nicht schaden!
Heil dir und deinem Trunk!
Nicht, daß du sagest: „Ich hab ein Glas, es ist von ihm!“
Sondern: „Ich hab ein wunderschönes Glas,
und außerdem ist es von ihm!“